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Restaurierung : Kulturerbe für die Nachwelt erhalten

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Friesisches Museum investiert 24 000 Euro in den Erhalt der Ausstellung und Einrichtung

Es ist weitaus mehr als nur der übliche Frühjahrsputz, der zurzeit im Friesischen Museum vonstatten geht. Im Pesel, der guten Stube des Deezbüller Friesenhauses aus den Anfängen des 18. Jahrhunderts, wird fünf Pretiosen zurzeit eine besondere Aufmerksamkeit zuteil. Es handelt sich um Schränke aus der Zeit der Renaissance und des Barock, die restauriert werden.

Diese Aufgabe wurde der Diplom-Restauratorin Kristin Goda übertragen. Sie stammt aus Bramsche, lernte in der Nähe von Osnabrück das Tischlerhandwerk und studierte in Hildesheim, wo sie 2006 den Abschluss als Diplom-Restauratorin für Möbel und Holzobjekte erwarb. Sie hat sich als freischaffende Expertin in Hamburg niedergelassen, wo sie mit ihrem Mann und dem 13 Monate alten Sprößling lebt – die sie übrigens übers Wochenende in Deezbüll besuchten.

Mit den Objekten aus alter Zeit sei das so eine Sache, meinte Kristin Goda. Ihr materieller Wert sei relativ, der kulturelle hingegen unbestritten wie im Falle des Friesenmuseums, das die Entstehung der Schränke, die zum Teil auch als „Schenkschieve“ dienten, auf Mitte des 16. und das 17. Jahrhundert datiert. Ihre Substanz, sagt Kristin Goda, sei gut erhalten. Doch was sich auf Eichen-, Eschen- oder Nadelholz obendrauf abgelagert hat, sei bisweilen nichts anderes als Schmutz der Jahrzehnte und Jahrhunderte. Diesen unliebsamen Schichten rückt sie mit Feingeräten zuleibe, wie sie der Chirurg oder Zahnarzt benötigen. Vorab ist es der Staubsauger, der den losen Schmutz beseitigt. Es dauert, bis Skalpell und „Zahnstocher“ auf Grund sind. Und das ist dann das weitgehend in seinem einstigen Urzustand sichtbare Holz, wenn es nicht auch noch durch eine geheimnisvolle Beize oder gar durch Meerwasser eine besondere Färbung erhalten hat. In der Tat soll der eine oder andere der Schränke aus dem Watt geborgen worden sein.

Die Restauratorin attestierte dem Friesenmuseum Sauberkeit und Ordnung. Das hörten Museumswart Karl-Wilhelm Teske und der Vereinsvorstand sicher gern. Im Museum wird turnusmäßig klar Schiff gemacht. Kristin Goda: „Ich habe das Haus in einem sauberen Zustand vorgefunden.“ Damit ließ sie auch anklingen, dass ihr die Arbeit an den Objekten Spaß macht.

Im Museum hat sich in jüngster Zeit noch weitaus mehr getan, berichtete Vorsitzender Carsten Bernhard Carstensen. Das hatte allerdings auch seinem Preis. Schatzmeister Heinz Hansen addierte für Restaurierung der Schränke, Beleuchtung, Brandmelde- und Alarmanlage, geplante Restaurierung der Textilien im vergangenen und laufenden Jahr 24 000 Euro. Das Museum hatte Förderer und Sponsoren: die Kulturstiftung der Nospa, die VR-Bank-Stiftung, die Niebüller Stadtwerke und einen privaten Spender. Für Arbeiten am Haus halfen die EU und die Stadt Niebüll.

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