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Kostenlose Aktion : Kastration: Hilfe für tierische Patienten

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Der Tierschutzverein Niebüll startet eine Aktion zur kostenlosen Kastration von Katzen. Noch bis zum 14. Februar werden Anmeldungen angenommen.

shz.de von
erstellt am 08.Feb.2014 | 06:00 Uhr

Fienchen scheint zu ahnen, dass es gleich ernst wird: Eingeschüchtert hockt die junge Katze auf dem Behandlungstisch von Tierarzt Dr. Dieter Würz. Genau wie hunderte weitere Haustiere in Südtondern muss auch die einjährige Katze in diesen Tagen kastriert werden. „Die Maikatzen des vergangenen Jahres sind jetzt im richtigen Alter, um behandelt zu werden“, weiß der Niebüller Tierarzt. Momentan operiert Würz täglich mehrere Tiere und schützt die Besitzer damit vor unerwünschtem Katzen- oder auch Hundenachwuchs.

Für Katzen ist die Behandlung mit 80 bis 100 Euro etwas teurer als für die männlichen Vertreter ihrer Art, für die Tierärzte rund 50 Euro berechnen. „Das liegt daran, dass eine Kastration bei einer Katze mehr Aufwand bedeutet“, sagt Würz. „Bei einem weiblichen Tier müssen wir erst den Bauchraum öffnen. Bei Katern liegen die wichtigen Teile ja außen.“

Auch wenn Tierliebe bei Katzenbesitzern in der Regel reichlich vorhanden ist – das Geld für eine Kastration kann trotzdem fehlen. Das weiß auch Gesche Iben-Hebbel, die sich seit sieben Jahren für den Tierschutzverein Niebüll engagiert und sich um die Katzenauffangstation kümmert. „Man hat es immer wieder von Besitzern gehört, dass ihnen die Kastration zu teuer ist“, berichtet die Krankenschwester. Daher hat die Tierschützerin mit dem Verein nun zum 5. Mal eine Aktion gestartet, die auch Geringverdienern und Hartz-IV-Empfängern eine Behandlung ihrer Tiere ermöglichen soll. „Das Angebot des Tierschutzvereins läuft noch bis Freitag, 14. Februar – bis dahin können sich Interessenten bei uns melden.“ Ist der Kontakt zu Gesche Iben-Hebbel erst einmal hergestellt, berät sie die Anrufer über die nächstbeste Möglichkeit die Tiere kastrieren zu lassen. „Fünf Tierärzte in der Umgebung beteiligen sich an der Aktion. Wir vermitteln die Kontakte.“ Die Behandlungskosten werden anschließend von dem Verein getragen, der in diesen Jahr auf eine großzügige Spende eines Niebüllers in Höhe von 3000 Euro zurückgreifen kann.

Die Resonanz auf das Angebot des Tierschutzvereins Niebüll ist schon jetzt groß: „Bisher haben wir über 70 Anmeldungen bekommen“, berichtet Iben-Hebbel. Auch ganze Katzenfamilien sind unter den tierischen Patienten.

Was passieren kann, wenn besonders Katzenhalter es versäumen, ihre Tiere rechtzeitig kastrieren zu lassen, davon kann Gesche Iben-Hebbel aus ihrer langjährigen Erfahrung berichten: „Kürzlich hatten wir einen Fall in Rosenkranz, da hielt sich eine ältere Dame 22 Katzen, die alle nicht kastriert waren.“ Als die Niebüller Tiershützer davon hörten, kamen sie der dankbaren Frau zur Hilfe. „Jedes Jahr müssen wir wegen solcher Fälle ausrücken.“

Einen besonders extremen Fall habe es im vergangenen Jahr in Leck unweit der Familienbildungsstätte gegeben. „Hier hat eine Frau quasi mit offenere Tür gelebt und viele Katzen versorgt.“ Solches Verhalten habe nur noch vordergründig etwas mit Tierliebe zu tun, so die Tierschützerin. „Das ist dann einfach nur noch verantwortungslos und inkonsequent.“ Wer den eigenen Katzen nicht mehr Herr wird, der bekommt von dem Verein auch entsprechende Fallen zur Verfügung gestellt, um die Tiere für einen Tierarztbesuch einzufangen.

Katze Fienchen hat ihren Eingriff bei Dr. Würz, der inklusive Betäubung nur rund 20 Minuten dauert, derweil gut überstanden. Ihre Besitzer können die Kastration bar bezahlen. Für all diejenigen,deren Budget dies nicht zulässt, bietet sich die Kastrations-Aktion des Tierschutzvereins Niebüll als Alternative an.


Kontakt: Gesche Iben-Hebbel, Telefon 04661/6571

 

 

 

 

 

 

 

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