„Impuls“-Mittel : „Jeder Euro ist sinnvoll angelegt“

Ministerin Monika Heinold  lobte bei ihrem Besuch die Entwicklung der Gemeinde Dagebüll.
Ministerin Monika Heinold lobte bei ihrem Besuch die Entwicklung der Gemeinde Dagebüll.

Dagebüll: Finanzministerin Monika Heinold informierte sich über den Fortschritt der Deichverstärkung.

shz.de von
24. August 2018, 17:41 Uhr

„Ich bin sehr beeindruckt. Die Euros, die wir hier verbauen, sind sinnvoll angelegt“, sagte Finanzministerin Heinold bei ihrem Besuch am Dagebüller Klimadeich. Für die Baumaßnahme stellt das Land Schleswig-Holtein Mittel aus dem Infrastrukturmodernisierungsprogramm „Impuls“ zur Verfügung. „Angesichts des stetig steigenden Meeresspiegels hat der Küstenschutz für Schleswig-Holstein einen besonderen Stellenwert. Deshalb stellen wir für diesen Bereich rund 33 Millionen Euro aus Impuls zur Verfügung“, erklärte Heinold. „Die Zusammenarbeit von Landesbetrieb, Amt Südtondern, der Gemeinde Dagebüll und anderen Akteuren war hervorragend.“

Mittlerweile ist der Dagebüller Klimadeich für die Fachwelt ein Musterbeispiel, das sogar die Holländer Deichbauer begeistert. Die Finanzministerin testete unter der Führung von Bürgermeister Kurt Hinrichsen gleich einmal die neugebaute Betontreppe zum Deich hinauf. Projektleiter Lutz Pfitzner, Frank Barten, Geschäftsbereichsleiter Küstenschutz und Häfen, sowie Dr. Johannes Oelerich, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft, Meeres- und Küstenschutz im Umweltministerium, folgten und staunten. Denn oben angekommen, bot sich ein überwältigendes Panorama: Eine breite Fläche von Kleiboden, sanft geschwungen bis zur neu erbauten Uferpromenade. Und auch der Spazierweg auf der Deichkrone ist so gut wie fertig. „Hier fehlen noch die Lampen“, erläuterte Kurt Hinrichsen.

Schnellen Schrittes zog der Tross Richtung Uferpromenade. Zwischendurch fand Lutz Pfitzner Zeit, um auf technische Besonderheiten und auf enorme Summen hinzuweisen: Für die Deichverstärkung und den dafür erforderlichen Wegebau werden insgesamt 75 000 Kubikmeter Sand, 45 000 Kubikmeter Klei und 4000 Kubikmeter Schotter verbaut. Und auch an die Zukunft wurde gedacht: Der Deich wurde um rund 30 Zentimeter auf eine Höhe von 7,95 Meter über dem Meeresspiegel erhöht und erhielt eine flachere Außenböschung. Eine breitere Deichkrone soll zukünftige Erhöhungen mit wenig Aufwand ermöglichen. „Ein modernes Riesenbauwerk“, freute sich die Finanzministerin. Heinold lobte die Entwicklung von Dagebüll. „Hier ist etwas entstanden, der Ort ist kaum wiederzuerkennen.“ Ihr Credo für die Tourismusentwicklung: „Wir müssen die Potenziale nutzen, um Natur hautnah zu erleben – und doch sorgsam mit ihr umgehen.“

Natur spüren nahm die Ministerin wörtlich: Kaum am Wasser angekommen, zog sie spontan die Schuhe aus, um die neue Wassertreppe trotz Brandung gleich mal zu benutzen. „Ich bin leidenschaftliche Schwimmerin“, sagte sie. Als Kurgast war sie noch nicht vor Ort, kann sich aber einen Besuch durchaus vorstellen.

Bei der Informationsrunde im Baubüro berichtete Lutz Pfitzner in einem Vortrag ausführlich über den Bau und die Schwierigkeiten. „Wir haben planmäßig in 2018 weitergebaut. Wir müssen noch das Deckwerk weiterbauen. Dazu haben wir Material aus dem alten Deich verwendet, die Einsaat erfolgt bald. Wir kommen aber zu einem Ende in diesem Jahr.“ Was noch fehle, sei der Neubau der Stöpe – dem Deichdurchlass für Autos, Bahn und Fußgänger. „Wir wären 2018 damit in die Saison gerutscht“ entschuldigte Frank Barten die Verzögerung. „Wir haben daher in Absprache mit Neg-Geschäftsführer Ingo Dewald die Baumaßnahme verschoben.“

Der Start soll im März 2019 sein, so dass laut Plan nach zehn Wochen die Baumaßnahme abgeschlossen sein wird. „In enger Absprache mit den Beteiligten wird jeder Schritt abgestimmt“, betonte Arne Ebberg, Sachgebietsleiter Bauen und Technik im Amt Südtondern. „So werden beispielsweise auch Rollstuhlfahrer bequem über den Deich kommen.“

Amtsdirektor Otto Wilke erzählte, dass die Neuplanungen für Dagebüll beziehungsweise den Deich aus den 80er-Jahren stammten. „Wir brauchten einen langen Atem – und es hat sich gelohnt, so lange zu warten.“ So sei eine komplexere Erneuerung möglich geworden, die Dagebüll auch als Kurort auf eine neue Stufe stelle. „Hier sollte das zweite Büsum entstehen“, zeigte sich Monika Heinold sachkundig und bewertete die Verdopplung der Übernachtungszahlen positiv. Der neue Deich werde sicher noch mehr Gäste anziehen, so die Ministerin. „Der Badegast kann sich darauf freuen, die Saison 2019 wie gewohnt genießen zu können“, versicherte Lutz Pfitzner abschließend, „Ein sattgrüner Deich wird alle erfreuen.“



zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen