Engagement : Jubiläum bei den „Blauen Engeln“

Seit 10 Jahren im ehrenamtlichen Dienst: die Patientenhilfe am Klinikum Niebüll.
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Seit 10 Jahren im ehrenamtlichen Dienst: die Patientenhilfe am Klinikum Niebüll.

Von Botengängen bis zum Zuhören: Seit zehn Jahren kümmern sich Ehrenamtliche der Patientenhilfe um Kranke des Klinikums.

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02. Juni 2014, 07:45 Uhr

Die ehrenamtliche Patientenhilfe gibt es seit zehn Jahren. Sie ist ein „Kind“ des Krankenhausfördervereins. Werner Preuß leitet sie seit der Gründung. Und nicht nur wegen ihrer Kittel nennt man die Helfer die „Blauen Engel“. Ihr erstes rundes Jubiläum war Anlass zu danken und Rückschau zu halten.

Wer „auf Station“ liegt und keine Angehörigen hat, kann Hilfe gebrauchen. Aber auch für Familienmitglieder sind Angehörige nicht immer zur Stelle. Neben Handreichungen und Besorgungen brauchen sie vor allem Zuspruch. „Das alles erfordert großes persönliches Engagement“, erklärte der Vorsitzende des Fördervereins Kreiskrankenhaus Niebüll, Karl-Heinz Schmidt.

„Wir tun unsere Arbeit gern“, versichert Annelore Bünger, die den zurzeit erkrankten Werner Preuß vertritt. Der Jubiläumstreff im Klinikum war gleichzeitig die 124. Sitzung des Helferkreises, dem heute acht Frauen und fünf Männer angehören. Seit der Gründung ist Inge Peters dabei. Ansonsten habe es im Kreis der Helfer ein Kommen und Gehen gegeben. Es wurde auch von Beginn an, wobei jede Station in jeder Woche besucht wurde, Buch geführt. „Danach wurden seit der Gründung am 10. Mai 2004 bis heute 2455 Stunden und 24 Minuten ehrenamtliche Hilfe geleistet.

Die Patientenhilfe setzt sich aus vielen kleinen Handreichungen zusammen. Mal wollten Alleinstehende etwas aus ihrer Wohnung geholt haben, mal war ein Besorgungsgang zu erledigen – für Fremde von weither auch schon mal Kleidung vom Roten Kreuz zu besorgen. Doch das Allerwichtigste war stets, den Menschen im Krankenbett zuzuhören. Dann und wann waren englische und französische Sprachkenntnisse gefragt. Aber zu Einheimischen war der Kontakt stets ganz schnell hergestellt, wenn das Gespräch in der Muttersprache des Patienten auf Friesisch, Platt oder Dänisch geführt werden konnte.

Der Ärztliche Direktor des Klinikums, Dr. med. Hans-Ralph Burow, dankte der Patientenhilfe im Namen der Mitarbeiter des Hauses. „Für uns war Ihr Einsatz eine spürbare Erleichterung und Entlastung“, erklärte er, „und für die Patienten ein Hauch von Wärme.“ Christian Volquardsen aus der Geschäftsleitung des Hauses: „Ihre Zeit für die Patienten war auch ihre ganz persönliche Zeit.“

Und was sagt Werner Preuß? „Schade, dass ich am Jubiläumsabend nicht dabei sein konnte“, erklärte er am Telefon. Die Idee zur Gründung der Patientenhilfe kam ihm bei einem Klinikaufenthalt in Flensburg, „wo es so etwas schon gab“, wie er sich erinnert. Bei Hans Rudolf Sönksen (damals KKH-Geschäftsführer) rannte er mit seiner Idee offene Türen ein. Die erste „Dienstkleidung“ in Form von grünen Kitteln wurde schnell gegen blaue Kittel getauscht („Weil man uns sonst mit dem Reinigungspersonal verwechselt hätte“). Dann lief die Arbeit an. „Während der Förderverein, von dem wir 1000 Euro zum Start bekamen, Geld spendet, spenden wir Zeit“, so Werner Preuß. „Ich betrachte die Patientenhilfe als mein Baby“, ergänzte er, zurzeit selber Patient und nach seiner kräftigen Stimme zu urteilen, auf dem Wege der Besserung.


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