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Nordfriesland Tageblatt

24. Oktober 2017 | 11:42 Uhr

Kleiner Stein mit großer Faszination

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Naturkundemuseum bietet in den Herbstferien Bernsteinschleifen an / Kinder, Jugendliche und Erwachsene können teilnehmen

Erst Schleifen, dann polieren und schließlich ein prüfender Blick: Für die Bearbeitung von Bernstein ist Geduld und ein gutes Auge gefragt. „Die Arbeit mit dem Stein dauert im Schnitt eineinhalb Stunden“, weiß Martina Vogt. Seit rund acht Jahren leitet die gelernte Ingenieurin die „Kreativ Werkstatt“ im Niebüller Naturkundemuseum. Regelmäßig beschäftigen sich große und kleine Besucher hier mit dem besonderen Stein, der weltweit immer beliebter wird.

Auch am Donnerstag gleicht das oberste Stockwerk des Niebüller Naturkundemuseums wieder einer Edelstein-Werkstatt: Rund 20 Kinder bringen hier ihren unbearbeiteten Bernstein in Form. „Jedes Kind bekommt erst einen rohen Stein und kann daraus dann etwas ganz persönlich formen“, so Martina Vogt. Das Angebot kommt bei den Kindern augenscheinlich gut an: Konzentriert sitzen die Jungen und Mädchen an ihren Plätzen und werfen prüfenden Blicke auf den fossilen Schmuckstein in ihrer Hand. Die Arbeitsschritte sind schnell erklärt: Es gibt zwei unterschiedlich grobe Sandpapierstücke, über die die Steine gerieben werden. „Passt dabei auf, dass ihr die Bernsteine nicht ganz unten anfasst, ansonsten schleift ihr euch die Fingerkuppen ab“, warnt Martina Vogt freundlich. Nachdem die teilweise über Millionen Jahre alten Steine die erste Bearbeitung überstanden haben, folgt die eigentliche Schönheitskur – das Polieren. Dafür bekommen die Teilnehmer Kreide und Poliertücher in die Hände. Mit etwas Geduld und guter Vorarbeit bekommt der Stein so seinen charakteristischen Glanz. „Am Ende hat jeder ein Einzelstück, das er mit nach Hause nehmen kann“, sagt Veronika Blatz. Die Limbacherin absolviert gerade ein freiwilliges ökologisches Jahr im Naturkundemuseum Niebüll (wir berichteten) und hilft bei der Betreuung der jungen Besucher des Ferienprogramms.

Für das Angebot „Bernsteinschleifen“ zahlen Kinder, Jugendliche und Erwachsene jeweils sieben Euro Kostenbeitrag. Von dem Geld werden die gelben Steine erworben, die hier später bearbeitet werden. „Wir beziehen unseren Bernstein in erster Linie aus dem Baltikum“, verrät Martina Vogt. Die Qualität des Schmucksteins aus fossilem Harz sei hier verlässlich gut. Allerdings spüren auch die Niebüller, dass die weltweite Bernstein-Nachfrage in den vergangenen Monaten gestiegen ist. Besonders in China haben viele Kunden großes Gefallen an dem gelb-milchigen Stein gefunden und sind bereit, hohe Summen für rissfreien Rohbernstein zu zahlen. Händler erzielen hier mittlerweile zwischen zehn und 15 Euro pro Gramm. Immer wieder sind auch besondere Exemplare unter den Bernsteinen, die im Niebüller Naturkundemuseum veredelt werden. „Es kommt vor, dass die Steine schöne Insekten-Einschlüsse haben – das ist immer etwas Besonderes“, so Vogt.

Wer Interesse an der Arbeit mit Bernstein hat, der kann in der kommenden Woche am Dienstag, 27., und Donnerstag, 29. Oktober, ohne Anmeldung von 10 bis 11.30 Uhr an dem Angebot teilnehmen.  

Weiteres zum Thema heute: „Die Nordstory - Die Bernstein-Connection“, Freitag, 23. Oktober. 20.15 Uhr NDR Fernsehen.

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