Hilfe auf dem Land : Kümmerin hilft besonders den Alten

Seit dem 1. Mai ist Achtrups Gemeindekümmerin in Aktion / Besonders ältere Bürger haben bisher von ihrer Hilfe profitiert

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18. Mai 2015, 05:00 Uhr

„Wir haben jetzt eine Kümmerin in Achtrup“, so kündet ein von der Gemeinde Achtrup herausgegebener und an alle Haushalte ihres Gebietes verteilter Flyer. Dieser weist darauf hin, dass die Gemeinde seit dem 1. Mai in Person von Iris Petersen eine Dienstleisterin eingestellt hat, die beauftragt ist, sich auf entsprechende Anfragen hin um alles zu kümmern, was Menschen sämtlicher Altersklassen bewegt, die mit der Bewältigung ihres Alltags Probleme haben.

Aufgrund des demografischen Wandels richtet sich das Angebot in besonderem Maße – aber durchaus nicht nur – an ältere Bürgerinnen und Bürger, die der Hilfe bedürfen. Das Honorar für die zu strenger Verschwiegenheit verpflichtete Kümmerin übernimmt die Gemeinde. Die Zusammenarbeit zwischen den Ratsuchenden und der Kümmerin (wie auch zwischen dieser und der Gemeinde als Arbeitgeberin) erfolgt auf der Basis absoluten wechselseitigen Vertrauens. Die Kümmerin fungiert als Ansprechpartnerin, Vertraute und Vermittlerin für Bürgerinnen und Bürger, die nicht wissen, wie sie eine persönliche Situation angehen oder lösen können. Oftmals hilft es auch schon, den Betroffenen intensiv zuzuhören und sie dadurch seelisch zu entlasten. Zum Arbeitsfeld der Kümmerin zählt zum Beispiel, Menschen zu Behörden oder Ärzten zu begleiten, sie beim Ausfüllen von Antragsformularen zu unterstützen oder ihnen bei der Strukturierung ihres Alltags behilflich zu sein. Bei Streitigkeiten kann sie als Schlichterin auftreten. „Bitte sprechen Sie mich an, denn ich bin auf Ihre Hinweise angewiesen“, so wirbt Iris Petersen um Vertrauen und freut sich, während ihrer ersten zehn Diensttage schon von sechs Personen um Rat beziehungsweise praktische Hilfe gebeten worden zu sein. Ihre persönliche Visitenkarte lautet: „Ich bin 1969 geboren und habe zwei erwachsene Kinder. Nach meiner Schulzeit in Bredstedt wurde ich dort zur Bankkauffrau ausgebildet. Seit über 20 Jahren wohne ich in Achtrup und führe hier, gemeinsam mit meinem Ehemann, einen Milchviehbetrieb, auf dem wir gemeinsam mit drei Generationen leben.“

Als sehr sinnvoll könnte es sich erweisen, dass sie sich im vergangenen Jahr an der Nordsee Akademie Leck zur „Mediatorin“ (Streitschlichterin) ausbilden ließ. Auf die Frage, wie sich das Projekt der Kümmerin in Achtrup entwickelte, antwortete Bürgermeister Uwe Matthiesen, er und seine 1. Stellvertreterin, Inge Wagner, hätten sich durch Teilnahme an Vorträgen gründlich vorinformiert. Seit 2013 habe Friedlinde Grabert als Chefin der DRK-Sozialstation Karrharde/Leck-Süderlügum/Neukirchen und Vorsitzende des DRK-Wohnprojektes Ladelund für die Idee eines Kümmerers beziehungsweise einer Kümmerin geworben. Auch habe man mit großem Interesse gehört, was der Stedesander Bürgermeister Stephan Koth anlässlich einer Sitzung der Gemeindevertretung Enge-Sande über erste Erfahrungen mit einer Kümmerin in seiner Gemeinde vorgetragen habe. Im November 2014 habe die Gemeindevertetung Achtrup den Beschluss gefasst, in den Haushalt 2015 einen Betrag von 6  000 Euro für das Kümmerin-Projekt einzustellen: Geld für monatlich 30 Arbeitsstunden und die Erstattung der per Privatwagen geleisteten Fahrkilometer. Der Beschluss, die Kümmerin auf Basis der geringfügigen Beschäftigung einzustellen, erfolgte am 17. März 2015. Auf die Ausschreibung der Stelle seien sechs Bewerbungen eingegangen. „Ich freue mich über den gelungenen Start meiner Arbeit und hoffe, ab sofort vielen Mitbürgerinnen und -bürgern hilfreich zur Seite stehen zu können,“ so Iris Petersen.  

Kontakt zur Kümmerin über Diensthandy: 0157/50 279 651 oder via E-Mail: hilfe@achtrup.de
 

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