zur Navigation springen

Gemeinde Achtrup : Kita-Erweiterung doppelt so teuer wird wie geplant

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Achtrup hält an der Erweiterung fest – auch wenn die Kosten für den Anbau vermutlich auf 1,2 Millionen klettern.

shz.de von
erstellt am 13.Aug.2017 | 12:37 Uhr

Achtrup | Der geplante Anbau für die Kindertagesstätte in Achtrup wird deutlich teurer als gedacht. Während zunächst Kosten in einer Höhe von 600  000, höchstens 700  000 Euro zur Debatte standen (wir berichteten), bestimmte bei der Sitzung der Gemeindevertretung am Donnerstagabend eine neue Kalkulation die Diskussion: Rund 1,2 Millionen Euro stehen am Ende der Kostenaufstellung des Architektenentwurfs. Das sorgte für Diskussionsbedarf – am Ende stimmten die Gemeindevertreter jedoch bei drei Enthaltungen für eine Erweiterung der Kindertagesstätte.

Begründet wurden die fast doppelt so hohen Summe unter anderem mit einem Anstieg der Kosten für das Bauen allgemein: „Wir haben zunächst mit einem Baufaktor von 1700 Euro pro Quadratmeter gerechnet. Inzwischen wird allerdings mit 2700 Euro pro Quadratmeter gerechnet“, erläuterte Achtrups Bürgermeister Uwe Matthiesen. Der Vorsitzende der „Arbeitsgruppe Kita-Anbau“, Erich Kruse, ergänzte, dass bei der Planung anfangs nur der Netto-Platzbedarf bedacht worden sei, nun aber um die Quadratmeter-Zahl um Funktionsflächen wie Flure nach oben korrigiert werden musste. „Wir sind keine Planer und keine Ingenieure“, sagte Kruse und stellte dann die Gretchenfrage zur Zukunft der Kita: Sollen die Planungen auch unter den neuen Kosten-Umständen fortgeführt werden?

Bürgermeister Matthiesen machte deutlich, dass er den Kita-Anbau für unbedingt erforderlich hält: „Der Kindergarten ist sehr wichtig für die Zukunft der Gemeinde. Die Schule soll erhalten werden und auch für die Vermarktung des Neubaugebiets ist es von Vorteil, auf einen modernen Kindergarten verweisen zu können.“ Hinzu komme, dass selbst wenn kein Anbau erfolge, sich die laufenden Kosten nur geringfügig verringern würden, da dann von Achtrup die Plätze in anderen Einrichtungen bezahlt werden müssten. „Sollten Achtruper Kinder außerhalb der Gemeinde keinen Platz finden, müssten eventuell sogar Lohnausfallkosten übernommen werden, was richtig teuer werden könnte.“ Die Summe erscheine „sehr, sehr hoch“, es werde kein „Luxus-Anbau“, sondern es würden nur die Mindestrichtlinien der Heimaufsicht des Kreises eingehalten, so Matthiesen weiter.

Die neue Kalkulation rief jedoch auch kritische Stimmen hervor: „Überdimensioniert“, nannte Uwe Nissen die gestiegenen Kosten. Udo Lossau hätte lieber mehrere Entwurfsalternativen für den neuen Anbau gehabt, in anderen Gemeinden gebe es zum Beispiel Architektenwettbewerbe, sagte er und bemängelte zudem, dass die Kirche jetzt plötzlich Druck für einen Anbau mache. Darauf entgegnete Hans-Jürgen Johannsen von der Bauverwaltung des Amtes Südtondern: Nicht die Kirche mache Druck, vielmehr handele es sich um eine Forderung der Heimaufsicht des Kreises. „Missstände entwickeln sich über Jahre, irgendwann fallen sie dann auf.“ Ein Architektenwettbewerb sei teuer und würde aus seiner Sicht keine Einsparungen bringen.

Einsparpotenziale sollen jedoch so weit wie möglich genutzt werden, wie Arbeitsgruppen-Sprecher Erich Kruse versicherte. „Auch ich hatte erstmal einen Kloß im Hals, als ich die Summe gesehen habe.“ Doch der Gemeindekämmerer habe signalisiert, dass eine Finanzierung für Achtrup machbar sei. Bürgermeister Matthiesen zeigte sich zudem zuversichtlich, dass für die Maßnahme Fördermöglichkeiten ausgeschöpft werden könnten.

Eine fast schon flammende Rede für den Kita-Anbau hielt Sprakebülls Bürgermeister Karl-Richard Nissen. Seine Gemeinde ist je nach Kinderzahl durchschnittlich mit 20 bis 25 Prozent an den Kosten beteiligt. „Die Sprakebüller Kinder fühlen uns im Kindergarten und der Schule gut aufgehoben. Beim gemeinsamen Workshop zur Dorfentwicklung wurde aber von vielen Bürgern moniert, dass der Kindergarten nicht mehr zeitgemäß ist.“ Er sei der Meinung, dass man in diesen Zeiten der niedrigen Zinsen keine Angst vor der Investition haben sollte: „Wir können doch von Glück sagen, dass in unseren Gemeinden viele Kinder geboren werden.“ Aus Erfahrung könne er sagen: Je schneller man sich entscheide, desto besser sei die Aussicht auf Förderung.







zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen