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Dorf mit Zukunft : Klixbüll schafft es ins Finale

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Gemeinde gehört zu den Top 7 des Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“.

Die Rede ist oft von der Landflucht, von den Folgen des demografischen Wandels und den verminderten Perspektiven im ländlichen Raum. Dass diesen Aspekten entgegengewirkt werden kann und dass das Leben in dörflicher Gemeinschaft durchaus konkurrenzfähig ist, davon will Klixbülls Bürgermeister Werner Schweizer überzeugen.

Seine Gemeinde zeigt sich selbstbewusst, denn aktuell macht sie beim Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ mit. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ehrt alle drei Jahre bürgerliches Engagement für eine lebenswerte Zukunft auf dem Land. Alle Dörfer mit bis zu 3000 Einwohnern können sich bewerben. Etliche Orte reichten Konzepte ein, sieben Gemeinden kamen jüngst in die engere Wahl – und darunter auch Klixbüll mit seinen 970 Einwohnern (weitere Gemeinden siehe Infokasten).

Nun kam die Wettbewerbs-Jury in den Norden, um sich vor Ort ein Bild vom Dorf an der B  199 zu machen. Zwei Stunden lang hatte Klixbüll die Chance, sich von seiner besten Seite zu zeigen. Mit seinem Team organisierte Werner Schweizer dafür eine Rundfahrt, um die Highlights des Ortes zu präsentieren.

Die Bewertungskommission setzt strenge Maßstäbe. Ausgezeichnet werden vorbildliche Gemeinden mit zukunftsfähigen Entwicklungsideen. Besonders gewürdigt werden soll, was eine Dorfgemeinschaft mit ehrenamtlichem Engagement ohne staatliche Förderung leistet. Kann das Klixbüll bieten? „Wir können“, ist Werner Schweizer überzeugt.

Das aus Gemeindevertretern und dem Bürgermeister bestehende Wettbewerbsteam listete der Bewertungskommission Klixbülls Innovationen auf. Attraktiv sei der Ort durch die Stärkung der Schule sowie Kindertagesstätte, durch die Modernisierung des Schwimmbades und den Bau des Dörpscampus, von dem die OGS und alle Vereine profitieren werden. Gemeindevertreter Rolf Friedrichsen referierte detailliert über den Dörpscampus und stellte fest: „Mit diesem wollten wir etwas schaffen, das von möglichst vielen Menschen möglichst multifunktional genutzt werden kann.“ Glücklicherweise könne Klixbüll einer Studie zufolge bis zum Jahre 2025 mit einem Einwohnerzugewinn von etwa sechs Prozent rechnen, da Zuzug von Sylt und anderen Inseln zu erwarten sei. Die Gemeinde habe die Initiative für das „Steady Power Projekt Klixbüll“ ergriffen, um die große Stärke der erneuerbaren Energien zu stabilisieren. Die Versorgung mit Windstrom erfolge durch Bürgerwindparks. Die Anbindung an den öffentlichen ÖPNV könne kaum besser sein. Große Entwicklungschancen für seine Gemeinde und die Nachbargemeinden Leck und Tinningstedt sieht Werner Schweizer auch in der Nachnutzung des einstigen Lecker Militärflughafens durch Ansiedlung wirtschaftlich gesunder Firmen auf der Konversionsfläche sowie durch Pflege des Flugsports.

Über die engagierte Arbeit des Klixbüller Kindergartens „Regenbogen“ wiederum sprach dessen Leiterin Kathrin Hansen, die dabei auch ihr intensives Bemühen um Inklusion und die enge und harmonische Zusammenarbeit mit der Grundschule Klixbüll hervorhob. Letztere konnte ihre Schülerzahl seit 2007 auf aktuell 105 Kinder verdoppeln. Wie Schulleiterin Edeltraud Dahmani berichtete, zähle zu den Attraktionen der Schule das Halten von Schafen, Hühnern und Bienen sowie die von den Kindern selbst durchgeführte Verarbeitung der von den Tieren gewonnenen Produkte.

Ist damit Klixbüll tatsächlich ein Dorf mit Zukunft? Der Jury unter Vorsitz von Helga Klindt (Vorstandsmitglied der Akademie für die ländlichen Räume Schleswig-Holsteins) zeigte sich während der Führung durchs Dorf beeindruckt. Klindt: „Es ist wichtig, dass man gern im Dorf wohnt, aber wichtig ist auch die Infrastruktur. Wenn wir es nicht schaffen, Arbeitsplätze in der Fläche zu halten und es nicht schaffen, Bildungsmöglichkeiten zu bieten, dann werden kaum junge Familien in die Dörfer ziehen.“

Am 12. November fällt die Entscheidung. Der schleswig-holsteinische Landessieger qualifiziert sich automatisch für den Bundeswettbewerb 2016. Und noch hat Klixbüll Hoffnung. Werner Schweizer: „Ich habe ein gutes Gefühl. Wenn wir gewinnen, ist das schön. Wenn nicht, ist es auch egal, weil wir durch den Prozess noch einmal einiges dazugelernt haben und auch schon wieder dabei sind, einiges zu ändern und zu verbessern.“

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erstellt am 04.Nov.2015 | 05:30 Uhr

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