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Nordfriesland Tageblatt

12. Dezember 2017 | 19:45 Uhr

Klassik und Pop mit den Saxophanten

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Mehr als 300 Besucher wollten das stimmgewaltige Ensemble mit Musikern aus allen Regionen des Landesteils Schleswig hören

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2013 | 00:31 Uhr

Zum vierten Male seit seiner im Jahre 2010 erfolgten Gründung gab der Holzbläserchor „Saxophanten“, der 24 Saxophonisten beiderlei Geschlechts aus allen Regionen des Landesteils Schleswig umfasst, in der Niebüller Christuskirche ein Konzert. Zur Aufführung kamen Werke aller Kategorien aus unterschiedlichsten Musikepochen: von der Renaissance bis zur Gegenwart. Die Erfolge der bisherigen Auftritte des stimmgewaltigen Ensembles hatten dafür gesorgt, dass es bereits eine halbe Stunde vor Beginn der Darbietungen schwierig war, im Kirchenschiff noch einen guten Platz zu ergattern. Insgesamt erschienen mehr als 300 Zuhörer.

Um dem Orchesterklang auch kammermusikalische Arrangements gegenüberstellen zu können, traten die vom Leiter des Feuerwehrorchesters Husby, Lars Brodersen, mit ganzem Körpereinsatz sicher dirigierten Instrumentalisten von Zeit zu Zeit auch in kleinen Besetzungen auf. So spielten Andreas Eisenmann und Dieter Grün als Saxophon-Duo „Bourrée und Gigue“ von J. S. Bach auf, zwei Sätze aus einer Zeit, zu der das Saxophon noch gar nicht erfunden war. Dies entsprach dennoch barocker Musizierpraxis, war es doch damals üblich, Werke auf gerade verfügbaren Instrumenten zu interpretieren, wenn es an der Originalbesetzung haperte.

Das heimische, von Detlef Eulenberg geleitete Saxophon-Quartett „Quintessenz“ wartete in einfühlsamer Weise mit zwei Pop-Titeln – dem tänzerischen „Ukulala“ von Uli Führe und dem verträumten „Tears in Heaven“ von Eric Clapton – auf, wobei es sich durch Maik Beta auf der Kirchenorgel begleiten ließ.

Zum Abwechslungsreichtum des anspruchsvollen Programms trug auch die mit drei Saxophonen, einer Zugposaune (im Wechsel mit einem Sousaphon) und einem Schlagzeug besetzte Gruppe namens „Holz & Blech“ bei. Sie wusste unter anderem mit dem „Youkalie-Tango“, bei dem sich Kurt Weill eine Südseeinsel erträumte, und durch den fröhlich-frechen Klezmer „Freulich“ ihre Zuhörer zu überzeugen. Als „Perle“ des Renaissance-Blocks der Saxophanten erwies sich eine unmittelbar ins Ohr gehende „Allemande“ von John Dowland. Auch der quicklebendige „Einzug der Königin von Saba“ von G. F. Händel wusste zu gefallen. Bei der „Canzona XV für 12 Stimmen von G. Gabriele jedoch drohten letztere gelegentlich auseinander zu driften. Sie wurden aber von Lars Brodersen immer wieder eingefangen und stabilisiert.

Einen Ausflug in die Klassik unternahm das Orchester, indem es den „Türkischen Marsch“ von W.A. Mozart und die gefühlsselige „Barcarole“ von J. Offenbach auf seine Weise interpretierte. Zu ihrer höchsten Form lief das Orchester auf, als es sich dem Swing (zum Beispiel „Little Brown Jug“ und „When the Saints go marchin’ in“) zuwandte, also der Musik, in der seine Instrumente so richtig „zu Hause“ sind. Entsprechendes gilt für die Tanzmuik von Glenn Miller („Moonlight-Serenade und anderen). Die Freunde des Schlagers kamen bei Udo Jürgens’ „Mit 66 Jahren“ und dem Oldie „Champs Elysyées“ auf ihre Kosten.

Als interessantester aller Konzertbeiträge erwies sich der von Bernd Molter erdachte „Zyklus“, bei dem sich die Musiker im gesamten Kirchenschiff verteilten und zu einem vorgegebenen, ostinaten Rhythmus auf einer festgelegten Tonart chorisch improvisierten. Phasenweise erklangen dabei auch jazzig-fetzige Solobeiträge. Nach der abschließenden „Bohemian Rhapsody“ von F. Mercury, erklatschte sich das sichtlich und hörbar begeisterte Publikum noch eine swingende Zugabe.

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