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Nordfriesland Tageblatt

29. Juni 2017 | 11:17 Uhr

Konflikte durch Tanzen dargestellt

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Gelebte Integration vor Ort: In einer vollen Stadthalle gab es viel Applaus für eine bemerkenswerte Aufführung

17 Schüler aus dem Niebüller DAZ-Zentrum und acht junge Teilnehmer aus der Emil-Nolde-Schule Neukirchen stellten ihr Projekt „Choc-Affait“ vor. Eine bunt gemischte Truppe von 13 bis 17-Jährigen, die sich vorher nicht kannten. Tanzpädagogin Stela Korljan, die schon des öfteren in Neukirchen tätig war, leitete den viertägigen Kompaktworkshop. „Wir wollten mit dem Mittel Tanz diverse Themen, die die Schüler eingebracht haben, darstellerisch bearbeiten“, sagte die Flensburgerin.

Dabei ging es um den Klimawandel, Kinderarbeit, Fairtrade – und wie man gemeinsam etwas verändern kann. „Die Schüler haben die Ideen vorgeschlagen, die wir dann improvisatorisch umgesetzt haben“, berichtete die Tanzpädagogin. Alle waren mit Feuereifer dabei – und haben sich so näher kennen gelernt. Die Niebüller Schüler stammen aus Eritrea, Syrien, Jemen oder Afghanistan und haben sich in Nordfriesland gut eingefunden. Doch jetzt gab es näheren Kontakt durch aktives Tun. „Das, was wir hier machen, ist gelebte Integration“, betonte Stela Korljan in ihrer Rede. „Wir haben einen tollen Flickenteppich aus unterschiedlichen Vorstellungen zusammengesetzt.“ Der gemeinsame Umgang hat die Workshopteilnehmer fasziniert und als Gruppe zusammengeschmiedet. Herauskam eine eindrucksvolle Inszenierung, die durch Ideenreichtum bestach und durchaus professionell über die Bühne kam. Viel Bewegung, viele starke Momente, die die Zuschauer bewegten und in ihrer Aussage erreichten. Neukirchens Schulleiterin Petra Christansen, Stadtmarketingleiter Holger Heinke und Lara Knigge vom Kulturbüro Niebüll zeigten sich ebenso begeistert wie Ferdinand Sönnichsen vom Verein des Naturkundemuseums. Niebüll hat sich bekanntlich dem Thema Fairtrade verschrieben und jeder weiß: „Es geht nur gemeinsam!“ Die Zuschauer feierten die Aufführung des interkulturellen Projekts mit lang anhaltendem Beifall. Die Veranstaltung gehörte zum Programm der „Deutschen Tage für Nachhaltigkeit“ und „Schule trifft Kultur in Schleswig-Holstein“ und wurde gefördert von der Mercator Stiftung, wie Kulturvermittler und Fachlehrer für Darstellendes Spiel Uwe Thomsen erläuterte. Er begleitete das Projekt für den Kurs „Gestalten“ an der Emil-Nolde-Schule.

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) hatte zum sechsten Mal zu den Deutschen Aktionstagen Nachhaltigkeit aufgerufen. Jeder konnte sich beteiligen und im eigenen Umfeld etwas bewegen: Privatpersonen, Vereine, Kirchen, Schulen, Unternehmen, Kommunen, Ministerien und weitere Akteure. Einzige Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass die eigene Aktion einen Bezug zu den globalen Nachhaltigkeitszielen der UN hat. 2016 fanden mehr als 1800 Aktionen statt. „Von nachhaltigen Stadtführungen über Kochevents mit Resten bis zu Handysammelaktionen oder gemeinsamen Garteneinsätzen – die vielfältigen, kreativen Aktionen zeigen uns, dass jedes Jahr immer mehr Menschen mit immer innovativeren Ideen Nachhaltigkeit bereits leben“, erklärt Marlehn Thieme, Vorsitzende des RNE.

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erstellt am 07.Jun.2017 | 09:36 Uhr

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