Klingendes Lob aus drei Jahrhunderten

Gelungenes Konzert: Kantor Thomas Hansen und Vereinsvorsitzende Dr. Karin Tuxhorn.
Gelungenes Konzert: Kantor Thomas Hansen und Vereinsvorsitzende Dr. Karin Tuxhorn.

Verein der Freunde der St. Laurentius-Kirche in Karlum lud zu seiner 72. Benefizveranstaltung mit Chor und Instrumentalbegleitung

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07. Juli 2015, 13:28 Uhr

Als 72. Benefizveranstaltung des „Vereins der Freunde der St. Laurentius-Kirche in Karlum“ fand in dem von ihm betreuten, 800 Jahre alten Gotteshaus ein Chor- und Instrumentalkonzert statt, das inhaltlich ganz auf das Lob Gottes ausgerichtet war. Als Auftagkt zog die Regionalkantorei Südtondern – andächtig das Lied „Lobe den Herrn, meine Seele“ singend – mit ihrem Dirigenten, Kantor Thomas Hansen, feierlich ins Kirchenschiff ein. Als weitere Ausführende hieß die Vorsitzende der Gastgeber, Dr. Karin Tuxhorn, das Blockflötenensemble Neukirchen und das Instrumentaltrio Hubert Lürkens (Oboe), Dirk Jacobsen (Violoncello) und Hartmut Friedel (Truhenorgel) willkommen.

Den erfreulich zahlreich erschienenen Zuhörern teilte Karin Tuxhorn mit, das Besondere an dem Chor sei, dass seine Sängerinnen und Sänger aus verschiedenen Gemeinden des Amtes Südtondern stammen. Für die bevorstehenden Darbietungen hätten sie Kompositionen aus dreieinhalb Jahrhunderten einstudiert. Die Moderation übernahm Thomas Hansen, der einleitend deutlich machte, Gott zu loben sei eine der Hauptaufgaben eines jeglichen Kirchenchores. Ernst Wagner, Pastor und Mitglied der Bassfraktion der Kantorei, verlas den Wortlaut des ins Deutsche übersetzten, lateinischen Textes „Te Deum laudamus“, an den sich auch die sodann von der Kantorei und dem Instrumentaltrio vorgetragenen Lieder anlehnen: „Gott, uns Gott, wi rööpt di to“ (um 1775) und „Großer Gott, wir loben dich“ (1963 arrangiert von Michael Schütt).

Schon diese ersten Beiträge zum Programm ließen erkennen, dass der Chor ein ausgewogenes Klangbild aufwies und alle Stimmen um saubere Intonation und deutliche Textaussprache bemüht waren. Wegen der extremen Enge im Altarraum war dies ein schwieriges Unterfangen, zumal auch die Begleitinstrumentalisten sich gegenseitig kaum sehen und verständigen konnten. Gemessen an diesen Voraussetzungen, lieferten alle Beteiligten ein hervorragende Leistung ab.

Die Jahrhunderte nach ihrem Entstehen zur „Eurovisons-Hymne“ aufgestiegene Melodie des barocken „Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentier wurde – auf drei Instrumente reduziert – klangschön vorgetragen. Danach erklang in einem volkstümlichen Satz ein anrührender schwedischer „Sommerpsalm“, gefolgt vom zeitgenössisch gesetzten Lied „Ich lobe meinen Gott“ und der fetzigen, von den Instrumenten unterstützten peruanischen Melodie „Gloria a Dios“.

Das sauber und mit schlankem Ton auftretende Blockflöten-Ensemble, ein Quintett mit nur einer Sopranflöte, gefiel durch seinen weichen Klang bei der der Interpretation des Kanons „Ave Maria“, des Chorals „Befiehl dem Herren deine Wege“ und des Canzons „La Spiritata“. Bei der letztgenannten Darbietung wurde das Quintett temperamentvoll unterstützt durch Thomas Hansen an der Truhenorgel. Das Trio Lürkens, Jacobsen und Friedel glänzte bei seiner einfühlsamen Wiedergabe einer Bearbeitung des berühmten „Kanons“ von Johann Pachelbel, der auch in dem für Chor und Instrumente geschriebenen Werk „Halleluja, Amen“ noch einmal positiv zur Geltung kam. Das Publikum wurde zweimal selbst in das musikalische Geschehen einbezogen, indem es – angefeuert vom Dirigenten durch den Zuruf „Lasst die Wände wackeln“ – die Kanons „Lobet und preiset, ihr Völker, den Herrn“ sowie „Vom Aufgang der Sonne“ stimmgewaltig erklingen ließ. Als besonders gelungen hervorzuheben sind noch die für Chor und Instrumente gesetzten Werke „Lobt den Herrn der Welt“ von Henjy Purcell und das mitreißende „Halleluja“ aus dem „Messias“ von Georg Friedrich Händel. Dem regulären Programm folgten – nach wechselseitigen Danksagungen – noch zwei Zugaben.  

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