Kleines Auto – Große Wirkung

Das Team vom Jugendbüro freut sich über das E-Auto.
Das Team vom Jugendbüro freut sich über das E-Auto.

Bürgerwindpark Dagebüll unterstützt Kinder- und Jugendbüro mit einer Spende

shz.de von
27. August 2018, 17:11 Uhr

Das Bewusstsein für den Klimawandel und der Gedanke der Nachhaltigkeit – wie soll das Kindern und Jugendlichen begreifbar gemacht werden? „Wir wollen diese abstrakten Begriffe in ihre Lebenswelt transportieren“, so Diakonin Susanne Kunsmann. Sie ist die Leiterin des Kinder- und Jugendbüros in Niebüll. „Neben den Themen Ernährung und Konsum wollen wir uns vorrangig mit der Mobilität auseinandersetzen.“

Von diesem Bildungskonzept hatte Ralf Büchner, Geschäftsführer des Bürgerwindparks in Dagebüll, gehört. Er fährt selbst ein E-Auto und griff daher das Interesse auf, das er aus der Uhlebüller Straße vernommen hatte. „Ich bin ein Befürworter der E-Mobilität“, so der Klanxbüller Arzt. Damit die ganz praktisch erlebbar wird, vermittelte er eine Spende an das Kinder- und Jugendbüro Nordfriesland in Niebüll. Die Einrichtung bekommt für zwei Jahre ein E-Auto durch den Bürgerwindpark Dagebüll zur Verfügung gestellt – und kann die Leihgabe sogleich in ihr Konzept des Nachhaltigkeits- und Klimagedankens einbinden..

„Wir könnten hier unsere weggeschaltete Energie einsetzen“, erläutert Ralf Büchner. Der Bürgerwindpark müsse jährlich rund 30 Prozent seiner 60 Millionen Kilowattstunden „versenken“, da die Netzeinspeisegesellschaft es so verlange. Er hoffe auf die Zukunft, damit dieses Problem gelöst werde. Zuvor wollen die Betreiber nun Gutes tun. „Die rund 300 Bürger, die am Windpark beteiligt sind, möchten durch die Spende etwas zurückgeben“, betont Ralf Büchner.

Anna Ihme vom Kinder- und Jugendbüro verfolgt, wie in kleinen Schritten das Bewusstsein bei ihren Besuchern wachse. Da gibt es vegan/vetarisches Kochen, die Aktion Klima-Sail oder Workshops zum Thema Plastik.

Der Kirchenkreis Nordfriesland hat sich unter dem Motto „Guten Morgen – aufgeweckt die Schöpfung gestalten“ für dieses Jahr vorgenommen, sich besonders intensiv mit den Themen Klimawandel und Bewahrung der Schöpfung zu beschäftigen. Auch alle Jugendgruppenleiter-Seminare seien mit den Themen befasst. In Niebüll werden immerhin 40 Jugendliche als Multiplikatoren erreicht.

Ann-Kathrein Gräning, ehrenamtliche Mitarbeiterin, sieht das Thema E-Auto als Einsteigerprojekt und weiteren Baustein. „Das Projekt Mitsparer aktiviert bereits alle ehrenamtlichen Kräfte und auch die Hauptamtlichen des Diakonischen Werkes zum Mitmachen.“ Rund 80 Briefe wurden ganz konventionell verschickt – hier wurden die Teilnahmebedingungen erläutert. Ziel sei es, dass man sich gegenseitig auf Termine mitnimmt. „Bist Du fürs EKJB unterwegs und nimmst Leute mit, sammelst Du Punkte“, laute der Anreiz – und es gibt Gewinne.

„Mit dem E-Auto fährt man nun auch klimafreundlich“, freut sich Nicole Saballus, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes Nordfriesland und Kooperationspartnerin. „Das E-Auto-Konzept ist einfach und überschaubar“, betont Susanne Kunsmann, „wer fahren möchte, trägt sich dazu in eine Liste ein.“ Die Stromtanke ist auf dem Hof, sie wurde gemeinsam vom Kinder- und Jugendbüro sowie dem Diakonischen Werk finanziert. „Wir sind erst am Anfang“, sagt die Leiterin, „umsomehr freuen wir uns über die Unterstützung.“

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