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Betreuungsangebot : Kein Stadtkümmerer für Niebüll

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Kommunalpolitiker setzen auf mehr Vernetzung der bereits bestehenden sozialen Betreuungsangebote der Stadt

Die 12. Sitzung des Ausschusses für Schule, Kultur und Soziales bewies die Beliebtheit der Stadt. Pastor Thorsten Mohr (Arche) pries die Flexibilität der Kommunalpolitiker, ihn anzuhören. „Es macht Spaß, in Niebüll zu arbeiten!“ Der Pastor der freien Gemeinde stellte kurz die Historie der evangelischen Freikirche in Südtondern vor („Wir sind keine Sekte“) und erläuterte das LOVE-Konzept. Vom 21. bis 26. Juni werden 30 Jugendliche die Stadt positiv aufmischen. Wie in den Vorjahren durch Gartenarbeit, Müllsammeln, soziales Engagement und Angebote für Jugendliche mit einem Spielebus, der am Rathaus stehen wird. Praktizierte Nächstenliebe für Senioren, Flüchtlinge und andere Bedürftige steht auf der Agenda. Geplant ist unter anderem ein großes Abschlussfest an der Wehle mit den Tschernobylkindern. Die Ausschussmitglieder verwiesen auf die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen, um weitere Personenkreise zu erschließen. Während Hendrik Schwind-Hansen (SPD) auf die Mürwiker aufmerksam machte, brachte Kevin Nissen (CDU) den Sportverein ins Spiel. Die Anmerkung Mohrs, dass Niebüll zum Müllsammeln fast zu sauber sei, wurde mit Schmunzeln goutiert. Im Prinzip war man mit dem schwungvollen Vortrag des Pastors schon mitten im Thema Stadtkümmerer. „Brauchen wir einen solchen?“, hatte der Ausschussvorsitzende Bernd Neumann in die Debatte gebracht. Ihm waren entsprechende Stellenanzeigen für Achtrup aufgefallen (wir berichteten), dort wurde eine Person gesucht, die vor Ort soziale Betreuung leistet, als Helfer aktiv ist. Bürgermeister Wilfried Bockholt betonte in seiner längeren Ausführung, dass es sich dabei um Bedarfe kleinerer Gemeinden handele; dort habe es früher die Funktion der Gemeindeschwester gegeben. Für Niebüll käme ein Stadtkümmerer weniger in Betracht. „Wir sollten vielmehr prüfen, was wir bereits haben“, so der Bürgermeister. Er erwähnte Einrichtungen wie Frauenhilfe, Diakonisches Werk, Sozialverband, DRK und Begegnungsstätte, vergaß auch die Kirche und neue Initiativen wie den Tauschring nicht. Thomas Uerschels (SPD) schloss sich dem an. Die Idee sei nicht zielführend. Man solle die Angebote besser bündeln. Und nach außen darstellen. Unklar sei für Außenstehende oder Neu-Niebüller, an wen sie sich wenden sollten. „Immerhin gibt es eine Behörden-Hotline.“ Bernd Neumann griff die Idee der Vernetzung auf und bekam nochmals Unterstützung von den zwei Vorrednern. Thomas Uerschels empfahl die Angebote auf der Homepage der Stadt sichtbar zu machen. Wilfried Bockholt nahm die Anregung pragmatisch auf und wird durch sein Büro eine Auflistung der sozialen Angebote der Stadt vorbereiten. Dann soll im Ausschuss über ein weiteres Vorgehen beraten werden. Denkbar wäre auch ein Flyer oder eine Aufnahme in die Niebüller Infobroschüre. „Es gibt so viele Angebote, die noch nicht bekannt sind“, setzte der Bürgermeister nach. So werden Freizeitangebote für die Ferien – beispielsweise von der Anglerjugend – von der Stadt gefördert, sodass auch Sozialschwache teilnehmen könnten. Auch diese Angebote sollen künftig besser kommuniziert werden.

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erstellt am 12.Mär.2015 | 05:00 Uhr

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