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Hauptausschuss Niebüll : Kneipp-Verein fordert höhere Beiträge

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Mitglieder des Hauptausschusses Niebüll diskutieren Mitgliedsbeitrag für Gesundheitsorganisation in Südtondern.

Die jüngste Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses unter der Leitung von Bettina Sprengel (Foto Mitte) brachte in Sachen Finanzen neue Erkenntnisse – und bot zudem die Chance, zuvor gefasste Beschlüsse zu überdenken. Unter anderem davon betroffen war die geplante Einsparung des Mitgliedsbeitrages der Stadt an den Kneipp-Verein Südtondern.

Im Zuge der Haushaltsberatungen für 2017 – am 18. November 2016 – hatte der Ausschuss eine Reduzierung des Mitgliedsbeitrages von 250 auf 100 Euro beschlossen. Als die Verantwortlichen dies erfuhren, besuchte der Vorstand des Kneipp-Vereins in der Sprechstunde vom 23. März Bürgermeister Wilfried Bockholt. Sie baten darum, die Reduzierung des Beitrages der Stadt zu überdenken und zumindest nicht in dem angedachten Rahmen eine Kürzung vorzunehmen.

Ihre Kritik begründeten sie unter anderem damit, dass alle Angebote des Kneipp-Vereins für die Teilnehmer kostenlos seien. Zudem bekamen die Mitglieder des Ausschusses als „Futter“ mitgeteilt, dass die Mitglieder des Vereins jedem Interessierten, auch Gästen, zum Beispiel aus der Jugendherberge, regelmäßig Kneipp-Unterweisungen an der Wehle anböten.

Der Kneippverein – dessen Ziel es ist,
„sich mit Hilfe der Kneipp’schen Lehren aktiv für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen zu engagieren“ – bemühe sich zudem ehrenamtlich um den Kräutergarten an der Jugendherberge, einen Teil der Niebüller Stadtpfade und finanziere Neubepflanzungen und vieles mehr aus der eigenen Vereinskasse. Als Trumpf bewerteten sie zudem ihre Aktivität: „Der Kneippverein ist regelmäßig Mitausrichter der Niebüller Gesundheitstage und unterstütze diese sehr engagiert“, hieß es auf der Sitzung im Rathaus. Außerdem veranstalte die Gesundheitsorganisation zudem Informationsabende in der Begegnungsstätte – und entrichtet dafür einen Obolus an die AG Begegnungsstätte.

„Durch die aufgezeigten Leistungen wird der Verein stark in Anspruch genommen und es wäre eine Anerkennung für das ehrenamtliche Engagement vom Kneippverein es bei einem höheren Beitrag zu belassen“, formulierte es ein Amtsvertreter im Namen der Vereins-Vorsitzenden, Ilona Hahn-Nissen. „Es war ein voreiliger Beschluss, ist ungünstig gelaufen“, gab SPD-Fraktionschef Thomas Uerschels in der Debatte zu. Er könne mit einer Rücknahme beziehungsweise Aufstockung auf 200 Euro leben.

Uwe Christiansen und Bernd Neumann (beide CDU) wollten da nicht zurückstehen und votierten für eine Beibehaltung des alten Betrages. SSW und SPD erklärten sich schnell einverstanden, so dass der Kneippverein weiterhin mit 250 Euro rechnen kann.

Auch beim Thema Zuschuss an den Handels- und Gewerbeverein (HGV) bei der Weihnachtsbeleuchtung ging es großzügig zu. Bislang hatte der der Verein 500 Euro erhalten, bat nun jedoch darum, diesen Beitrag um 2000 Euro auf insgesamt 2500 Euro aufzustocken. Diese gewaltige Forderung hatte bereits im Wirtschaftsausschuss für Diskussionen gesorgt.

So habe das Technische Hilfswerk statt 3500 Euro nunmehr mit 7600 Euro über das Doppelte verlangt, hieß es damals. Dem widersprach Udo Petersen, der als THW-Ortsbeauftragter spontan Auskunft geben konnte. Um die Kuh vom Eis zu ziehen, das Wörtchen Beleuchtung galt es zu vermeiden, habe es einen Wettbewerb in der Wortfindung gegeben.

Die Zuwendung an den HGV sollte zunächst unter dem Titel „allgemeine Aktivitäten“ firmieren – so der Vorschlag von Thomas Uerschels. „Es handelt sich ja um mehr als das Geld für die Weihnachtsbeleuchtung, nämlich auch um das ganze Drumherum“, sagte er in der vergangenen Woche.

Nachdem zunächst alle genickt hatten, Gerhard Lützen (SSW) jedoch den Begriff „für die Weihnachtszeit“ in die Runde warf, ergriff die Vorsitzende das Wort. „Für die Gesamt-Dekoration“, lautete die Ansage – und so wird der HGV auch semantisch beglückt. Der Teufel sitzt im Detail, wenn es um das Geld ausgeben geht: Die Umgestaltung des Schulhofes der Alwin-Lensch-Schule (ALS) wird ebenfalls teurer als gedacht, ist aber noch keine beschlossene Sache. Wie bei der Genehmigung von überplanmäßigen Aufwendungen im Zusammenhang mit der Sanierung der Dächer der Dienstwohnungen bei der Feuerwache Niebüll hat die Stadtvertretung das letzte Wort.

„Wir müssen es ordentlich und fachlich begründet abarbeiten, sonst gibt es ein Geschmäckle“, betonte Uwe Christiansen, als es auch hier um Mehrkosten, also eine Erhöhung der Gelder ging. So wird es nun geschehen – alle Anwesenden votierten einstimmig dafür.



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erstellt am 15.Mai.2017 | 04:07 Uhr

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