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Klassisches Duo : Klangschöne Instrumental-Gesänge

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Lydia Keymling und die Pianistin Constanze Vogel zeigten sich an Violoncello und Piano hervorragend aufeinander eingespielt

shz.de von
erstellt am 19.Feb.2015 | 05:00 Uhr

„Cantabile – Wenn Violoncello und Klavier gemeinsam singen“, so lautete das Generalthema des jüngsten Kammerkonzerts, das der „Verein der Musikfreunde in Leck und Umgebung“ im Sitzungssaal des Lecker Rathauses veranstaltete. Dessen Vorsitzende, Heidi Specht-Christel, stellte den sehr zahlreich erschienenen Zuhörer die beiden ausführenden Künstlerinnen vor: Lydia Keymling (Violoncello) und Constanze Vogel (Klavier). Die Cellistin musiziert in der „Neuen Philharmonie Westphalen“ als stellvertretende Solocellistin und ist Gründungsmitglied des renommierten „Hans-Sax-Quartetts“. Die Pianistin (Vorstandsmitglied des gastgebenden Vereins) machte sich als mehrfache Preisträgerin beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ einen Namen und ist eine gefragte Kammermusikpartnerin, einfühlsam agierende Liedbegleiterin und erfahrene Musikpädagogin.

Das Besondere an der Auswahl der vom Ensemble dargebotenen Werke war, dass die Instrumentalisten – in Ermangelung von Originalkompositionen für ihre Besetzung – ausschließlich mit Bearbeitungen anderer Werke aufwarteten, die ausnahmslos gesanglichen Charakter aufwiesen.

Schon bei der einleitenden „Sonate D-Dur (BWV 1028)“, einer von Johann Sebastian Bach für Viola da Gamba und obligates Cembalo eingerichteten Triosonate, erwiesen sich die beiden Duopartnerinnen als spieltechnisch versiert und hervorragend aufeinander eingespielt. Das Cello und die von der rechten Hand des Klaviers gestaltete Stimme „sangen“ in fantasievoller Weise um die Wette und führten dabei reizvolle Dialoge aus, während der Bass im Klavier für rhythmischen und harmonischen Halt sorgte: Hörgenuss pur.

Mit einem Auszug aus dem Liederzyklus „Winterreise“ von Franz Schubert wurde das Konzert fortgesetzt. „Constanze Vogel und ich sind zwar dem Gesang sehr zugetan. Dennoch ist es für Sie sicherlich besser, wenn ich nicht singe, sondern Cello spiele“, so ließ sich Lydia Keymling scherzhaft vernehmen, bevor sie mit ihrem Instrument den Part des Sängers übernahm. Die Texte der ausgewählten Lieder eines Mannes, der – in der Liebe enttäuscht und ziellos herumirrend – am Ende verzweifelt, lagen dem Publikum schriftlich vor. Die ständigen Stimmungsschwankungen des „Sängers“ kamen durch fast ständigen Wechsel zwischen Moll und Dur sowie durch sich immer wieder ändernde Tempi wirkungsvoll zum Ausdruck. Die Schönheit der hochromantischen Schubert’schen Melodien trat deutlich hervor. Der trostlose Charakter des letzten Liedes („Der Leiermann“) aber kam ohne Text nur sehr gedämpft zur Geltung.

Mit den klangschönen, fantasievoll komponierten „Märchenbildern (op.113)“ von Robert Schumann ging es nach der Pause romantisch weiter. Als „Sahnestück“ des unmittelbar ins Ohr gehenden Werkes erwies sich der letzte Satz, ein anrührendes Zwiegespräch zwischen Cello und Klavier. Seine Wiedergabe wurde der Anweisung des Komponisten vollauf gerecht: „Langsam, mit melancholischem Ausdruck.“

Den Abschluss und zugleich Höhepunkt des Abends bildete eine meisterliche Interpretation der spätromantischen „Sonate A-Dur“ von César Franck. Die beiden langsamen Sätze wirkten verträumt, die beiden schnellen Sätze boten beiden Konzertierenden die Möglichkeit, ihre ausgeprägte Virtuosität unter Beweis zu stellen. Nach dem rasanten „Allegro“ spendeten die begeisterten Zuhörer spontan lautstarken Zwischenbeifall. Als der nicht minder lebhafte Schlussapplaus verklungen war, gaben Lydia Keymling und Constanze Vogel noch eine Zugabe: einen sanften „Liebesgruß“ von Edward Elgar.
 

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