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Nordfriesland Tageblatt

19. September 2017 | 20:41 Uhr

Kommt der Kita-Anbau nun doch?

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Gemeindevertreter schwenkten an sich auf einen Neubau um – nach einigen Krisensitzungen stehen die Zeichen nun doch auf Erweiterung.

shz.de von
erstellt am 28.Jun.2017 | 06:00 Uhr

Aufregende Wochen liegen hinter Bürgermeister Werner Klingebiel, seinen Gemeindevertretern, dem Kita-Team und auch den Eltern der wachsenden Gemeinde Stadum, in der es bereits jetzt ein Mangel an Kindergartenplätzen gibt. Doch die bereits vor einem Jahr von der Kommunalpolitik beschlossene Erweiterung des Kindergartens wurde während der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter gekippt. An sich sollte in den bevorstehenden Sommerferien mit den Bauarbeiten an der Straße Dorflücken begonnen werden. Doch die rasant gestiegenen Baukosten sowie die Nähe zur Chlormischanlage des benachbarten Freibades brachten plötzlich statt eines Anbaus einen Neubau des Kindergartens an der westlichen Ecke des Sportplatzes aufs Tableau. Dies hätte eine Verzögerung von zwei bis drei Jahren bedeutet.

„Unzumutbar, besonders für die Mitarbeiter und Kinder der Krippengruppe, die schon seit zwei Jahren in Containern untergebracht ist“, sagt Werner Klingebiel. Doch nach einigen kurzfristig einberufenen Sondersitzungen hinter verschlossener Tür – eine davon am Montagabend – scheint ein Anbau und damit ein baldiges Ende der Container-Betreuung nun doch wieder möglich. „Bisher gab es allerdings nur Krisenmanagement, ohne einen Beschluss der Gemeindevertretung läuft gar nichts“, betont der Bürgermeister. Diese wird aus dem genannten dringenden Anlass bereits übernächste Woche wieder tagen.

250  000 Euro sind im laufenden Haushalt für die Erweiterung der Evangelischen Kindertagesstätte Stadumer Arche eingestellt – als größte Investition der 1000-Einwohner-Gemeinde in diesem Jahr. Diese hat sich nach der Ausschreibung allerdings auf eine Summe von bis zu 450  000 Euro erhöht. Dazu wurde während der jüngsten Gemeindevertretung die Nähe zur Chlormischanlage des Stadumer Schwimmbads thematisiert, in der das Kita-Team eine mögliche Gesundheitsgefährdung für Kinder und Mitarbeiter sieht. Zwei Gründe, die die Mehrheit der Gemeindevertreter veranlasste, die Notbremse zu treten und den Beschluss von vor einem Jahr wieder einzukassieren. Mit vier Ja- und zwei Nein-Stimmen votierten die Kommunalpolitiker dafür, den Anbau unter den derzeitigen Voraussetzungen zu verwerfen und stattdessen einen beschleunigten Neubau auf den Weg zu bringen.

Doch nun scheint es zu einer erneuten Wende gekommen zu sein. Das liegt zum einen an einer mittlerweile vorliegenden Unbedenklichkeitserklärung mit Blick auf die Chlormischanlage des Schwimmbades. Denn für diese werde laut Bürgermeister Chlor weder als Flüssigkeit noch in Gasform verwendet, sondern in Form von gepressten Tabletten, die sogar in die Hand genommen werden könnten. „In den Mund sollten diese aber natürlich nicht gesteckt werden“, sagt Werner Klingebiel.

Auch an den Baukosten wurde kräftig gefeilt, auf einiges Verzichtbare verzichtet und eine gewisse Eigenleistung miteingeplant. Nun liegen die Kosten für einen Anbau bei rund 360  000 Euro – wohl vertretbar für eine Mehrheit der Gemeindevertreter, zumal auch noch mit Zuschüssen gerechnet werden kann. Diese würden allerdings verfallen, wenn mit den Bauarbeiten nicht in diesem Jahr begonnen wird.

Doch selbst wenn die Gemeindevertreter in zwei Wochen wieder für den Anbau stimmen, ist dann der Zeitplan überhaupt noch zu halten? „Wir hoffen es sehr, mit den betroffenen Firmen konnten die Fristen verlängert werden“, sagt der Bürgermeister. Elementar wichtig sei es natürlich, die Sommerferien als Bauzeit für die Erweiterung des roten Backsteingebäudes in Richtung Norden zu nutzen. Dann wären auch die Fördergelder sicher, „selbst wenn der Anbau in diesem Jahr nicht fertig wird“, sagt der Bürgermeister.

Doch eine Fertigstellung der Erweiterung, die einen Raum für die Krippengruppe, einen Wickel- und einen Personalraum umfasst, noch vor dem Winter wäre erstrebenswert. Denn besonders in der kalten Jahreszeit, in der zudem weniger Zeit unter freiem Himmel verbracht werden könne, sei der Aufenthalt in den Containern eine Zumutung. Neben der Feuchtigkeit ist das größte Problem, dass sich die grauen Provisorien bei Kälte nur langsam erwärmen lassen. „Dabei ist eine kuschelige Atmosphäre gerade für die Krippenkinder besonders wichtig“, sagt Werner Klingebiel. Wichtig sei auch, dass alle Gruppen und Mitarbeiter der Stadumer Arche wieder unter einem Dach vereint und nicht wie derzeit durch das Schulgebäude getrennt sind. Dadurch sei ein schöneres Miteinander möglich, und auch personell habe die Betreuung unter einem Dach Vorteile, sagt Stadums Bürgermeister. 

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