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Jamaika-Fraktionen erhoffen sich frischen Wind für Nordfriesland

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erstellt am 10.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Nordfriesland | Sie sind angetreten, "den besten Landrat für Nordfriesland" zu finden. Und den glauben CDU, Grüne und FDP jetzt mit dem parteilosen Dirk Sommer (44) gefunden zu haben. Der ausgewiesene Wirtschafts- und Verwaltungsfachmann ist selbstständiger Unternehmensberater in Hamburg, stammt aber aus Nordfriesland (wir berichteten). Der diplomierte Kaufmann und Volkswirt tritt bei der Landratswahl am 23. August gegen Amtsinhaber Dieter Harrsen an, der von SPD, SSW und WG-NF unterstützt wird. "Damit hat der Kreistag eine echte Wahl", erklärten die Fraktions-Chefs der Jamaika-Kooperation, Tim Hanke (CDU), Uwe Schwalm (Grüne) und Jörg Tessin (FDP). Und obwohl das Bündnis mit 29 von 52 Abgeordneten die Mehrheit stellt, heißt es zunächst nur: "Die Landratswahl wird spannend."

Sommer freut sich auf die Herausforderung: "Ich habe schon vor zehn Jahren gesagt, in Nordfriesland würde ich gern Landrat werden", sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Ihn reizen die "nachhaltigen Gestaltungsmöglichkeiten", die die Aufgabe bietet. Und: "Eine Verwaltung muss sich wirtschaftlichen Anforderungen stellen. Ich kenne beide Seiten, Verwaltungen und Wirtschaftsunternehmen."

Unter den sechs Bewerbern im Zuge der Ausschreibung, von denen sich zwei im Nordsee-Congress-Centrum in Husumer vorgestellt hatten, war der gebürtige Husumer nicht gewesen. Den Kontakt hatte erst der Landesgeschäftsführer des CDU-nahen Wirtschaftsrates hergestellt.

Insgesamt haben die drei Jamaika-Fraktionen nach Aussagen von Hanke elf Kandidaten auf Herz und Nieren geprüft. "Wir glauben, den optimalen Kandidaten gefunden zu haben", betonte Hanke. Dirk Sommer attestierte er - im Gegensatz zum amtierenden Landrat - jene Managament-Qualitäten, die nötig sind, um mit neuen Ideen und Initiativen "Motor für die Kreisentwicklung" zu sein.

Mit Blick auf die großen Herausforderungen in punkto Haushaltskonsolidierung und Verwaltungsmodernisierung sowie Sommers "herausragende Referenzen" unterstützen auch die Grünen einhellig Harrsens Gegenkandidaten, obwohl diese in einigen Bereichen - wie dem Klimaschutz - gut mit dem amtierenden Landrat zusammengearbeitet hätten, so Schwalm. Angesichts der wichtigen wirtschaftlichen Projekte sehen auch die Liberalen den Unternehmensberater als "genau den geeigneten Mann für die Zukunft Nordfrieslands", betonte Jörg Tessin. "Die Dinge, die wir jetzt angehen müssen, bedürfen anderer Mittel", sagte er. "Wir versprechen uns neuen frischen Wind für die Kreisverwaltung und die Entwicklung Nordfrieslands", formulierte es Tim Hanke. Von Sommers Erfahrung könne Nordfriesland nur profitieren.

Dem schloss sich auch der CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Ingbert Liebing in einer Erklärung an: "Dirk Sommer kennt das Verwaltungsgeschäft und verbindet dies mit wirtschaftlichem Sachverstand. Es ist gut, dass der Kreistag jetzt wirklich die Wahl hat."

Die Zeit bis zur Landratswahl wollen die drei Kooperationspartner nach eigenem Bekunden nutzen, um den übrigen Fraktionen die Möglichkeit zu bieten, ihren Kandidaten kennenzulernen. Für die Kreistags-Sitzung am Freitag, 23. August, ist eine Kampfabstimmung programmiert. Auf Nachfrage, ob er trotz der neuen Konstellation an seiner erneuten Kandidatur festhält, erklärte Dieter Harrsen klipp und klar: "Natürlich!".

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