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Abi Wallenstein : Können, Perfektion und Gefühl

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Das Leck-Huus wurde zum Blues-Huus: Legende Abi Wallenstein lockte mit seiner Band Fans von nah und fern zum Konzert

Ein kleines, feines Konzert in intimer Atmosphäre begeisterte die Blues- und Rockfans im Bürger- und Kulturhof Leck-Huus: Die Band „Abi Wallenstein & Blues Culture“ überzeugte mit ihrer Musik, die in die Beine und Arme ging, unter die Haut drang und die Seele berührte.

Abi Wallenstein trat in Leck bereits mehrmals auf. Doch das ist lange her. Nun kam er mit seiner Band, die als „Trio Infernal“ gehandelt wird und sich in der Roots Music Szene in Europa einen Namen gemacht hat. Harpspieler Steve Baker gehört dazu, und auch Martin Röttger mit seiner Cajon. Doch Letzterer fiel wegen Krankheit aus. Schlagzeuger Oliver Spanuth sprang spontan ein. „Das ist unser großes Glück und tut der Sache keinen Abbruch“, versicherte der Deutsch-Brite Steve Baker. Er sollte Recht behalten. Schließlich ist Oliver Spanuth ein gefragter Könner auf seinem Instrument, begleitete unter anderem Stefan Gwildis, Uwe Ochsenknecht, Big Daddy Wilson und Ian Cussick.

Die drei Musiker legten gleich los, forderten bereits beim zweiten Song zum Mitsingen auf. Das ließen sich die Fans nicht zweimal sagen und schmetterten auch beim nächsten Stück „Shake your boogie“ mit. „Sweet home Chicago“ schwärmte Abi Wallenstein und schlug mit Leichtigkeit die Brücke zu Leck, „sweet Leck“, und zauberte damit natürlich ein Lächeln auf die Gesichter der Zuhörenden. Tiefen Blues, wilden Boogie, schrägen Rock und herzzerreißende Balladen hatte das Trio mit im Gepäck, coverte Songs und präsentierte Eigenstücke wie „Drive me crazy“, „True love of my life“ oder „Ramona“, ein Blues mit leichtem Rumba-Einfluss.

Die Band bestach nicht durch eine aufwendige Show, sondern durch Können, Perfektion und Gefühl. Wolfgang Streubel aus dem Publikum brachte es auf den Punkt: „Die machen keine Musik. Sie sind Musik!“ Nicht nur aus der Region waren die Konzertbesucher angereist, beispielsweise kam ein Ehepaar aus Husum, und Uwe Neumann aus Oeversee sagte: „Das wollte ich mir nicht entgehen lassen!“ Insbesondere der charismatische Abi Wallenstein, Vaterfigur der Hamburger Blues-Szene, zog die Zuhörer mit seiner unverwechselbaren, rauen Stimme und seinen flinken Fingern auf den Gitarrensaiten auf seine Seite. Dass er just zum vierten Mal hintereinander mit dem German Blues Award ausgezeichnet wurde (Kategorie Vocal und Solo/Duo), hing er nicht an die große Glocke. Sein Spiel und Gesang waren ihm wichtiger. Daneben glänzte sein Weggefährte Steve Baker. Immer wieder erntete der Mundharmonika-Maestro Zwischenapplaus für seine Intonierungen auf den kleinen Instrumenten. Mehr als 50 Harps, in einem Extra-Koffer ordentlich aufgereiht, gehören zu seinem Equipment. Allein der richtige Griff zur rechten Zeit verlange ein Gedächtnistraining, meinte Baker schmunzelnd. Nicht von ungefähr wird die Leitfigur für zahlreiche Nachwuchsspieler für seine hervorragende und eigensinnige Spielweise wie auch für seine Fachbücher gerühmt.

Das Trio erntete Bewunderung und Lob für seine sehr gute, handgemachte Musik. Das Publikum kam immer mehr aus sich heraus – und es hätte auch nach zwei Zugaben gern noch weitergehen können.

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erstellt am 06.Okt.2014 | 09:00 Uhr

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