Aus der Gemeindevertretung : Klanxbüll will Insekten schützen

Mascha Davids wünscht sich für Rückzugszonen für Insekten.

Mascha Davids wünscht sich für Rückzugszonen für Insekten.

Im Gespräch sind Rückzugszonen auf ungenutzten Gemeindeflächen. Jahresabschluss 2017 weist Plus von 92000 Euro auf.

shz.de von
17. April 2018, 10:15 Uhr

Klanxbüll | Kurz und knackig, informativ und konkret – die kürzliche Gemeindevertretersitzung im Klanxbüller Gemeindehaus bewies die Funktionsfähigkeit der kommunalen Gremien. Bürgermeister Friedhelm Bahnsen begrüßte zahlreiche Anwohner, die sich auch zu Wort meldeten.

Zunächst ließ das Gemeindeoberhaupt die vergangenen Wochen vorbeiziehen: Ein ruhiger Jahreswechsel sei zu verzeichnen gewesen, ein gut besuchter Neujahrsempfang habe für den innerdörflichen Austausch gesorgt und zur Biike sei das Wetter endlich einmal perfekt gewesen. „Wir waren auch in Husum, um Baupläne wie zum Beispiel die für den neuen Campingplatz voranzubringen“, so Bahnsen. „Leider ist derzeit bis 2025 alles geblockt, doch wir hoffen auf eine Änderung des Regionalplans zum Jahresende.“ Das betrifft vor allem Neubaugebiete, denn Klanxbüll boomt. Ärgerlich wurde der Bürgermeister, als er die Dorfreinigungsaktion im März erwähnte. „Unglaublich, was man da alles findet. Allein drei Autobatterien lagen in einem Graben.“ An Bauaktionen stehe demnächst die Verlängerung des Bahnsteigs durch die Deutsche Bahn an, „damit längere Züge halten können.“

Manfred Hansen, der Vorsitzende des Finanzausschusses, legte einen positiven Jahresabschluss 2017 vor. „Die Finanzlage hat sich verbessert“, sagte er. „Die Gemeinde kann auf eine solide Haushaltssituation blicken.“ Die Gewerbesteuereinnahmen stiegen um rund 22 000 Euro, die Einnahmen durch die Einkommenssteuer um 15 000 Euro. Jedoch stiegen auch die Aufwendungen: So wurden für Kindergartenbeiträge 31 000 Euro ausgegeben, die Ortsentwässerung schlug mit 42 000 Euro zu Buche. „Wir freuen uns dennoch über einen Überschuss von 92 000 Euro“, so Hansen. Insgesamt wurden knapp zwei Millionen Euro erwirtschaftet. Die Gemeinde investiert zudem in Straßen (Erschließung Friesenweg), unterstützt die Feuerwehr mit einem neuen Rettungsgerät und muss anteilig die Bahnübergänge mitfinanzieren.

„Kleine Fische“ sind da die Neugestaltung einer Grünanlage (10 000 Euro) oder der Spielplatz Bahnhofstraße (10 000 Euro). Einwände gegen den Jahresabschluss gab es keine, sodass er einstimmig beschlossen wurde.

Um die Umwelt ging es bei der Wortmeldung der Gemeindevertreterin Mascha Davids. Sie thematisierte das Insektensterben, das auch schon Thema beim Kreis gewesen ist. „Im Kleinen fängt es an, wir können etwas tun“, meinte sie. Ihre Idee ist es, Gemeindeflächen, die nicht genutzt werden, als Rückzugszonen für Insekten anzulegen. „Wir könnten zusammen eine Radtour durch die Ländereien durchführen“, lautete die Anregung. Auch ein „Runder Tisch“ gemeinsam mit den Landwirten, Imkern und Freiwilligen aus dem Infozentrum könne sinnvoll sein. „Das Thema ist sehr wichtig“, betonte Bürgermeister Bahnsen und sicherte seine Unterstützung zu. Die Gemeindevertretung will sich nun auf einer der nächsten Sitzungen mit dem Thema beschäftigen.

Weitere Entscheidungen:
- Die Aufstellung des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans Nr.14 südlich der Straße Süderhörn und nördlich des Rottgrabens wurden bei einer Gegenstimme beschlossen. Da es sich um einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan handelt, muss der Investor des Campingplatzes die Kosten tragen.
- Die Erweiterung des Wilhelminenhospizes in Niebüll wird mit 3000 Euro bezuschusst, das entschied die Gemeindevertretung einstimmig.
- Einmütig erklärten die Gemeindevertreter Klanxbüll zur „Frackingfreien Zone“. Der daraus folgende Beitritt zur „Korbacher Resolution“ habe zwar keine rechtliche Bedeutung, sei aber ein Zeichen für die Sorge um die Qualität des Grundwassers, den Erhalt des Lebensraumes und der Heimat sowie  die Bemühungen in der Region zur Energiewende, sagte Bürgermeister Friedhelm Bahnsen.



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