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Nordfriesland Tageblatt

22. Oktober 2017 | 01:38 Uhr

„Je mehr Kandidaten, desto besser“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Bis zum 23. Februar sind Bewerbungen für die Wahl des Seniorenbeirats in Leck möglich / Die aktuellen Ehrenamtsinhaber ziehen Bilanz

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2017 | 16:52 Uhr

Angesprochen wurden damals beide vom ehemaligen Bürgermeister Heinz-Dieter Leipholz. Ob sie sich nicht vorstellen könnten, dem Seniorenbeirat der Gemeinde Leck anzugehören. Sie konnten: Seit 2004 ist es die Aufgabe von Jochen Kleiber und Horst Hintze, sich für die Belange der Mitbürger ab 60 einzusetzen. „Wir älteren Menschen müssen mehr Möglichkeiten erhalten, mit unserer Lebenserfahrung und Sachkenntnis die eigenen Interessen gegenüber Verwaltungen, Parteien, Parlamenten, Verbänden und der freien Wohlfahrtspflege selbst zu vertreten“, ist die Ansicht von Jochen Kleiber. Der 73-Jährige ist Vorsitzender des Seniorenbeirats und wie sein Stellvertreter Hintze mittlerweile im 13. Jahr ehrenamtlich tätig. Zudem ist Kleiber Vorsitzender des Kreisseniorenbeirats Nordfriesland, Hintze auch dort sein Stellvertreter.

Weit mehr als ein Drittel der rund 8000 Einwohner Lecks sind 60 Jahre oder älter. Sie haben am 6. April die Wahl, einen neuen Seniorenbeirat zu wählen, wenn sich genug Kandidaten finden. Die Aufgabe des ehrenamtlichen Gremiums: auf eine seniorenfreundliche Politik im Ort Einfluss zu nehmen. Oder wie es in der Satzung der Gemeinde heißt: „Der Seniorenbeirat (...) berät, informiert, gibt praktische Hilfen und regt Initiativen zur Selbsthilfe unter den Senioren an. Zu den Aufgaben gehören insbesondere beratende Stellungnahmen und Empfehlungen für Gemeindevertretung und Ausschüsse in allen Angelegenheiten, die ältere Bürger betreffen.“

Horst Hintze komprimiert das auf ein Wort: „Sprachrohr“. Jeden Freitag steht der 77-Jährige auf dem Wochenmarkt. „Die Leute kennen mich und sprechen mich an.“ Zudem gibt es an jedem zweiten Dienstag im Monat (15 Uhr, Rathaus) eine Sprechstunde des Beirats gemeinsam mit der Beauftragten für Menschen mit Behinderung, Anika Lorentzen. Überhaupt: Sowohl Ältere als auch Menschen mit Behinderungen müssten mit Einschränkungen zurechtkommen, deshalb sei die Zusammenarbeit für Ziele wie Barrierefreiheit sehr sinnvoll, sagt Kleiber.

Rückblickend sagen beide Mitglieder des Seniorenbeirats: Sie seien nie müde gewesen, relevante Themen auf den Sitzungen der Gemeindepolitiker kundzutun. Beharrliche Mahner also? „Meckerer mögen uns einige vielleicht auch nennen“, sagt Horst Hintze. Sie hätten beide nie mit ihrer Meinung hinter dem Berg gehalten, ergänzt Jochen Kleiber. Allerdings: Ihre Beharrlichkeit habe mehrfach zum Erfolg beigetragen, zum Beispiel bei der Schaffung behindertengerechter Toiletten im Leck-Huus oder am Pavillon.

Aktuelle Wünsche gibt es auch: „Es wäre schön, wenn sich ein Raum für ein Essen in Gemeinschaft in Leck finden ließe“, sagt Hintze. Kleiber wirbt seit Längerem vehement für einen Mehrgenerationenspielplatz. Insgesamt wünschen sich beide: „Respekt und Anerkennung – und ein seniorenfreundliches Leck.“

In Kürze endet die Legislaturperiode des aktuellen Seniorenbeirats. Bisher sind vier Bewerbungen beim Amt Südtondern eingegangen, verrät Lecks Bürgermeister Andreas Deidert. „Es wäre schön, wenn es noch mehr würden, damit die Bürger auch wirklich eine Wahl haben. Je mehr Kandidaten, desto besser.“ Denn: Sind weniger als fünf gültige Vorschläge eingegangen, erfolgt keine Wahl, sondern lediglich eine Bestätigung durch die Gemeindevertretung. Deidert: „Der Seniorenbeirat ist wichtig, weil die Mitglieder Dinge noch einmal von außen, mit einem Blick durch eine andere Brille betrachten können.“ Zudem täten dem ehrenamtlichen Gremium Vielfalt und neue Impulse gut, sagt Lecks Gemeindechef. Kandidatenvorschläge oder Bewerbungen sollten bis Donnerstag, 23. Februar, 18 Uhr, beim Amt Südtondern in Niebüll eingereicht werden.

Was passiert, wenn das Interesse zu gering ist, die Belange der eigenen Altersklasse zu vertreten, hat sich in Leck erst kürzlich gezeigt: Erneut ist kein Kinder- und Jugendbeirat zustande gekommen. „Leider haben sich nur zwei Damen beworben, bei denen ich mich herzlich im Namen der Gemeindevertretung bedankt habe“, so Deidert. Es sei geplant, spätestens zum neuen Schuljahr einen nächsten Wahlaufruf zu starten.













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