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Würgeschlange in Leck : Königspython auf Abwegen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

In Leck ist eine 80 Zentimeter lange Würgeschlange ausgebüxt. Die Polizei setzt auf Hinweise aus der Bevölkerung, um das Tier zu finden.

Leck | Der Schreck war groß, als Passanten am Sonntag gegen 5 Uhr früh im Lecker Lindenweg auf einen etwa 80 Zentimeter langen Königspython trafen. Ein Schnappschuss ist alles, was von der ungewöhnlichen Begegnung zeugt, bevor das Tier in unbekannte Richtung davonschlich.

Die gelbbraun gemusterte Schlange gehört zu den Würgeschlangen und ist ungiftig. In der Natur hat sie in unseren Breiten jedoch nichts zu suchen, denn üblicherweise wird sie in Terrarien gehalten. Die Passanten informierten die Polizei, die das Tier bislang aber noch nicht einfangen konnte und jetzt auch auf Hinweise aus der Bevölkerung setzt. Wem die Schlage gehört, ist inzwischen klar. Die Mutter des Halters hat das Tier als vermisst gemeldet, denn der Besitzer selbst ist derzeit noch in Urlaub.

„Die Bedingungen draußen sind für die Schlange momentan gut: Sie kommt ursprünglich aus Afrika und mag es warm, auch die Luftfeuchtigkeit ist gut für sie“, sagt Ralf Osnabrügge von der Reptilien-Hilfe Husum. Einfach werde es nicht, den Königspython auf Abwegen zu entdecken: „Das Tier wird zusehen, dass es wegkommt, wenn sich Menschen nähern“, sagt der Reptilien-Experte.

Vermutlich werde sich der Ausreißer in Nähe von Büschen oder Teichen aufhalten, um dort Nahrung wie etwa Mäuse zu finden. „Sie kann sich aber auch tagsüber zum Beispiel in Kaninchen-Bauten, im Gulli oder Carports verstecken.“ Allerdings sei es gut möglich, dass sich der dämmerungs- und nachtaktive Python in der Sonne aufwärme, um auf Betriebstemperatur für die Jagd zu kommen.

Wer die Schlange entdeckt, sollte unverzüglich die Polizei über den Standort informieren. „Es ist ratsam, sie nicht anzufassen, damit sie nicht anfängt, sich zu verteidigen“, erklärt Pressesprecher Matthias Glamann von der Polizeidirektion Flensburg.

Angst davor, erwürgt zu werden, brauche jedoch niemand zu haben, sagt Schlangen-Fachmann Ralf Osnabrügge, der selbst derzeit drei Königspythons zu Hause hat. Allerdings warnt er davor, das Tier zu provozieren. „Wenn der Hals eine S-Form bildet, dann wird sie zuschnellen.“ Der Biss bringe zwar niemanden ins Krankenhaus, könne aber schmerzhaft werden: „Die Zähne des Tieres sind nach innen gerichtet. Wenn man im Reflex zurückzuckt, dringen sie erst recht in die Haut ein.“

Wer allerdings zufällig einen Stoffbeutel dabeihabe, könne versuchen, die Schlange damit zu fangen. Osnabrügge: „Den Beutel vor die Schlange auf den Boden legen und ein bisschen aufhalten, dann kriecht sie mit etwas Glück selbst hinein, weil es dort dunkel scheint und sie sich verstecken will. Dann einfach den Beutel zuknoten und ab zur Polizei mit dem Ausreißer.“

Wenn das Tier aber in den nächsten Monaten nicht gefangen wird, erledigt sich das Problem von allein: „Wie gesagt, der Python ist ein Afrikaner. Den Winter wird er in Freiheit nicht überleben“, sagt Osnabrügge.

Sachdienliche Hinweise werden an die Polizeistation Leck unter 04662/891260 oder an jede andere Polizeidienststelle erbeten.

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erstellt am 06.Aug.2014 | 07:30 Uhr

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