zur Navigation springen
Nordfriesland Tageblatt

19. Oktober 2017 | 00:20 Uhr

Interview : Keine Traurigkeit, nur Dankbarkeit

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Pastor Jens-Uwe Albrecht spricht über Entwicklung und Chancen einer Zusammenlegung der Kirchengemeinden Braderup und Klixbüll

shz.de von
erstellt am 01.Okt.2015 | 05:00 Uhr

Mit dem heutigen Tag werden die Kirchengemeinden Braderup und Klixbüll zusammengelegt. Wir sprachen mit dem Vorsitzenden des Kirchengemeinderates Braderup-Klixbüll, Pastor Jens-Uwe Albrecht über dieses Ereignis.

NFT: Herr Pastor Albrecht, in Ihrem aktuellen Gemeindebrief weisen Sie auf die am heutigen Tage, 1. Oktober, rechtlich wirksam gewordene Zusammenlegung der bislang selbständigen Kirchengemeinden Braderup und Klixbüll hin. Wann und aus welchem Anlass nahm der Gedanke der Vereinigung realistische Formen an?
Jens-Uwe Albrecht: Die Idee, in den schwieriger werdenden Zeiten unsere Kräfte bündeln zu wollen, beschäftigt uns bereits seit etwa drei Jahren, wurde aber erst anlässlich je einer Kirchengemeinderatssitzung in Klixbüll und Braderup 2014 erstmals ernsthaft diskutiert und dann sehr zügig umgesetzt.

Wie nahmen die Einwohner der betroffenen fünf Dörfer – Braderup, Uphusum, Holm, Klixbüll und Bosbüll – den Plan der Fusion ihrer Kirchengemeinden auf?
Von „Fusion“ wurde niemals gesprochen, denn bei einer solchen gibt es immer Gewinner und Verlierer, und die wollen wir alle nicht. Die Angehörigen unserer Kirchengemeinden sind bereits seit 1975 derart eng miteinander verbandelt, dass die eine ohne die andere nahezu nichts mehr tun kann. In dieser Situation kommt hinsichtlich eines gemeinsamen Neuanfangs keine Traurigkeit auf, nur Dankbarkeit für das Erlebte, zumal sich an dem alltäglichen Gemeindeleben nichts ändern wird.

Hat der demographische Wandel bei dem Beschluss, sich zusammenzuschließen, eine Rolle gespielt?
Der war sicher schon eine der Ursachen für die Einrichtung der vielen Verbundpfarrstellen in unserem Bereich, nicht aber für die rechtliche Zusammenlegung unserer beiden Kirchengemeinden Braderup und Klixbüll.

Wie haben finanzielle Überlegungen die Entscheidung der Verantwortlichen beeinflusst?
Nein, denn aus finanzieller Sicht ist die Zusammenlegung kurzfristig eher von Nachteil, weil jede Gemeinde bei der Zuweisung der Mittel – zusätzlich zur Prokopfquote – einen Sockelbetrag erhält. Einer davon entfällt nunmehr. Pachteinnahmen und gestiftete Gelder verbleiben an den bislang für sie zuständigen Kirchen. Das wird haushaltstechnisch so gelöst. Auf lange Sicht können sich natürlich positive Synergieeffekte einstellen, wie wir hoffen.

Was versprechen Sie sich selbst von der bedeutsamen Maßnahme für das Wohlergehen der neuen Kirchengemeinde?
Besonders profitieren wird davon die Verwaltung, die wesentlich vereinfacht wird. Und der Umgang mit nur einem Kirchengemeinderat ist natürlich bedeutend leichter als der mit zweien, die gelegentlich Probleme verschieden sehen und deshalb gegensätzliche Beschlüsse fassen.

Wie ist die Zusammensetzung des Kirchengemeinderates bis zur Neuwahl im November 2016 geregelt ?
Die Zusammensetzung bleibt unverändert: je sechs Angehörige aus den bisherigen Kirchengemeinden plus Pastor als Vorsitzender.

Wo liegt der Sitz der neuen Kirchengemeinde Braderup-Klixbüll?
In Braderup, in dessen Pastorat auch die Verwaltung angesiedelt ist, die Konfirmanden unterrichtet werden und der Chor seine Proben abhält.

Wie viele Mitglieder weist die neue Kirchengemeinde heute auf?

Von den rund 2300 auf ihrem Areal lebenden Einwohnern zählen knapp 64 Prozent (somit etwa 1470 Personen) der Evangelischen Kirche an.

 

Hat die Kirchengemeinde schon ein neues Siegel?
Bis zur Einführung eines eigenen Kirchensiegels führt die neu gebildete Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Braderup-Klixbüll ein Interimssiegel, das aber noch gesondert bekanntgegeben werden muss.


Wie gestaltet sich die künftige Verteilung der Gottesdienste auf die St. Nikolaus-Kirche zu Klixbüll und die Braderuper Kirche, deren Name leider in Vergessenheit geraten ist?

Sie werden in wöchentlichem Wechsel, an hohen Feiertagen sowie am Volkstrauertag zeitversetzt in beiden Gotteshäusern, stattfinden, so wie bislang gewohnt. Der erste Gottesdienst wird am Erntedanktag in der Klixbüller Kirche gefeiert. Als symbolischer Akt wird die Braderuper Erntekrone in der Klixbüller Kirche aufgehängt.

Und wie steht es um die übrigen regelmäßig stattfinden Aktivitäten ?
Die finden seit dem Verkauf des Klixbüller Pastorates im Jahre 2009 alle im Braderuper Gemeindesaal statt. So soll es auch bleiben.

Glauben Sie, dass der Schritt, den Braderup und Klixbüll vollzogen haben, von anderen Gemeinden mit Verbundpfarrstellen zum Vorbild genommen wird, sich ebenfalls zu vereinen?
Dazu kann und darf ich nichts sagen. Wenn sie es möchten, sollten sie sich an den Propst wenden. Bei uns war das Zusammenwachsen ein riesenlanger Prozess, betreute doch schon seit 1950 bis heute ein Pastor beide Kirchengemeinden. Wir danken dem Kirchenkreis für seine Hilfestellungen bei der Vereinigung.

Wie lautet Ihr dringlichster Wunsch für die Zukunft Ihrer Kirchengemeinde?
Dass Gott unsere Arbeit unter den neuen Bedingungen segnen möge.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen