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Nordfriesland Tageblatt

21. Oktober 2017 | 04:11 Uhr

Konzert : Jedes Lied eine anrührende Geschichte

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Beim Liederabend "Im Krieg und in der Liebe" erwiesen sich Neele Kramer und Philipp Heiß als hochsensibles, hervorragend aufeinander eingespieltes Duo.

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erstellt am 22.Mai.2014 | 11:30 Uhr

Der Verein der „Musikfreunde in Leck und Umgebung“ beendete seine Konzertsaison 2013/14 mit einem anspruchsvollen Liederabend im Lecker Rathaus. Er stand unter dem Thema „Im Krieg und in der Liebe“. Gestaltet wurde er von dem jungen, aber schon sehr erfahrenen und bereits mehrfach ausgezeichneten Künstler-Duo Neele Kramer (Mezzosopran) und Philipp Heiß (Klavier). Beide sind Stipendiaten des Deutschen Musikrats, zählen zu dessen exklusivem Kreis seiner Auswahl „Konzerte junger Künstler“.

Als Vorsitzende des gastgebenden Vereins hieß Heidi Specht-Christel die erwartungsvollen Zuhörer willkommen. Bevor sie diese in die von der Sängerin und ihrem Begleitpianisten gewählte Thematik des Abends einführte, bedankte sie sich bei der Leiterin der Filiale Leck der Nord-Ostsee Sparkasse, Anja Ehlers, für den Erhalt einer großzügigen Spende für die Realisierung des Konzertes und die Gestaltung eines Flyers mit dem Programm des Saison 2014/15. Wie sie sodann ausführte, habe des Duos „Liebe zu Gegensätzen“ zur Auswahl der Lieder geführt. Schon Napoleon habe konstatiert, im Krieg und in der Liebe sei alles erlaubt. In der heutigen Zeit sei Krieg, der leider aus keiner Epoche wegzudenken sei, für viele ein schwieriges und belastendes Thema. In Sachen Liebe aber könne jedermann aus eigener Erfahrung mitreden und -fühlen. Als Moderator des Programms merkte Philipp Heiß dazu an: „Leider kann die Liebe auch zum Kriegsschauplatz werden.“

Alle Aspekte des spannungsvollen Verhältnisses zwischen dem unbarmherzigen Krieg und der alle Gefühlslagen umfassenden Liebe zum Partner oder zur Partnerin, zur Heimat oder zum Regenten des eigenen Landes, kamen durch die Interpretation der Lieder als kunstvoll vertonte Gedichte bedeutender Poeten eindrucksvoll zur Geltung. Dabei erwiesen sich Neele Kramer und Philipp Heiß als hochsensibles, hervorragend aufeinander eingespieltes Duo. Die Mezzosopranistin, die das gesamte, 25 Lieder umfassende Programm ohne erkennbare Gedächtnisstütze auswendig vortrug, erfreute durch ihre kräftige, sehr variabel eingesetzte Stimme und ihre feinfühlige Interpretationskunst. Ihr technisch und emotional brillant aufspielender Begleitpianist, dem ein hohes Maß an Virtuosität abverlangt wurde, meisterte seine Aufgaben bravourös. Das Duo hatte sein Programm in fünf Blöcke unterteilt. Diese waren den Komponisten Robert Schumann, Franz Schubert, Charles Ives, Hugo Wolf und Benjamin Britten gewidmet. Vom Romantiker Schumann erklangen Lieder, die sich mit dem Schicksal von Helden, aber auch mit dem einer Soldatenbraut befassten, während der nicht minder gefühlvoll komponierende Schubert sich unterschiedlichen Aspekten der Liebe widmete.

Nach der Pause führten „Three songs of war“ vom Amerikaner Charles Ives musikalisch näher an die Gegenwart heran. Ein Liederblock von Hugo Wolf, aus dem „Der verzweifelte Liebhaber“ und „Erstes Liebeslied eines Mädchens“ mit Texten von J. Eichendorff und Eduard Mörike besonders herausragten, leitete über zu den vier abschließenden „Cabaret Songs“ von Benjamin Britten. Bei letzteren lief Neele Kramer zur Höchstform auf und scheute sich nicht einmal, eine Trillerpfeife einzusetzen. Fazit des Abends: Jedes Lied eine eigenständige, mit Herzblut vorgetragene Geschichte, die anrührte.

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