Kommentar : Kein Startschuss

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21. Januar 2015, 05:00 Uhr

Die Starken helfen den Schwachen – in der Nachbarschaftshilfe hat das in Südtondern eine lange Tradition. Es zeichnet viele Menschen in der Region aus, dass sie diese Hilfe auch denen anbieten, die erst einmal keine Gegenleistung zur Hand haben. Dabei ist die Hilfe für Flüchtlinge eine vielschichtige und zeitraubende Aufgabe, die auch Enttäuschungen mit sich bringen kann. Aber anders als in mancher Großstadt, wo sich über Wochen das Unverständnis gegenüber den Hilfe Suchenden auf den Straßen zeigte, zeigt sich Südtondern kompromisslos hilfsbereit. Hier haben Viele verstanden, dass niemand seine Heimat aus Spaß zurücklässt oder mit Frau und Kindern aus Lust am Abenteuer tausende Kilometer nach Europa flüchtet. Wer das Netzwerktreffen im Niebüller Rathaus also für einem Startschuss hält, der irrt: Die Hilfe für Asylsuchende ist hier schon lange im Gange. Rasche Wohnungsvermittlung oder Hilfe beim Spracherwerb sind nur zwei Beispiele. Die Kommunikation zwischen den Helfern aus Verwaltung und Bürgerschaft kann trotzdem noch verbessert werden.

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