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Konzert mit starken Kontrasten fasziniert das Publikum

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Alles war mit dabei: Am Wochenende gastierte der „Lekeryds kyrkokör“ aus Jönköping (Schweden) in der Lecker St. Willehad-Kirche und bot ein breit gefächertes Programm aus skandinavischen Kirchen- und Volksliedern sowie Pop- und Filmmusik. Die musikalische Leitung des hervorragend geschulten Kirchenchores lag in den Händen von Magnus Engholm, der seine insgesamt rund 30 Sänger am Keyboard begleitete, das er überwiegend als Klavier programmiert hatte, diesem aber bei moderneren Sätzen auch elektronische Streicherregister hinzumischte. Die Moderation übernahm in informativer und zugleich humorvoller Weise Jonas Magnussen, dessen gute Kontakte zur Nordsee Akademie und Kirchengemeinde Leck zum Besuch des Chores geführt hatten. Seit 19 Jahren arbeitet er an der Durchführung der jährlichen „Internationalen Sommerkurse“ der Akademie erfolgreich mit. Seiner Bitte, den schwedischen Chor, dem er selbst als Sänger angehört, anlässlich einer Sommerreise einmal im Lecker Gotteshaus auftreten zu lassen, hatte die Kirchengemeinde mit Freude stattgegeben, wie Pastor Stefan Möbius dem Publikum mitteilte.

Mit dem fröhlichen „Bufärdsmarsch“, einem Volkslied, das üblicherweise gesungen wird, wenn das Vieh aus dem Stall auf die Weide getrieben wird, zog der Chor ins Kirchenschiff ein und nahm im Altarraum Aufstellung. Sodann sang er einen kirchlichen Lobgesang zu Ehren Gottes und einen gefühlvollen Popsong, der die Liebe pries. Schon bei diesen Beiträgen wurde deutlich, dass der Chor ein wohltuend ausgeglichenes Klangbild bot, sauber intonierte und sich von der trockenen Raumakustik unbeeindruckt zeigte. Es folgten vier romantische Lieder, in denen die Stimmung einer Mittsommernacht, der Ratschlag, sich im Sommer nicht im Hause zu verkriechen und die Schönheit der Natur eindrucksvoll angesprochen wurden. Mit dem Lied „Uti vaar hage“ und dem Choral „Blott en dag“ wurde ein Brücke nach Schleswig-Holstein geschlagen. Denn ersteres befindet sich auch im Liederbuch des Schleswig-Holsteinischen Sängerbundes („Draußen, da wachsen blau’ Beeren am Rain“), letzterer im Evangelischen Kirchengesangbuch („Der Lärm verebbt, die Last wird leichter“, EKG 637). Bei drei Gesängen präsentierten sich auch versierte Gesangssolisten. So trug die Sopranistin den Ratschlag vor, man sollte nie schlafen, um das Sommerwetter voll zu nutzen, und glänzte Chorleiter Magnus Engholm als sich selbst begleitender Bassist mit dem hoffnungsvoll verträumten Gesang „Stadt im Licht“. Zu den Höhepunkten des Abends zählte der von Erika Zander-Lutgard anrührend dargebotene „Gesang der Gabriella“ aus dem Film „Wie im Himmel“: ein wahrer „Gänsehaut-Titel.“ Beim hochromantischen Lied „Sa skimrade var aldrig“ wurde die Intensität der Gefühle durch Verwendung einer herberen Harmonik effektvoll gemildert. In starkem Kontrast zueinander standen „Kind im Haus“ aus einer norwegischen Messe und der mitreißende, jazzartig arrangierte Lobgesang „Lobe den Herren“.

In einer Abendandacht griff Pastor Stefan Möbius den Gedanken der Hoffnung auf, indem er den Bibelspruch „Er wird den glimmenden Docht nicht auslöschen (Jesaja 42, Vers 3) zeitgemäß interpretierte. Zwei sakrale Country-Songs – „ Blessed Assurance“ und „Sitting at the feet of Jesus“ – leiteten über zu Dankesworten, bevor das reguläre Programm mit dem Lied „Ich erhole mich fröhlich bei dir“ (Bent Anderson) ausklang. Aufgrund des lange gespendeten Beifalls des Publikums wartete der Chor noch mit zwei schmissigen Zugaben auf. „Ihr dürft gern wiederkommen“, rief Pastor Möbius den Sängern zu.

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erstellt am 30.Aug.2015 | 13:58 Uhr

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