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Ausstellung Niebüll : Junge Sicht auf die Werke Noldes

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Erfrischend, berührend und unverbraucht: Erste Ausstellung der Malschule Seebüll in der Stadtbücherei eröffnet.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2017 | 10:44 Uhr

Niebüll | Wie malen Kinder Nolde? Die Antwort auf diese spannende Frage gibt eine Premiere, die am Sonnabend trotz des Starts in die Herbstferien doch einige Menschen in die Stadtbücherei Niebüll lockte. Dort wurde die Eröffnung der ersten Ausstellung der Malschule Seebüll gefeiert. Unter die Vernissage-Besucher mischte sich neben anderen Ehrengästen auch Schriftsteller Jochen Missfeldt, der eigens von der Buchausstellung ins nördliche Nordfriesland kommt. „Alle Reaktionen sind fantastisch, die Besucher sind begeistert – und können nicht glauben, welche Altersgruppen diese Bilder gemalt haben“, sagt Leiter Ronald Steiner über die ersten Tage, in denen die mit 36 Bildern bisher größte Ausstellung in der Stadtbücherei bereits zu sehen ist. Viele der Werke stammen von Erstklässlern – auch die farbenfrohen Porträts und Blumen, die das Pult der Redner umrahmen.

Zu den wenigen anwesenden Nachwuchs-Künstlern zählt Absam, die ihr Porträt vor den Sommerferien als Viertklässlerin der Alwin-Lensch-Schule in Seebüll gemalt hat. „Ich mag Farben, besonders Rot und Gelb – die Malschule hat richtig Spaß gebracht. Ich habe mir von meiner Mama gewünscht, dass ich dort wieder malen darf“, sagt das fröhliche Mädchen mit dunklen Locken.

„Bitte ermöglichen Sie Ihren Kindern, sich auch weiter nicht nur sportlich auf dem Fußballplatz, sondern auch künstlerisch in der Malschule entwickeln zu können“, appelliert Dirk Ehlers in seinem Grußwort im Namen der Stiftung und deren Freundeskreis.

Schon der Raum der Malschule in Seebüll, der unendlich weite Blick in den Himmel und die Landschaft begeistere die Kinder, sagt Mechthild Gransow – das Herz der Malschule, die mittlerweile sieben Mitarbeiter zählt. Zuerst gehe sie mit den Kindern immer in die Ausstellung. „Es ist faszinierend, dort die Erstklässler zu beobachten, wenn sie die Blumenmotive betrachten. Wie es plötzlich Klick macht, sie ganz selbstverständlich verinnerlichen, dass diese Blumen schweben“, schwärmt Mechthild Gransow. Danach geht es in den Nolde-Garten, um zu schauen, wie zum Beispiel der Wind auf die Blumen wirkt. Danach werden im Malraum der Kreativität keine Grenzen gesetzt – schwarze Linien dürfen übermalt werden, Farben ineinander laufen. Gerade dadurch kommt eine frische und freie Bewegung in die Bilder – eine Faszination und Ursprünglichkeit, der sich der Betrachter kaum entziehen kann, die wohl auch Emil Nolde selbst begeistert hätte. Den Grund für diese Wirkung nennt Amtsvorsteher Peter Ewaldsen in seinem Grußwort: „Kinder machen sich keine Gedanken, sie gehen so unverbraucht und direkt an die Sache heran, genau das drücken diese Bilder aus.“

Die thematischen Schwerpunkte der Ausstellung sind Blumenmotive, Tanz-Szenen, Porträts und die Nolde-Ziege. Ergänzt wird die Präsentationen von einigen Ton-Skulpturen in Ziegenform, erstellt von der Grundschule Süderlügum. Die anderen jungen Maler der Ausstellung kommen von der Emil-Nolde-Schule in Neukirchen, der Friedrich-Paulsen Schule und der Alwin-Lensch-Schule in Niebüll sowie der Grundschule Stadum. Besucht wird die Malschule aber von vielen weiteren Schulen des Kreises, des Landes und aus anderen Bundesländern. „Ihr habt Glück, dass ihr an einem so tollen Ort, den Umgang mit Farben lernen könnt. Und wir alle haben Glück, dass es dadurch diese einzigartige Ausstellung hier im heimlichen Kunsttempel Südtonderns zu sehen gibt“, betont Peter Ewaldsen.

Dirk Ehlers wünscht sich: „Es wäre wunderbar, wenn diese Ausstellung der Grundstein für eine Kooperation zwischen Seebüll und der Stadtbücherei sein könnte.“ Wenn sich daraus weitere so authentische, erfrischende und berührende Projekte wir das Gastspiel der Malschule entwickeln, geht dieser Wunsch hoffentlich in Erfüllung. Die Herbstferien sollten viele daheim gebliebene Familien dazu nutzen, sich die junge Interpretation der Nolde-Werke in der Stadtbücherei anzuschauen, dort wird sie noch bis zum 4. November zu sehen sein. 

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