zur Navigation springen
Nordfriesland Tageblatt

16. Dezember 2017 | 20:04 Uhr

Amboss-Rennen : Kriechen, laufen und schnaufen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Beim ersten Amboss-Rennen im TSV-Stadion in Niebüll gingen rund 100 Teilnehmer an den Start und quälten sich über einen schweren Parcours

shz.de von
erstellt am 03.Okt.2014 | 18:30 Uhr

„Wer beim 1. Niebüller Amboss-Rennen nicht dabei war, sollte sich um einiges ärmer fühlen.“ Das meinte Weltenbummler und Extremsportler Wolfgang Kulow (Lensahn) zu der Niebüller Veranstaltung, die in das Jubiläumsprogramm des TSV Rotweiß integriert und in ihrer Art bislang einmalig war. Der 64-jährige Ehrengast, Double- und Triple-Triathlet und mehrfache Weltmeister in verschiedenen anderen Extremdisziplinen, sieht gute Chancen, das Amboss-Rennen aufgrund seiner Qualität künftig landesweit anzubieten.

Angetreten waren 25 Viererteams mit männlichen und weiblichen Startern, die einen drei Kilometer langen Hindernisparcours zweimal zu durchlaufen hatten. Die Gestaltung und Namensgebung der Hindernisse war eine Verbeugung vor der nordfriesischen Heimat. Die Norderland Sport-GmbH als Ausrichterin hatte Historie, Mythos und Fantasie zur Hilfe genommen, um den Hindernissen Namen zu geben und mit diesen an Lokalitäten und Ereignisse und Besonderheiten der und aus der Landschaft zu erinnern. Bernhard Vogel, Macher, Leiter und eloquenter Moderator dieses Events, hatte die Teilnehmer zu virtuellen Erben von Frerk, dem Schmied, und Matta, dem Friesenweib, erklärt, womit bereits auch einiger Spaß angesagt war. Denn: auf der Piste durch und rund um das TSV-Stadion waren nicht nur gehen, laufen und schnaufen angesagt, sondern auch suhlen, matschen, kriechen und andere nicht alltägliche Bewegungsformen. Weil gemeinsames Tun viel für sich hat, stand der Teamgedanke eindeutig im Fokus, sichtbar auch daran, dass der Letzte auf der Ziellinie die Zeit auf der Uhr bestimmte. Und: auf der Extrempiste war der sportliche Teilnehmertyp gefragt, wenngleich „Profis“, Trainierte und ungeübte Amateure um Platz und Sieg am Start waren. Wer mochte, konnte sich bei den mittelalterlichen Barden von Frisia Historica außer Konkurrenz im Langbogenschießen üben.

Das Publikum wurde Augenzeuge eines teils lustigen, teils knallharten Contests, in dessen Parcours auch natürliche und vorhandene Hindernisse einbezogen waren. Die Hindernisnamen sprachen zudem für sich und hießen unter anderem Matta’s Hügel, Friesenhölle, Grote Mandränke, Rungsholtstiege, Schimmelreiter, Frerks Labyrinth, Watt’n Meer, Pidder-Lüng-Graben und Nordstrand.

Gestartet wurde dreimal in verschiedenen Kategorien – beginnend mit den Firmenteams, gefolgt von den Trägern öffentlicher Belange, Frauen sowie Gästen und zum Schluss von den Sportlern. Teils waren die Quartetts nach ihren Namen einzuordnen, teils versteckt hinter Fantasienamen – eines sogar mit einem 38-buchstabigen. International war’s auch, weil die Feuerwehr Tondern dabei war, auch „militärisch“ mit einem Team von Luftwaffentransportgeschwader (LTG) 63 in Hohn. Das schnellste Team stellten erwartungsgemäß die Sportler. Die Mannschaft vom MTV Leck II legte die sechs Kilometer in Bestzeit von 27,28 Minuten zurück. Bei den Firmen siegten Odin’s Erben (28,15), den Gästen Nicky & Co. (30,28), bei den Trägern öffentlicher Belange die Brandwehr Tondern (41,04) und bei den Frauen das Team Erika in 37,17 Minuten.

Die Veranstaltung erfreute sich vieler örtlichen Helfer, die „Hand- & Spanndienste“ leisteten und/oder auf dem Parcours als Schieds- oder Hindernisrichter sowie Zeitnehmer tätig waren. Unterm Strich war das gestrige Event eine erstaunliche Gemeinschaftsleistung und alles in allem ein Erfolg.










zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen