Gegenseitiges Lernen : Kreativ, bunt und frei

Das Meer vor Island war eine mögliche Malvorlage für die Initiator Klaus Bach und seine Teilnehmer.
Das Meer vor Island war eine mögliche Malvorlage für die Initiator Klaus Bach und seine Teilnehmer.

In einem Malkurs von Klaus Bach können die Teilnehmer in Gemeinschaft ihre Kreativität ausleben.

shz.de von
18. August 2018, 07:00 Uhr

Im Naturkundemuseum (und ab sofort im Richard-Haizmann-Museum, Nebeneingang) haben die Kreativen eine neue Heimat. Das Offene Atelier lockte bereits erste Interessierte zum gemeinsamen Malen. Initiator ist Klaus Bach.

„Das Offene Atelier schafft einen Raum, in dem wir uns frei bewegen können“, sagt Bach. „Hier kann jeder ohne Bewertung seine Kreativität ausleben und neu entdecken sowie neue Erfahrungen machen. Es ist kein Malkurs im klassischen Sinn, sondern ein kreatives Arbeiten in Gemeinschaft und ein gegenseitiges Lernen.“

Mit dem gemeinsamen Austausch begann der Abend. So berichtete Petra Drinkmann von ihren eigenen Erfahrungen. „Ich male seit Kindheitstagen. Mein Vater hat mir beigebracht, nach Raster zu malen. Davon möchte ich ein wenig wegkommen. Malen bedeutet für mich Meditation, ich bin bin dann ganz weg. Ich arbeite mit Kreide, zumeist gestalte ich nach einem Foto und versuche es in Kreide umzusetzen. Zudem ist es praktisch, vor der Haustür ein solches Angebot zu finden.“

In der Zwischenzeit wurde der Tisch vorbereitet, abgedeckt mit Papier. Klaus Bach packte seine große Kiste aus. Darin befanden sich Farben, Pinsel, Malstifte und Zeichenblocks. Beim Offenen Atelier kann selbständig kreativ mit allen möglichen Farben und Zeichenmaterialien gemalt oder gezeichnet werden.

„Ich fand das Angebot spannend“, sagte Sabrina Kosinska, eine weitere Teilnehmerin. „Ich möchte mein Hobby wieder aufleben lassen. Dazu ist für mich ein fester Termin sehr hilfreich. Ich male am liebsten mit Öl, kann aber zuhause nicht alles stehenlassen.“

Klaus Bach zeigte den Teilnehmern ein Foto, dass das Meer vor Island zeigt, mit einem Felsblock im Wasser. Wer mochte, konnte es wie Bach selbst als Vorlage nehmen. Zu Beginn waren einige Teilnehmer noch unentschlossen über das Motiv. Auch Sabrina Kosinska suchte nach Inspiration und ging im Raum herum. „Was male ich nun?“ Sie ließ sich Zeit und Klaus Bach erzählte von seinem Werdegang als Galerist im Saarland und Mitglied in der Malgruppe von Herbert Andersen. Später habe er in einem Malsalon weitergearbeitet. „Mich fröstelt es“, sagte Petra Drinkmann, als sie das Island-Foto betrachtet. Dennoch nahm sie die Anregung auf, wählte aber wärmere Farben.

„Das freie Spiel und das offene Experiment bilden den Ausgangspunkt kreativer Prozesse, da hierdurch unser instinktiv vorhandenes motivations- und interessengesteuertes Lernverhalten angesprochen wird“, erläuterte Bach. Genauso verlief der Abend. Christine Esch hatte inzwischen ihr buntes Sommer-Herbstbild mit Berg und Bäumen begonnen. Das Werk wurde durch ständiges Ergänzen und Übermalen immer dichter und kompakter. Nebenbei unterhielt sich der Kreis der Kreativen dann und wann, ohne sich zu stören. Die Atmosphäre war entspannt. Gegen Ende des Abends legte Klaus Bach Musik auf. Die meisten der Freizeitkünstler waren fertig und zufrieden. „Das hat Spaß gemacht“, war die einhellige Meinung. Der Testlauf ist gelungen und wird nächsten Montag, 19 Uhr, fortgesetzt. Wer mag, kann einfach dazustoßen -in neuen Räumen. „Ab sofort geht es ins Richard Haizmann Museum“, teilte Klaus Bach begeistert mit. „Uns steht die Malschule als Arbeitsraum zur Verfügung, mit etwa zehn Arbeitsplätzen und hervorragender blendfreier Beleuchtung. Zusätzlich können wir den riesigen Dachboden nutzen, um unsere Bilder abzustellen oder trocknen zu lassen.“ Malutensilien sind mitzubringen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen