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Nordfriesland Tageblatt

16. Dezember 2017 | 21:59 Uhr

Klimaschutz auf der Agenda

vom

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Nordfriesland | Bis zum Jahr 2020 soll Nordfriesland klimafreundlichster Kreis Deutschlands werden. Den Weg dahin wollen die Grünen auch nach der Kommunalwahl am 26. Mai konsequent weitergehen. Das bekräftigten ihre Spitzenkandidaten Kerstin Mock-Hofeditz und Uwe Schwalm in einem Gespräch mit unserer Zeitung.

Zentrale Bausteine dabei sind die erneuerbaren Energien, ein zügiger und - soweit möglich unterirdischer - Netzausbau mit Bürgerbeteiligung sowie langfristig eine Kommunalisierung der Netze. "Strom darf aber nicht zum Luxusgut werden", betont Schwalm. Kohlendioxid-Speicher im Untergrund und die Förderung von Öl oder Gas mit Hilfe der Fracking-Methode lehnen die nordfriesischen Grünen in ihrem Wahlprogramm kategorisch ab.

Arbeitsplätze erhoffen sie sich durch umweltfreundliche Energien, die Gebäudesanierung und sanften Tourismus. Oben auf der Agenda ist außerdem ein engmaschiges Biotop-Verbundnetz, das Nordfrieslands natürliche Vielfalt sichtbar macht. Und: "Die Idee ist, dass ein Eichhörnchen irgendwann von der Nordsee- bis zur Ostsee laufen kann", veranschaulicht Mock-Hofeditz. Entsprechend haben sich die Grünen die biologische Landwirtschaft und mehr Regionalvermarktung auf ihre Fahnen geschrieben.

Darüber hinaus möchten sie den demografischen Wandel gestalten, indem die medizinische Grundversorgung ebenso gesichert wird wie häusliche Dienstleistungen und eine ortsnahe Kinderbetreuung. Das gilt auch für den Erhalt kleiner Schulen "durch klare Profilbildung", und Schulsozialarbeit an allen Bildungseinrichtungen. Eine zentrale Rolle spielt auch das Thema Mobilität: Dazu zählt ein Achsenkonzept mit Bürgerbussen, Anruf-Sammeltaxen und Elektro-Mobilität als Zubringer zu den Bahnstrecken sowie Hauptbuslinien. Und als weiterer Programmpunkt ein kostenfreier Öffentlicher Personennahverkehr für Urlaubsgäste. Mock-Hofeditz: "Dadurch würden wir auch den ÖPNV insgesamt stärken."

Ferner setzen sich die Grünen für eine Gesellschaft ein, "die niemanden ausschließt" - unabhängig von seiner Herkunft oder Lebensweise. Nach Aussagen der Grünen -Vertreterin fehlen etwa ausreichend Gelder für Deutschkurse für Neuankömmlinge, von denen rund 80 Prozent letztlich hier blieben. "Das ist eine fürchterliche Vergeudung von Lebenszeit von Menschen, deren Chancen, sich zu integrieren, deutlich verbessert werden könnten. In punkto Frauenpolitik seien ein gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit, mehr Teilzeit-Arbeitsplätze und bessere Aufstiegschancen nötig

Schwalm hat seine Erkenntnisse als grüner Kreistags-Abgeordneter seit 1995 und zuletzt als stellvertretender Landrat überdies detailliert in einem eigenen Papier - im Internet abrufbar unter www.der-nordfriesische-weg.de - niedergelegt. Ihm geht es darum, Klimaschutz und Daseinsvorsorge - zwei Politikfelder auf denen Nordfriesland in Schleswig-Holstein eine Vorreiterrolle einnimmt - sowie Mobilität, Wirtschaftsförderung und neue Formen der Bürgerbeteiligung miteinander zu verzahnen. Und: "Ein klimafreundliches Nordfriesland ließe sich auch über ein fortschrittliches Tourismuskonzept vermarkten", ist er überzeugt.

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