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Nordfriesland Tageblatt

21. Oktober 2017 | 11:34 Uhr

Keltische Musik im Schottenrock

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Gruppe „Ceilidh-Project“ verbreitete im Landgasthof Achtruper Stuben vor rund 140 Personen schottische Stimmung

von
erstellt am 21.Sep.2015 | 11:31 Uhr

Der Achtruper Künstler „Bagpiper Reed“ (alias Jörg Bernkopf) und seine musikalischen Mitstreiter warteten am vergangenen Wochenende im Landgasthof „Achtruper Stuben“ mit einem Konzert auf, mit dem sie ihr rund 140 Personen umfassendes Publikum rundum begeisterten. Das Team, bestehend aus sechs befreundeten, schottisch gekleideten Instrumentalisten, einem Fahnenschwenker und mehreren Helfern, die für organisatorische Angelegenheiten sowie für die Ton- und Lichttechnik verantwortlich zeichneten, präsentierte sein „Ceilidh-Project“. Bei dieser schottisch-irischen Folk-Party wurde nicht nur Folk-Musik traditioneller und neuer Art stilgetreu interpretiert, sondern auch „Irish Stew“, das einstige Arme-Leute-Essen der Kelten, zum Verzehr angeboten. Zu trinken gab es auf Wunsch Guinness vom Fass. Dass viele Zuhörer das knapp zweistündige, rund 30 Musiktitel umfassende Programm bis zu dessen Ende an Party-Tischen oder frei stehend verfolgten, zeigt an, wie sehr sie das Konzert genossen.

Am vielseitigsten beschäftigt war der Bandleader Jörg Bernkopf selbst, der als Spieler von Dudelsäcken unterschiedlicher Tonlagen, einer Fiddle (Geige), einer Mandoline und einer Bodhran (Rahmentrommel) sowie als Percussionist und Sänger in Erscheinung trat. Zudem hatte er mehrere der moderneren Sätze selbst komponiert. Hauptsänger des Abends war der Gitarrist Erik Frotscher, der sich seiner Aufgaben souverän entledigte. Reinhard Spielvogel bediente meisterhaft die klangvolle Drehleier, eine Mandoline und Bouzouki. Gordon McPherson waltete als E-Bassist sicher seines Amtes. Rune Quint agierte gekonnt an der Snare Drum, während Dörte Hansen an der Tenor Drum die Blicke der über ihre Geschicklichkeit und Ausdauer staunenden Zuhörer auf sich zog.

Sie ist – wie eine Nachfrage ergab – die einzige Instrumentalistin in Schleswig-Holstein, die das „Flourishing“ (das den Rhythmus verzierende Schwenken der Trommelschlegel) in Perfektion beherrscht.

Das in zwei Blöcke unterteilte Musikprogramm enthielt alles, was schottische und keltischen Folk-Musik ausmacht: Jigs, Reels, Hornpipes, Polkas, Menuette sowie Walzer unterschiedlicher Tempi. Die gesungenen Konzertbeiträge kreisten um Liebe, das beschwerliche Leben der Wanderarbeiter, Krieg und Kriegsdienstverweigerung sowie um die Seefahrt und den Walfang. Bei mehreren rhythmisch mitreißenden Tanzliedern hielt es einige Zuhörer nicht mehr auf ihren Sitz- oder Stehplätzen, so dass sie die kleine frei verbliebene Fläche des Saales stürmten, um sie für ausgelassen-fröhliches Tanzen zu nutzen. Letzteres geschah zum Beispiel, als die heitere Hornpipe „Chief o´Neill`s Favourite“ und der langsame Walzer „Hector the Hero“ erklangen. Zu den originellsten Darbietungen zählten eine Reihe von Sätzen für Drehleier solo, bei denen die Melodien von Bordunen harmonisch gestützt wurden, die durch frei mitschwebende Saiten entstanden. Mit einem Lächeln quittierten einige Zuhörer die von Bagpiper Reed komponierte Hornpipe „Black Dog`s Fun“, sahen sie doch im Geiste Jörg Bernkopf mit einem wohlerzogenen Hund durch das Dorf spazieren. Als am Ende des regulären Programms das gefühlvolle Lied „If all aquaintance be forgot“ angestimmte wurde, fassten sich die Zuhörer stehend an den Händen, bis sie lautstark und ausdauernd ihren Schlussapplaus spendeten. Dieser bewog die Musiker, noch mit einer Zugabe aufzuwarten.




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