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Kita in Achtrup : Kinder müssen vorübergehend in die Kirche ziehen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Kita platzt aus allen Nähten: Deshalb ist jetzt ein Anbau geplant -bis der fertig ist, ziehen Vorschüler ins Gotteshaus.

In der Achtruper Kindertagestätte besteht akuter Handlungsbedarf: Mit 52 Kindern sind die Kapazitäten in den Gruppen bereits überschritten, zudem gibt es eine Warteliste. Deshalb hat die Gemeindevertretung mehrheitlich beschlossen, dass dringend mehr Platz für die jüngsten Einwohner der Gemeinde geschaffen werden muss. Bereits 2012 war eine Gruppe in das benachbarte Schulgebäude ausgelagert worden – „vorübergehend“, so war es ursprünglich geplant. Jetzt aber, fünf Jahre später, soll der Erweiterungsbau definitiv kommen, die Kosten dafür werden grob auf 600  000 bis 700  000 Euro geschätzt, für die es aber sehr wahrscheinlich Fördermöglichkeiten gibt.

Oktober 2018 – bis dahin soll der erweiterte Kindergarten laut Bürgermeister Uwe Matthiesen spätestens fertig sein. Entscheidende Veränderungen sollen jedoch bereits in wenigen Wochen stattfinden: Als Übergangslösung werden die ältesten Kita-Kinder in der Achtruper Kirche untergebracht. Nicht im Altarraum, sondern in einem Teil des Kirchengebäudes, das über einen separaten Eingang genutzt werden könne, so Bürgermeister Matthiesen. 15 Kinder könnten in dieser vierten Gruppe maximal betreut werden – bis auf drei Plätze sei nach den derzeitigen Anmeldungslage alles belegt, allerdings werde damit auch Bedarf von Eltern aus anderen Gemeinden abgedeckt.

Die Heimaufsicht des Evangelischen Kindertagesstättenwerkes hat die Räumlichkeiten der Kirche bereits in Augenschein genommen und ihr Okay signalisiert – allerdings für höchstens ein Jahr, berichtet Bürgermeister Matthiesen. Damit die Kita-Gruppe tatsächlich in die Kirche einziehen kann, muss jedoch umgebaut werden. Splitterschutzfolien auf den Fenstern und eine Einzäunung im Außenbereich etwa sind Auflagen der Heimaufsicht. „Hinzu kommen erhebliche Kosten für die Ausstattung, die allerdings im Neubau weiter genutzt werden kann“, erläutert Inge Wagner, Vorsitzende des Finanzausschusses. Und: Im Vergleich zu einer Container-Lösung erscheine die Nutzung der kirchlichen Räume wesentlich günstiger, fügt Bürgermeister Matthiesen hinzu. Aufgestockt wird auch im Personalbereich der Kindertagesstätte.

„Der Kindergarten hat in Achtrup eindeutig Priorität“, sagt Gemeindechef Matthiesen, die Einrichtung einer vierten Kindergartengruppe und der Erweiterungsbau würden mit Blick auf den Erhalt der Schule im Ort als unbedingt erforderlich angesehen. Deshalb müssten jedoch bedauerlicherweise die Umsetzung anderer bereits geplanter Projekte wie ein neues Funktionsgebäude für den TSV Achtrup und die Einrichtung eines Bauhofs vorerst verschoben werden. „Wir sind zwar keine Bedarfsgemeinde, müssen unsere Finanzen aber auch zusammenhalten“, ergänzt Inge Wagner.

Äußerst erleichtert ist Kita-Leiterin Gabriele Beilecke: „Endlich!“, sagt sie zur Entscheidung der Gemeindevertreter. Die Räumlichkeiten seien nicht entsprechend der stetigen Erweiterung des Angebots mitgewachsen. Die Kita hat von 7 bis 17 Uhr geöffnet, regelmäßig nehmen 30 Kinder an der Mittagsverpflegung teil – „und wir haben schließlich auch noch einen Bildungsauftrag, den wir auch bestmöglich wahrnehmen wollen“, erläutert Gabriele Beilecke. Vorerst gilt es allerdings für alle Beteiligten, das Beste aus der Übergangslösung zu machen.


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erstellt am 13.Jul.2017 | 11:22 Uhr

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