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Nordfriesland Tageblatt

19. August 2017 | 14:06 Uhr

Klärungsbedarf beim Thema Windkraft

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Auf der Sitzung der Gemeindevertretung Enge-Sande wurde erneut über die Errichtung zweier neuer Anlagen im Ortsteil Schardebüll diskutiert

Wann immer auf der Tagesordnung einer Sitzung der Gemeindevertretung Enge-Sande das Thema „Windkraftplanung“ erscheint, darf man mit einem „vollen Haus“ rechnen. So war es auch bei der jüngsten Zusammenkunft des Gremiums, als sich rund 40 Zuhörer in Bergers Gasthof einfanden. Da Bürgermeister Carsten-Peter Thomsen ihnen gestattet hatte, sich auch selbst zu der Thematik zu äußern, machten sie davon hinreichend Gebrauch, wobei die vorgestellte Planung sehr kontrovers kommentiert wurde.

Wie das Gemeindeoberhaupt berichtete, befindet sich der Entwurf des Regionalplanes zur Zeit noch im Stadium der Auslegung, sodass die Träger öffentlicher Belange – und auch Privatpersonen – noch bis Ende Mai 2017 eigene Stellungnahmen abgeben dürfen. Erst nach endgültigem Beschluss des Regionalplanes könne die Gemeinde ihr Aufstellungsverfahren zum Flächennutzungsplan wieder aufnehmen. So werde sichergestellt, dass die Vorrangflächen für die Windkraftnutzung in beiden Plänen identisch abgebildet werden.

Des Weiteren führte Bürgermeister Thomsen aus, die Landesplanung habe am 28. Dezember des vergangenen Jahres eine Ausnahmegenehmigung für die Errichtung zweier für Trainingszwecke genutzter „Windmühlen“ im Ortsteil Schardebüll erteilt, welche die Weiterentwicklung der Firma „Offtec“ fördern sollen. Die Gemeindevertretung hatte bislang ihr gemeindliches Einvernehmen zu den Bauanträgen zurückgestellt und sich darauf festgelegt, dieses nur auszusprechen, wenn das Land eine Ausnahmegenehmigung erteile. Am Tage nachdem dies geschehen war, hat die Gemeinde ihr Einverständnis erklärt. Anlässlich eines vorausgegangenen Abstimmungsgesprächs mit Vertretern der Landesplanung hatten diese den Wunsch geäußert, die Gemeinde möge schon vor Festlegung einer Ausnahmeregelung ihr Einverständnis signalisieren, was sie jedoch abgelehnt habe. Eine Einwohnerin beanstandete, die Gemeindevertretung habe die Beschwerden vieler Bürger gegen den Bau der beiden Windkraftanlagen nicht ernst genommen. Ihr wurde geantwortet, aufgrund des noch ausstehenden Flächennutzungsplanes habe die Gemeinde den Bau der Anlagen nicht dauerhaft verhindern, sondern nur den Zurückstellungszeitraum optimal ausnutzen können. Kritisch hinterfragt wurde, weshalb die Anlagen – entgegen der ursprünglichen Planung – nicht in Form eines Bürgerwindparks betrieben werden sollen. Die Antwort darauf lautete, die Landesplanung habe dieses Betreibermodell strikt abgelehnt, wovon die Gemeinde aber erst Mitte Januar 2017 erfahren habe.

Offen blieb die Frage, wer die Einhaltung der dem Investor bei Erteilung der Baugenehmigung auferlegten Pflichten kontrollieren müsse. Die Behörden fordern eine Regelung in einem städtebaulichen Vertrag. Dies aber hätte zur Folge, dass die Gemeinde die Einhaltung der Auflagen selbst zu kontrollieren habe, was sie aber ablehnt.

Eine Entscheidung über die Frage, ob man in Enge-Sande Elektro-Tankstellen für Personenkraftwagen installieren wolle und welche Standorte dafür infrage kämen, wurde am Ende der Diskussion bis zur nächsten Sitzung der Gemeindevertretung (30. März) verschoben. Bis dahin soll der Bau- und Wegeausschuss sich damit befassen. Als Standorte angedacht worden waren bereits die Plätze am Offtec-Campus, am ehemaligen Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Enge-Sande (nahe der Gaststätte Berger) und am einstigen Baustoffhandel Wilhelmsen (gegenüber der Gaststätte „Frieseneck“).

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erstellt am 09.Feb.2017 | 12:06 Uhr

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