Kein grünes Licht für Sozialarbeit

Fachausschuss betont die Bedeutung der Schulsozialarbeit – stimmt der Fortführung wegen unsicherer Fördermittel aber nicht zu

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09. März 2017, 11:30 Uhr

Die Schulsozialarbeit an der Grundschule an der Linde Leck/Außenstelle Enge-Sande ist richtig, wichtig und notwendig. Das signalisierten die Politiker im Ausschuss für Bildung, Jugend, Kultur und Sport. Grünes Licht gaben sie für eine Fortführung allerdings nicht: Es soll abgewartet werden, mit wie viel Bundes-, Landes- oder Kreismitteln diese Aufgabe weiterhin gefördert wird.

Die allgemeine Schulsozialarbeit an der Grundschule ist bis zum 31. Dezember dieses Jahres mit 30 Stunden wöchentlich bewilligt – Kosten: 37  200 Euro pro Jahr. Das Konzept wird durch die Gemeinde Leck als Schulträger mitfinanziert und durch Landesmittel sichergestellt. Aber wie geht es ab 2018 weiter? Eine frühzeitige Entscheidung zur Fortführung sei im Interesse der Beschäftigten erforderlich, hieß es.

Damit diese nicht auf der Straße stehen, müssten sie die Gelegenheit haben für einen rechtzeitigen, eventuellen Arbeitgeber-Wechsel. Doch die Mitglieder des Gremiums wollten noch nicht ihr Votum abgeben, denn falls es keine Mittel aus Fördertöpfen gibt, steht die Gemeinde mit den Gesamtkosten allein da. Moniert wurde, dass das Land diese Maßnahme vor Jahren angeschoben hat und die Gemeinden nun damit allein lässt. Die Notwendigkeit der Schulsozialarbeit sahen alle Politiker und Ingo Scholz (CDU) brachte es auf den Punkt: „Die Investition in unsere Kinder ist besser als wenn später ,Reparaturarbeiten‘ bei Kinder ab 16 plus entstehen“. Dem Antrag von Jürgen Daniel, diesen Tagesordnungspunkt abzusetzen, wurde mehrheitlich zugestimmt.

Das gleiche galt für die Tagesordnungspunkte sieben und acht, bei denen es um zwei weitere Konzepte an der Grundschule geht und über deren Fortführung ebenfalls entschieden werden sollte. Das Projekt „Hand in Hand“ sorgt dafür, dass den Vorschulkindern der Übergang vom Kindergarten in die Schule erleichtert wird und ist eine wichtige Vorbereitung auf die Schulbildung. Die Kosten belaufen sich in 2017 auf 36  100 Euro.

Die andere Maßnahme beinhaltet eine UNO-Klasse. Dabei handelt es sich um eine besondere Lerngruppe, in der schwer beschulbare Kinder für einen gewissen Zeitraum beschult und auf den „normalen“ Schulbetrieb vorbereitet und integriert werden, die Gesamtkosten belaufen sich in diesem Jahr auf 22  400 Euro.

Als Elternvertreter fragte Tobias Mordziol an, warum die Offene Ganztagsschule (OGS) an der Grundschule freitags nur bis 13 Uhr geöffnet hat. Der Vater einer Erstklässlerin würde sich ein erweitertes Angebot wünschen, ebenso wisse er das von fünf anderen Familien, deren Elternteile berufstätig sind. Es passte gut, dass Grundschulleiter Jan Lietzau anwesend war, der zu diesem Thema Stellung nahm. Die Öffnungszeiten hätte man nach dem Umzug der OGS in die Grundschule übernommen, erklärte er. „Wenn der Wunsch besteht, freitags bis 16 Uhr das Angebot vorzuhalten, müssen wir darüber beraten und in der Schulkonferenz – in Absprache mit der Gemeinde – beschließen“, sagte Lietzau.

Thema war auch das Jugendübernachtungsheim Haidburg, das umfangreich saniert werden soll. Der Verein bittet um finanzielle Unterstützung, worüber nun im Ausschuss beraten wurde. „Als Bedarfsgemeinde können wir kein Geld spenden, das wir nicht haben“, sprach sich Jürgen Daniel (UWL) dagegen aus. Andere Politiker hielten es für wichtig, mit einer kleinen Summe von 500 Euro ein Zeichen zu setzen für reichere Gemeinden. „Die Haidburg wird auch von Lecker Kindern genutzt“, wurde als befürwortendes Argument ins Feld geführt. Das letzte Wort wird in dieser Sache der Finanzausschuss haben.  

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