zur Navigation springen
Nordfriesland Tageblatt

15. Dezember 2017 | 15:21 Uhr

Jetzt muss verhandelt werden

vom

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Nordfriesland | Nein, enttäuscht sei er nicht: CDU-Fraktionschef Tim Hanke hatte gestern Abend schon genau gerechnet: Danach haben die Christdemokraten beim Vergleich mit der Kreiswahl 2008 nur "knappe 300 Stimmen" verloren. "Ein Knaller-Ergebnis ist es natürlich nicht", gab Hanke zu, "aber wir sind mit deutlichem Vorsprung stärkste Kraft im Kreistag." Heute werde die Fraktion die Weichen stellen und auch den Kreispräsidenten nominieren. Und da es nicht die absolute Mehrheit geworden ist, stehen laut Hanke "Gespräche mit allen" über politische Zusammenschlüsse an. Dass es eine Präferenz in der CDU gibt, das alte Bündnis mit Grünen und Liberalen aufleben zu lassen, verschwieg er nicht. "Wir haben fair und vertrauensvoll zusammengearbeitet."

Genau diese Koalition wollen Sozialdemokraten und SSW nach Möglichkeit verhindern. SPD-Fraktionschef Thomas Nissen zeigte sich deshalb über die Stimmengewinne "in einem begrenzten Maße" nicht nur erfreut. "Wir hatten mehr erwartet." Denn Wahlziel sei es gewesen, dass CDU, FDP und Grüne ihre Regierungsmehrheit verlieren, um weg von einer Politik der "festen Vereinbarungen" zu kommen. Nissen hofft nun, dass sich die Grünen - die entscheidenden Mehrheitsmacher dieser Wahl - für ein neues Bündnis entscheiden. Reden werde die SPD mit allen - auch mit den Piraten und den Linken. Diese Offenheit sagte gestern ebenfalls Kerstin Mock-Hofeditz, Spitzenkandidatin der umworbenen Grünen, zu. "Wir sind nicht für Jamaika abgestraft worden, sondern haben ein gutes Bild abgegeben." Insbesondere das Schwerpunktthema "Klimaschutz" ist nach ihrer Einschätzung vom Wähler honoriert worden.

"Happy" äußerte sich SSW-Fraktionschef Ulrich Stellfeld-Petersen. "Wir haben unseren Stimmenanteil leicht ausgebaut und sehen uns in unserer Arbeit bestätigt. Jetzt wollen wir wechselnde Mehrheiten - und hoffen, dass sich die Grünen nicht an die CDU hängen." Eine "richtige Erklärung" für das schlechte Abschneiden der FDP hatte Spitzenkandidat Jörg Tessin nicht. Er vermutete jedoch, dass der Bundestrend "nicht auszuschalten" gewesen war. Tessin blickte vorwärts: "Wir müssen mehr Fuß fassen in den Gemeinden und stärker das Gespräch mit dem Bürger suchen." Doch, er habe erwartet, dass die Piraten in den Kreistag einziehen: Spitzenkandidat Timo Ploog sympathisiert bei Bündnisfragen mit den Grünen, bei denen er thematisch die meisten Überschneidungen sieht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen