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Nordfriesland Tageblatt

19. Oktober 2017 | 00:48 Uhr

Reise : Kultur als Brücke zum Iran

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Von der 15-Millionen-Metropole Teheran zurück nach Fahretoft: Manfred und Gisela Grüter kehren mit vielen Eindrücken zurück. Die Kontakte zum Iran knüpfte das Eehepaar während seiner Dienstzeit an der Berliner Unesco-Projektschule der Königin-Luise-Stiftung.

shz.de von
erstellt am 26.Okt.2013 | 05:45 Uhr

Kunst baut Brücken – Morgenland trifft Abendland. Unter diesem Motto unternahm das Fahretofter Ehepaar Manfred und Gisela Grüter eine zweiwöchige Reise in den Iran. Gastfreundliche Menschen, dreispurige Autobahnen und zurückhaltende Sittenwächter: Die Eheleute sind mit vielen Eindrücken nach Südtondern zurückgekehrt. Die vom Auswärtigen Amt geförderte Reise war die Fortsetzung eines mittlerweile schon traditionsreichen Weges der Annäherung beider Völker – auf der Basis von Kunst und Kultur. Die Kontakte zum Iran knüpfte das im Ruhestand lebende Erzieherehepaar während seiner Dienstzeit an der Berliner Privat- und Unesco-Projektschule der Königin-Luise-Stiftung. Unter den vielen internationalen Kontakten blieb der mit dem Iran am intensivsten.

Ziel der jüngsten Reise war die Hauptstadt Teheran. In der dortigen Kunstakademie nahmen die beiden Deutschen an der Eröffnung einer Ausstellung teil. Zudem begegneten sie vielen Freunden, mit denen Manfred Grüter seit seinen im Jahr 2003 begonnenen Besuchen in Kontakt steht, unter diesen Sedoghat Jabbari, Kunstprofessor an der Universität Teheran und Meister des „schönen Schreibens“, der bereits an der Friedrich-Paulsen-Schule in Niebüll ein kurzes Kolleg in Kalligrafie hielt.

In einer zurzeit politisch problematischen Zeit war es für das Ehepaar Grüter eher eine unpolitische Reise und mehr eine Begegnung von Mensch zu Mensch. Gleichwohl bekamen die beiden Deutschen mit, wie sehr sich die Menschen dort nach einer Normalisierung der Verhältnisse sehnen. Nicht zu übersehen war unter anderem, dass in den Geschäften die Butter Mangelware war und die Sittenwächter in den grünen Outfits sich eher zurückhaltend zeigten. Auch waren vor den Schaufenstern, hinter denen sich Autos deutscher Edelmarken verbargen, die Rollläden herunter. Alles in allem setzten die Iraner auf ihren neuen Präsidenten Rohani und dessen verbindlichere Art als die seines Vorgängers, berichten die Eheleute.

„Der Iraner ist der völlige normale und liebenswerte Mensch geblieben, der kein Problem mit Andersgläubigen hat“, sagt Manfred Grüter, den Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft beschämt haben, wie er sagt. Die Iraner sprechen das amtliche Farsi, grüßen mit „Salam“ oder mit der Höflichkeitsformel „Salam xaste nabashid“, was soviel heißt wie „mögen deine Augen niemals müde werden“.

Beängstigend empfanden die Wahlnordfriesen aus dem idyllischen Fahretoft die 15-Millionen-Stadt Teheran mit den dreispurigen Autopisten, auf denen sich der Verkehr staut und über dem ein leichter Smog hängt. Dennoch: Manfred Grüter und seine Frau Gisela werden wohl nicht zum letzten Mal in diesem Land gewesen sein, das kulturell schon immer sehr stark mit Deutschland verbunden war.

Auch im Ruhestand bleibt Manfred Grüter im interkulturellen Dialog aktiv. Er gehört der Hafis-Gesellschaft Hamburg an und beteiligt sich an internationalen Kulturprojekten. Mit Schülern aus Berlin und Teheran organisierte er einen Fotoworkshop im nordfriesischen Wattenmeer, vermittelte das Kalligrafie-Kolleg in Nordfriesland und war maßgeblich an der iranischen Teppichausstellung im Amt Südtondern mit Prof. Dr. Claus-Peter Haase vom Pergamon-Museum beteiligt. Völkerverständigung über kulturelle Projekte nennt das Ehepaar Grüter sein Engagement.


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