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Nordfriesland Tageblatt

20. August 2017 | 02:38 Uhr

Musikerlebnis : Konzertanter Gottesdienst

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Der Männerchor des Heiligen Wladimir aus Moskau präsentierte sich anlässlich des Tages des offenen Denkmals in der Karlumer St. Laurentius-Kirche. Die acht hervorragend geschulten Sänger boten Sätze aus orthodoxen Messen. Sie sind zurzeit in Deutschland auf Tournee, um das Moskauer Kinderkrankenhaus des Heiligen Wladimir finanziell zu unterstützen.

Einen konzertanten Gottesdienst liturgischer Art erlebten die Zuhörer anlässlich des Tages des offenen Denkmals in der Karlumer St.-Laurentius-Kirche. Zu Gast war der Männerchor des Heiligen Wladimir aus Moskau, der den Gottesdienst zusammen mit Pastor i.R. Günther Barten und der örtlichen Organistin Heike Reimers gestaltete.

Dabei wiederholte oder ergänzte der Männerchor die jeweils zuvor von Pastor Barten in deutscher Sprache gesprochenen Teile der Liturgie musikalisch, indem er sie unter der Leitung von Nikolaj Boglewskij in russisch-orthodoxen, durchgehend homophon gesetzten Vokalsätzen andachtsvoll erklingen ließ. Heike Reimers steuerte auf der Paschen-Orgel zwei fantasievoll registrierte und sicher interpretierte barocke Sätze von Johann-Sebastian Bach bei: zum Auftakt das Paeludium c-moll, Nr. 7, und zum Ausklang das erste Präludium (C-Dur) aus dem „Wohlthemperierten Clavier“ (BWV 468, Nr. 1), das als harmonisches Gerüst des allseits bekannten „Ave Maria“ von Charles Gounod zu besonderen Ehren kam. Auch begleitete sie die von der Gemeinde jeweils mit sämtlichen Strophen gesungenen Choräle „Wer nur den lieben Gott lässt walten“, „Gott, den Vater ewig preist“ und „Ewig fest steht das Kirchenhaus“.

Günther Bartens Predigt stützte sich zum einen auf das Evangelium des Tages, einen Auszug aus Matthäus VI, der dazu ermutigt, sich im Vertrauen auf Gott keine unnötigen Sorgen zu machen. Zum anderen wies er auf den Begriff des Gotteshauses als „Denk-mal“ hin, fordere dieser doch dazu auf, mal ernsthaft über die Rolle der Kirche – als Gebäude wie auch vor allem als Institution – im eigenen Leben nachzudenken.

Den größten Teil des Programms gestaltete der aus acht hervorragend geschulten Sängern bestehende Männerchor, der zurzeit in Deutschland eine Tournee absolviert, um das Moskauer Kinderkrankenhaus des Heiligen Wladimir finanziell zu unterstützen. Er präsentierte sich als ein wohltuend ausgewogener Klangkörper, dessen Bass durch extreme Tiefe und erstaunliche Stimmkraft ein solides Fundament bildete und dessen obere Stimmen – sehr variabel und dynamisch vorbildlich abgestuft – sich durch saubere Intonation und klar verständliche Aussprache auszeichneten.

Der A-cappella-Chor interpretierte mehrere Sätze aus orthodoxen Messen („Kyrieeleison“, „Gloria“ und andere) in einer Weise, die dem Publikum unter die Haut ging, sang den Text des Psalms Nr. 103 wie auch das extrem gefühlvolle Lied „Ich bete an die Macht der Liebe“.

Als konzertante Zugabe machte er seine Zuhörer mit dem Lebensweg eines Räubers vertraut, der am Ende seiner kriminellen Karriere in ein Kloster eintrat und sich viele Verdienste erwarb.

„Hoffentlich kommt der Chor bald mal wieder nach Karlum“, ließ sich beim Verlassen der Kirche ein spürbar begeisterter Gast vernehmen, der damit vermutlich die Meinung vieler Zuhörer zum Ausdruck gebracht hatte.

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erstellt am 11.Sep.2013 | 00:33 Uhr

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