Jubiläum an der Orgel : Jochen Seeger ist seit 25 Jahren Kirchenmusiker

<p>Jochen Seeger an der Orgel in der St. Johannes-Kirche in Neukirchen.</p>

Jochen Seeger an der Orgel in der St. Johannes-Kirche in Neukirchen.

Seit 1994 arbeitet der  gebürtige Darmstädter Jochen Seeger als Organist in Südtondern.

shz.de von
07. Mai 2019, 15:24 Uhr

Herr Seeger, was hat Sie vor fast 26 Jahren in das nördliche Nordfriesland verschlagen ?

Mein Mann Christoph Marschner wurde 1993 Geschäftsführer des Sylter Flughafens. Wir suchten damals ein Haus auf dem Festland und wurden in der Pörksensiedlung in Rodenäs fündig. So sind wir im Oktober 1993 nach Nordfriesland gezogen. Ein paar Wochen später klingelte das Telefon. Pastor Wagner aus Neukirchen hatte gehört, dass ein Organist in Rodenäs wohnt. Er fragte, ob ich in Neukirchen und Aventoft an Weihnachten die Orgel spielen könnte.

Seit wann sind Sie in welcher Kirchengemeinde als Organist tätig?

Seit April 1994 in Neukirchen und Aventoft. 2003 kamen dann Klanxbüll und Rodenäs dazu. Diese Stelle wurde dann die erste regionale Kirchenmusiker-Verbundstelle im damaligen Kirchenkreis Südtondern. 2014 habe ich mich in Süderlügum-Humptrup beworben und bin nun in Neukirchen, Aventoft, Rodenäs und Süderlügum-Humptrup tätig.

Ist Ihnen Ihr musikalisches Talent schon in die Wiege gelegt worden?

Mein Elternhaus war ganz und gar nicht musikalisch. Ende der 1970er Jahre begann ich, auf der Heimorgel zu spielen. Das war damals groß in Mode. Deswegen wollte ich das auch gerne machen. In der Konfirmandenzeit war ich dann von der Kirchenorgel begeistert, so dass ich dann professionellen Orgelunterricht bei einer Kirchenmusikerin bekam. Nach ein paar Jahren habe ich dann erste Gottesdienste und in den umliegenden Kirchengemeinden Orgelvertretungen gespielt.

Was haben Sie ursprünglich beruflich gemacht?

Nach der Schule begann ich eine Lehre als Kaufmann im Lebensmitteleinzelhandel, die ich Ende der 1980er Jahre auch abgeschlossen habe. Danach habe ich zwei Jahre im Seniorenheim auf der Pflegestation meinen Zivildienst absolviert.

Neben Ihrer Organisten-Tätigkeit arbeiten Sie für die Kirchengemeinde Neukirchen als Küster, sind dort ehrenamtlich als Bau- und Finanzausschussvorsitzender im Kirchengemeinderat tätig und singen mit in der Regionalkantorei Südtondern. Woher rührt Ihr großes Engagement für die Kirche ?

Seit über  40 Jahren singe ich in verschiedenen Chören mit. In meiner Heimatkirchengemeinde im Odenwald habe ich schon früher gerne mitgeholfen, sei es bei Küstertätigkeiten, beim Erforschen von Kirchenarchiven oder im Kirchenbüro. Das setzt sich bis heute fort. Wenn ich neben all den Tätigkeiten noch Zeit finde, sichte ich gerne Akten und Chroniken aus früheren Zeiten und bin erstaunt, was man manchmal wieder ans Tageslicht zurückholt.

Bleibt Ihnen durch Ihr großes Engagement noch Zeit für private Tätigkeiten oder Hobbys ?

Dafür bleibt auf jeden Fall noch Zeit. Wir haben ja ein großes Anwesen und verreisen auch gerne mal.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft ?

Dass wir auch in den kleinen Kirchengemeinden weiterhin unsere wunderbaren mittelalterlichen Kirchen erhalten  und noch viele schöne Gottesdienste darin feiern können.

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