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Nordfriesland Tageblatt

22. Oktober 2017 | 01:20 Uhr

Jubel, Applaus und stehende Ovationen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Sae-Nal Lea Kim und Luise Bodendorff erfüllten in ihrem Rathauskonzert auch die höchsten Erwartungen des Publikums souverän

shz.de von
erstellt am 13.Dez.2013 | 17:54 Uhr

Der Verein der Musikfreunde in Leck und Umgebung veranstaltete im Sitzungssaal des Rathauses sein letztes Konzert im auslaufenden Jahr. Quasi als letzte erfolgreiche Amtshandlung war es dem ausgeschiedenen Vorstand gelungen, als Interpreten ein besonders gut aufeinander eingespieltes, an musikalischer und spieltechnischer Qualität herausragendes Klavier-Duo zu verpflichten. Die Pianistinnen Sae-Nal Lea Kim und Luise Bodendorff, die als vierhändig konzertierendes Team der kleinen, elitären Bundesauswahl junger Künstler des Deutschen Musikrates angehören, begeisterten ihre Zuhörer.

Als an der Organisation des Konzertes noch maßgeblich Beteiligter nutzte der bisherige Vereinschef, Michael Hoppe, die Gelegenheit, sich offiziell zu verabschieden und allen Dank zu sagen, die während seiner langen Dienstzeit auf ihre Weise das Leben und Wirken des Vereins gefördert hatten. Sein Fazit: „Wir hatten 20 schöne Jahre.“

Als erstes Werk seines Programms hatte das „Duo Kim-Bodendorff“ die Sonate C-Dur (KV 521) von Wolfgang Amadeus Mozart ausgewählt, die sich durchgehend heiter präsentierte, spieltechnisch aber derart knifflig ist, dass selbst der für seine Virtuosität berühmte Komponist sie als „etwas schwer“ einstufte. Die beiden auf Augenhöhe gleichrangig musizierenden Künstlerinnen meisterten alle Schwierigkeiten ohne erkennbare Mühe. Dabei warfen sie sich gegenseitig musikalisch die Bälle zu, dass es eine Freude war, oder führten gemeinsam parallele Läufe in schwindelerregendem Tempo aus. Aus dem ständigen Wechsel zwischen Dialogen und gemeinsamer Themenverarbeitung bezog die Interpretation ihren besonderen Reiz.

Es folgten „Vier Norwegische Tänze (op. 35)“ von Edward Grieg. Diese für Skandinavien charakteristische Musik basiert überwiegend auf originalen Volksweisen, zum Teil aber auch auf vom Verfasser selbst erdachten, diesen nachempfundenen Themen. Auffällig war der häufige Wechsel von liedhaften zu geradezu wild anmutenden Passagen.

Durch alle Höhen und Tiefen des Lebens scheint sich das „Allegro a-moll“ (op. Posth. 144/ D 947 f“ von Franz Schubert zu bewegen, weshalb der Verleger des Komponisten das klangschöne und an leidenschaftlichen Gefühlen reiche Werk – vermutlich aus verkaufstechnischen Gründen – mit der Überschrift „Lebensstürme“ versah.

Vor den „Six morceaux (op. 11)“ von Sergej Rachmaninow wechselten Sae-Nal Lea Kim und Marie-Luise Bodendorff ihre Plätze, um sodann in neuer Position wieder Musik wie aus einem Guss zu zelebrieren. In diesen – in ihrem Charakter grundverschiedenen – Stücken huldigt der Komponist der „dekorativen Pracht der Gründerjahre“ (W. Oehlmann) und fordert den Interpreten ein Höchstmaß an Virtuosität ab. Das Duo Kim-Bodendorff erwies sich dieser Herausforderung vollauf gewachsen.

Das Publikum bedankte sich bei den Pianistinnen mit lebhaftem Beifall, der die Künstlerinnen zu einer mitreißenden Zugabe bewog: der Ouvertüre zur Oper „Der Barbier von Sevilla“ von Rossini. An deren Ende sprangen die Zuhörer vor Begeisterung von ihren Plätzen auf und jubelten dem Duo stehend so lange zu, bis dieses noch mit einer zweiten Zugabe aufwartete: einer Wiederholung des Satzes „Valse A-Dur“ von Rachmaninow.

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