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Nordfriesland Tageblatt

23. November 2017 | 16:10 Uhr

Jazz-Genuss der Extra-Klasse

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Rund 200 Zuhörer wollten sich den Auftritt der Big Chris Barber Band in der Niebüller Stadthalle nicht entgehen lassen

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2017 | 14:02 Uhr

Im Jahr 1954 begann die beeindruckende Bühnenkarriere der professionell spielenden Big Chris Barber Band und setzt sich erfolgsgeprägt bis in dieses Jahrtausend fort. Nunmehr 65 Jahre steht der studierte Posaunist Chris Barber auf den Brettern der Weltbühnen und begeistert nach wie vor Generationen von Jazzliebhabern. Der charismatische Jazzmusiker gilt als Trendsetzer in der Szene und hinterließ auch in Song-Klassikern seine ganz eigene Klangfärbung.

Chris Barber begrüßte zu Konzertbeginn sein Publikum auf Deutsch und ließ es sich nicht nehmen, jeden Titel des Abends, durch eine persönliche Song-Erklärung vorzustellen. Dem mittlerweile 87-Jährigen ist seine Musikleidenschaft in jedem Moment auf der Bühne anzusehen. Sein hohes Alter ist ihm in Augenblicken des Posaunenspiels oder Gesangs nicht anzumerken. Eine großartige Musikerseele, die vor Publikum erblüht und mitreißt.

Vielseitigkeit bringen fast alle Blasmusiker der Jazz-Band mit. Ein permanenter Wechsel zwischen den Instrumenten wird von den Künstlern humorvoll in die Stücke eingebunden. Langweilig wird es an keiner Stelle, auch nicht, wenn die Klarinette eben mal gegen das Saxophon eingetauscht wird. Mit viel Geschick und Mimenspiel führen die Musiker über Wechselpassagen hinweg, so dass dem Zuhörer vielschichtiger Musikgenuss geboten wird und das Gehirn permanent mit klangvollen Informationen versorgt wird.

Stücke wie „Bourbon Street Parade“, „Wild Cat Blues“ oder „When The Saints Go Marching In“ führten die schätzungsweise 200 Zuschauer durch den Abend und machten das Konzert, für alle Anwesenden, zu einem krönenden Wochenabschluss. „Kein Auftritt gleicht dem anderen“, erläuterte Bandmitglied Nick White, der das Jazz-Ensemble mit Saxophon und Klarinette unterstützt, in der wohlverdienten Pause. „Die Bühne ist Improvisation. Kunst bedeutet auch, mal flexibel zu sein und es passiert schon ab und an, dass einer von uns seinen ganz eigenen Touch in ein Stück bringt. Wir funktionieren so gut miteinander, dass wir Änderungen spontan folgen können.“

Ein Qualitätsmerkmal für diese großartige Band, der man ihre Passion ansieht. Strahlende Augen, ein Lächeln auf den Lippen und wortlose Komik auf der Bühne – diese Musiker faszinieren nicht nur durch ihr hochkarätiges musikalisches Können, sondern auch durch ihre Publikumsnähe. So verwehrten sich Drummer John Watson, Trompeter und Sänger Pete Rutherforth, Bassist Jim „Jimbo“ Richardson und Saxophonist Nick White ihrem treuen Publikum nicht, als Autogramme eingefordert wurden oder beim CD-Verkauf das eine oder andere Selfie mit Klarinettist Bert Brendsma und Chris Barber gemacht wurde.

Die sympathischen Mitglieder der Big Chris Barber Band mischten sich ungezwungen unter ihre Zuschauer und beantworteten jede Frage mit viel englischem und schottischen Humor. „Wir nehmen uns gern gegenseitig auf den Arm und machen unsere Späße“, sagt Drummer Watson lächelnd. „Das Klima innerhalb der Band ist so familiär – unser Publikum fühlt das und reflektiert ganz viel.“

Den Abend in der Niebüller Stadthalle empfand die Band ganz besonders angenehm. „Hier herrscht eine tolle Akustik, freundliche Atmosphäre und gute Schwingungen“, meint Trompeter und Sänger Rutherforth. „Sicherlich ist es nicht einfach, bei mehr als 100 Konzerten innerhalb Europas, von Hotel zu Hotel zu fahren, abends Musik zu machen und am nächsten Tag wieder weiter zu müssen. Aber wir haben den schönsten Job der Welt“, fügte Saxophonist und Trompeter Ian Killoran hinzu, der in dieser Saison als Neuling zu der Band stieß. Die Freude an ihrem Können und die Möglichkeit Menschen damit zu begeistern, das ist der Motor und der Geist, der die Band verbindet und noch viele Jahre auf die Bühnenbretter bringen wird.

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