Kabel-Experte : Kein Olympia-Bild ohne ihn

Damit die Live-Bilder der Kameraleute – hier im Alpin-Center – auch verlässlich übertragen werden, begannen Mahl und sein Team schon Monate vorher mit den Vorbereitungen.
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Damit die Live-Bilder der Kameraleute – hier im Alpin-Center – auch verlässlich übertragen werden, begannen Mahl und sein Team schon Monate vorher mit den Vorbereitungen.

Aventofter sorgt dafür, dass Menschen weltweit Livebilder der Olympischen Winterspiele in Südkorea am heimischen Fernseher verfolgen können.

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21. Februar 2018, 03:34 Uhr

Aventoft |
In allen Ländern der Welt verfolgen die Menschen derzeit an den Fernsehschirmen die Olympischen Winterspiele in Südkorea. Dafür, dass diese die Live-Bilder überhaupt weltweit auf den Fernsehschirmen verfolgen können, sorgt Stephan Mahl mit seiner Firma Mahlzeit!-GmbH aus dem niedersächsischen Brietlingen. Das Unternehmen plant und führt sogenannte temporäre und permanente Medien-Kabelinstallationen durch. Hierbei kommt ihm eine über 17-jährige Erfahrung in der Medienbranche mit der Planung und Verkabelung zu gute. In seinem Haus in Aventoft verbringt der Geschäftsführer mit seiner Familie nach eigenen Angaben „jede freie Minute“.

Um sein Jura-Studium zu finanzieren, jobbte der heute 45-Jährige zunächst als Kabelhelfer bei verschiedenen TV-Sendern in Hamburg. Dabei wurde er auf eine Marktlücke zur Installation von Medienkabeln aufmerksam. Durch gute Kontakte zu den Fußballverbänden FIFA und UEFA sowie zum Internationalen Olympischen Komitee (IOC) konnte Stephan Mahl schnell lukrative Auftraggeber für große Events weltweit gewinnen. Im Vorfeld jeder Großveranstaltung muss er hierfür einen enormen technischen Aufwand betreiben, der etwa zwei Jahre zuvor mit den ersten Vorbesichtigungstouren beginnt. Dort werden in den jeweiligen Sportstätten die Kabelwege festgelegt und vermessen, um ausreichend Kabel vorzuhalten.

So war es auch bei den aktuell laufenden Winterspielen in Südkorea, die vom 8. Februar bis Sonntag, 25. Februar, in der südkoreanischen Region Pyeongchang ausgetragen werden. Seit Ende September vergangenen Jahres waren von Mahls Firma sechs Teams mit jeweils acht Leuten, also insgesamt 48 Mitarbeiter, in Pyeongchang tätig. Sie verlegten und installierten dort rund 1800 Kilometer Medien-Kabel, durch die derzeit das Fernsehbild und der -ton in alle Welt geschickt werden.

Seit den Sommerspielen 2008 in Peking sind dies die 6. Olympischen Spiele, bei denen die Spezialfirma im Einsatz ist. „Jetzt sind wir das erste Mal alleine für die gesamte Medienverkabelung aller Wettkämpfe des großen Sportevents zuständig, da es mir gelungen ist, lokale Firmen und speziell die Konkurrenz aus den USA auf die Plätze zu verweisen und den alleinigen Auftrag zu bekommen“, freut sich Stephan Mahl, hörbar stolz auf diesen gigantischen Auftrag. Pyeongchang ist eigentlich nur die Provinz, in der die Spiele stattfinden.Genauer gesagt, stehen die Sportstätten in Hyeongye (Olympiastadion), Gangneung (alle Schlittschuhwettbewerbe und Curling), Bongpyeong-myeon (Halfpipe, Skicross und Snowboard), YongPyong (Riesenslalom und Slalom), Jeongseon (Abfahrtslauf, Super G und Kombination) und in Alpensia (Skeleton-, Bob- und Rodelbahn, Skispringen, Biathlon und Langlauf). Durch diese unterschiedlichen Wettkampfstätten ergeben sich dann auch die erstaunlichen kilometerlangen Kabelleitungen. Erst mit dem Abbau nach den Paralympics am 7. April endet das Projekt für die Firma in Südkorea. Stephan Mahl selbst ist jetzt nicht mehr vor Ort, sondern hat seine Mission dort bereits vor rund zweieinhalb Wochen beendet.

Dadurch konnte er mit seiner Ehefrau noch am Feuerwehrfest in Aventoft teilnehmen und dort von seinen Erlebnissen in Südkorea berichten. Von politischen Spannungen auf Grund der gegenseitigen Drohgebärden der USA und Nordkorea konnte man an den Olympia-Stätten, die lediglich 80 Kilometer von der Grenze zum Norden entfernt liegen, überhaupt nichts bemerken, sagt Stephan Mahl. Im Gegenteil, „die Leute in Südkorea freuen sich auf die Spiele und vor allen Dingen darauf, dass Süd- und Nordkorea eine gemeinsame Mannschaft dort bilden“.

Nach der Olympiade geht es für den Kabel-Mann dann fast nahtlos mit der im Sommer stattfindenden Fußball-Weltmeisterschaft in Russland weiter, bei der dann über 80 Mitarbeiter im Einsatz sein werden. Auch dort sind die Fachleute aus Mahls Firma dann wieder exklusiv für die gesamte Medienverkabelung in allen Stadien verantwortlich.

Zudem wird dort noch zusätzlich ein Großteil der Kamerakabel gestellt. Parallel zur Fußball-WM soll außerdem das Europa-League-Finale in Lyon, das Champions-League-Finale in Kiew und der Super-Cup in Tallinn für die UEFA von Stephan Mahl und seinen Mitarbeiten verkabelt werden. Langweilig wird es dem Kabelexperten vermutlich nicht so schnell werden.

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