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Nordfriesland Tageblatt

11. Dezember 2017 | 16:57 Uhr

Dörpsmäher : Klixbüll setzt auf Roboter-Kraft

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Der Elektro-Fuhrpark der Gemeinde wächst: Zum Dörpscar kommt der Dörpsmäher. Das Projekt wird durch die Aktivregion gefördert.

shz.de von
erstellt am 21.Jul.2017 | 18:17 Uhr

Stinkende und knatternde Gemeinderasenmäher, die regelmäßig mit Personalaufwand über die Grünflächen von Sportplatz, Liegewiese und Altenheim bewegt werden müssen? Das gehört in Klixbüll bald der Vergangenheit an. „eE Dörpsmäher Klixbüll“ heißt das neue elektromobile Projekt der Gemeinde, für das sich die Gemeindevertretung einstimmig während ihrer jüngsten Sitzung ausgesprochen hat. Auch die Aktivregion hat Bürgermeister Werner Schweizer überzeugt – frisch zur Sitzung des Gemeinderates war die Zusage für eine Förderung des Dörpsmähers da.

„Die Gemeinde Klixbüll hat im Moment schon viel Glück, muss ich sagen“, gibt Bürgermeister Werner Schweizer zu, der die Idee zu dem Projekt „eE Dörpsmäher Klixbüll“ hatte. In der Tat gehört Klixbüll in jüngster Zeit eindeutig zu den Gewinnern. Gerade erst hat die Gemeinde ihr „Energieolympiade“-Preisgeld in Höhe von 7500 Euro und ein Siegerschild erhalten, um nur ein Beispiel zu nennen. Ein anderes Beispiel: Als einer von drei Orten im Land hat Klixbüll nach erfolgreicher Teilnahme an einem Wettbewerb der Schleswig-Holstein Netz AG Zugang zu einer besonderen Software und kann seit Kurzem gezielt Daten zusammentragen, um den CO2-Fußabdruck der Gemeinde messen – und zu optimieren. „In diesem Zusammenhang bin ich darauf gestoßen, dass es bei der Grünflächenpflege der Gemeinde Einsparpotenzial gibt“, erläutert Schweizer.

Rund 200 Arbeitsstunden fallen laut Klixbülls Bürgermeister bisher jährlich für das Rasenmähen in seiner Gemeinde an. „Das ist eine Menge Holz für den Gemeindearbeiter und eine Menge Kraftstoff, die da verfahren wird.“ Knapp 1000 Liter Benzin seien bis dato in seiner 1000-Einwohner-Gemeinde jährlich mit Traktor, Aufsitz- und Schiebemäher für die Grünflächenpflege verbraucht und dabei rund 3000 Kilogramm CO2-Ausstoß erzeugt worden.

Das soll sich durch die Umstellung auf elektrische Mähroboter ändern – und eine nachhaltige Unterhaltung der Grün- und Sportflächen in der Gemeinde gesichert werden. Wenn alles nach Plan läuft, werden noch in diesem Jahr zwei Roboter angeschafft, die den Sportplatz, die Liegewiese des Schwimmbades sowie die Grünflächen „Klixbüll Ecke“ und an der Seniorenwohnanlage mähen sollen. Die benötigten Kabel einzupflügen, um die selbstfahrende Mäher in Schach zu halten, ist dem Gemeindechef zufolge „ein Klacks.“ Angeschafft werden ein großer Mäher mit 1,05 Meter Schnittbreite, der zum Beispiel auch den Sportplatz pflegen soll, und ein kleineres elektrisches Gerät.

Die Gesamtkosten – Nebenkosten für Installation und Schutzhütten inklusive – belaufen sich auf 28  807 Euro. Die Förderquote der Aktivregion beträgt 65 Prozent der Nettokosten, somit 15  734,92 Euro. Der Sportverein beteiligt sich an dem Projekt mit 1000 Euro und die Bürgerstiftung voraussichtlich mit 5000 Euro. Die Restkosten trägt die Gemeinde. Geld, dass nach Ansicht des Bürgermeisters gut investiert ist: „Wir haben in Schleswig-Holstein so tolle Rohstoffe, aber nutzen sie kaum. Zumindest in Klixbüll mähen wir jetzt jedoch auch mit Strom vom Deich statt mit Öl vom Scheich“, sagt Schweizer.

Der Bürgermeister sieht nur Vorteile für den Einsatz der neuen Mitglieder in Klixbülls Elektro-Fuhrpark. Nicht nur CO2, sondern auch Geld und Emissionen würden im Vergleich zum Benzinantrieb eingespart. Zudem würden auch Arbeitskapazitäten des Gemeindearbeiters frei – für andere Dinge, die es in der Gemeinde zu erledigen gelte, wie Schweizer betont, auf keinen Fall solle und könne der Gemeindearbeiter eingespart werden. „Aber der Mann ist zu mehr fähig, als nur auf dem Rasenmäher zu sitzen.“


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