Jugendinitiative : Kampf gegen Plastikmüll

Weltweites Problem: Der Kinder- und Jugendbeirat Niebüll will etwas gegen Plastikmüll tun.
Weltweites Problem: Der Kinder- und Jugendbeirat Niebüll will etwas gegen Plastikmüll tun.

Der Niebüller Kinder- und Jugendbeirat will die Geschäfte überreden, keine Kunststofftüten mehr auszugeben.

shz.de von
12. September 2018, 15:12 Uhr

Der Niebüller Kinder- und Jugendbeirat trifft sich regelmäßig, verlässt dazu auch die Räumlichkeiten im Rathaus. Diesmal traf man sich im Haus der Jugend, in Anwesenheit von einigen Stadtvertretern und Gästen wie Manfred Steffens, dem Kreisbeauftragten für Menschen mit Behinderung.

Leiter Frank Sauer begrüßte die Gäste und führte sie nach der Sitzung einmal durch das Haus. „Derzeit bauen wir den Multimedia-Bereich aus. Wir können bald selbst Videoclips produzieren. Das Ganze ist so konzipiert, dass die Jugendlichen schnell erste Erfolge haben.“ Bereits jetzt ist das Haus der Jugend eine Brutstätte für junge Bands, Möglichkeiten zum Musikmachen sind vorhanden.

Der Vorsitzende des Beirats, Bo Carstensen, sieht hier gleich Chancen der Zusammenarbeit. „Wir überlegen derzeit, einen Film zur Vermeidung der Ausgabe von Plastiktüten in den Niebüller Geschäften zu realisieren.“ Doch noch ist alles in der Vorplanung. Die Jugendlichen hatten bereits eine Befragung der Geschäftsleute gestartet, waren dabei auf unterschiedliche Resonanzen gestoßen. Von „Der Kunde hat ein Recht auf eine ordentliche Verpackung, sprich Plastiktüte, – speziell bei Regen“ bis zum oft geäußerten „Wir bieten Papiertüten als Ersatz an“ war alles dabei. „Wir werden uns dazu mit Stadtmarketing-Leiter Holger Heinke zusammensetzen“, meinte Carstensen. „Es könnte ja auch ein positiver Werbefilm sein“, regte Stadtvertreter Hendrik Schwind-Hansen (SPD) an. Er erwähnte den neu eröffneten „Unverpackt“-Laden in Husum, der ganz auf Verpackungen verzichte. Für den Transport bringt man eigene Behälter oder Taschen mit.

Mit ins Spiel kam auch Sebastian Loske von der SSW-Fraktion. „Wir haben vorgeschlagen, öffentliche Veranstaltungen der Stadt nur noch ohne Plastikgeschirr durchzuführen“, so der Politiker. „Finden wir gut“, meinte der Vorsitzende und schaute in die Runde: Seine Mitstreiter Niels Bremes, Pauline Alex, Svea Johannsen, Mika Wichter und Lina Schwobe nickten und lächelten erfreut.

Zunächst hatten die Jugendlichen aus den Ausschüssen der Stadt berichtet. Lina Schwobe hatte sich in der Carl-Ludwig-Jessen-Schule mit Vertretern der seit 2013 bestehenden Offenen Ganztagsschule (OGS) getroffen. Dabei ging es um ein gemeinsames Fußballspiel. „Gleichzeitig wünschen sich die Schüler mehr Vernetzung und Verbindung, eine bessere Integration in der Stadt“, so Lina Schwobe.

Das neue Spielkarussell für Rollstuhlfahrer am Spielplatz Holunderring werde positiv aufgenommen – es könnten jedoch stadtweit mehr Geräte sein. „Wir wollen daher die Spielplätze unter die Lupe nehmen“, erklärte Bo Carstensen, „nicht alle sind auf dem neuesten Stand. Da wir verteilt wohnen, sollten wir das schaffen.“

Mit dem Ziel, mehr Aufmerksamkeit für die Arbeit der kommunalen Kinder- und Jugendvertretungen sowie eine höhere Wahlbeteiligung zu erreichen, finden in diesem Jahr wieder landesweit gemeinsame Wahlen zu den Kinder- und Jugendvertretungen statt. Hierzu will das Niebüller Gremium rechtzeitig informieren.

Auch bei der Gestaltung von Infotafeln am Malmesbury-Haus ist die Mitarbeit der Jugendlichen gefragt. Hier soll Ende September nachgerüstet werden; im Vorjahr hatten Jugendliche das Häuschen im Malmesburypark mit Motiven aus der Partnerstadt unter der Leitung von Uschi Schmiedeberg bemalt.


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