Leckfeld : Konversionskosten: Debatte vertagt

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Gemeindechefs und Amtsdirektor wollen Verhandlungen zum ehemaligen Flugplatz erst nach Kommunalwahl fortsetzen.

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07. Februar 2018, 03:46 Uhr

Südtondern | Eine mehrstündige Sitzung haben kürzlich die Bürgermeister der Gemeinden Leck, Tinningstedt und Klixbüll gemeinsam mit Amtsdirektor Otto Wilke abgehalten. Thema der Zusammenkunft: die Zukunft der Konversionsplanung des ehemaligen Nato-Fliegerhorstes, die sich die drei Anrainer-Gemeinden zusammen auf die Fahnen geschrieben haben. Die gute Nachricht: Es besteht grundsätzlich der Wunsch, die interkommunale Kooperation in der Umsetzungs- und Investitionsphase fortzuführen.

Allerdings: Laut Bürgermeister Andreas Deidert steht am Ende des Haushalts 2018 für Leck ein Defizit von 1,5 Millionen Euro – aufgrund dieser angespannten Finanzlage hatte Deidert seine Amtskollegen Werner Schweizer (Klixbüll) und Dirk Enewaldsen (Tinningstedt) bereits im November 2017 ersucht, eine neue Aufteilung für künftige Konversionkosten zu diskutieren (wir berichteten). Bisher lautet die Aufteilung wie folgt: Leck trägt 75 Prozent, Tinningstedt 15 Prozent und Klixbüll 10 Prozent der Kosten.

Die wichtigen Ergebnisse der Konferenz: Diese im noch laufenden Kooperationsvertrag fixierte 75/15/10- Kostenaufteilung läuft solange, bis die Planung der Projekte abgeschlossen ist. Mit Blick auf die Kommunalwahl am 6. Mai haben sich die Beteiligten geeinigt, dass das Konversionsprojekt Flugplatz keinesfalls als Wahlkampf-Thema genutzt werden sollte. Debatten über eventuelle Neuaufteilung von Kosten sollen erst Ende Juni fortgesetzt werden. Zur Verhandlung stünden dann die Umsetzung der Projekte, Investitionshöhe und Beteiligung an der Gewerbesteuer.

Geplant sind unter anderem ein Airpark mit Sonderlandeplatz für luftfahrtaffines Gewerbe sowie ein Fly-in-Village, bei dem nicht nur gelandet, sondern auch übernachtet oder gar gewohnt werden könnte. Südlich der Landebahn soll ein Business-Park Raum für Gewerbe von nah und fern bieten, hier haben zum Beispiel Investoren aus Dubai Interesse bekundet, eine Störzucht zur Kaviar-Produktion zu betreiben. Auch die mögliche Ansiedlung von Rechenzentren spielt in den Planungsgedanken immer wieder eine Rolle.

Erst vor rund zwei Wochen hatte das Kieler Umwelt-Ministerium offiziell den Weg südlich der Landebahn freigemacht und mitgeteilt, dass ein geplantes Naturschutzgebiet ausschließlich auf Flächen nördlich der Start- und Landebahn ausgewiesen werden soll. Laut Amtsdirektor Wilke wurde dieser Kompromiss durch den gemeinschaftlichen Einsatz der drei Gemeinden erreicht, aber auch durch die Bereitschaft Tinningstedts, Flächen abzugeben, um das ausgewiesene Naturschutzgebiet nördlich der Landebahn um Flächen außerhalb des Flugplatzbereiches zu erweitern. Die Fläche für den geplanten Prüfstand des Kraftfahrtbundesamtes bleibt im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima).

„Wir hoffen, dass wir die Planungsphase bis zum Ende der Sommerferien abgeschlossen haben“, sagt Otto Wilke. Danach stünden Durchführungsverträge mit der Bima und den drei Gemeinden an. „Dann folgt die Umsetzungsphase, in der wir versuchen werden, weitere Partner und Fördermittel zu gewinnen“, so Wilke weiter, der betont, wie wichtig das Projekt für ganz Südtondern ist: „Wir haben das erste Mal die Chance, ein Projekt dieser Größenordnung gemeindeübergreifend auf den Weg zu bringen. Ich wünsche mir, dass sich in der Umsetzungsphase weitere Gemeinden beteiligen“, sagt der Amtsdirektor.

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