Interview : IT-Experte Mario Schiessler sorgt in Südtondern dafür, dass der digitale Unterricht läuft

Mario Schiessler

Mario Schiessler

IT-Experte Mario Schiessler macht Südtonderns Schulen fit für die Digitalisierung – und ist dieser Tage gefragt wie nie zuvor.

Avatar_shz von
30. April 2020, 13:19 Uhr

Niebüll | Ingenieur Mario Schiessler betreut als IT-Experte mit einem Kollegen 14 Schulen im Amt Südtondern. Als er 2019 damit anfing, waren es gerade mal drei Schulen. Just als die Corona-Krise über das Land kam, war er gerade dabei, jede einzelne Schule zu analysieren, von der Grundschule bis zur Gemeinschaftsschule. Der Ur-Niebüller ist dabei auch am Fachgymnasium tätig, wo er einst sein Abitur baute. Nun leitet er mit Verve und Leidenschaft die Digitalisierung im nördlichen Landstrich ein.

Weiterlesen: Unterricht in Corona-Zeiten: So bereiten sich Schulen in Nordfriesland vor

Man sagt, Sie gehen mit einem Lächeln durch die Schulen. Kann man als IT-Mann sagen, die Krise kam zur rechten Zeit, bevor unsere Schulen komplett den Anschluss verlieren?
Das darf man natürlich nicht sagen, es ist aber in der Tat so, dass wir überall einen großen Sprung nach vorn machen.


Wie sind Sie vorgegangen?
Ich habe alle von mir betreuten Schulen besucht und die jeweiligen Bedarfe ermittelt. Dann galt es, ein System zu finden, das für alle passt. Der Zufall wollte es, dass wir an der Gemeinschaftsschule Niebüll gerade IServ implantiert hatten. Der Aufbau eines neuen Schulnetzwerks inklusive Webportal ist gerade erst gelungen. IServ erwies sich tatsächlich als die beste Lösung für einen einheitlichen Standard.
Inzwischen habe ich ein Konzept erarbeitet, welches als Vorlage für fast alle Schulen genommen werden kann, um einheitlich, sicher und funktional, digitalen Unterricht zu betreiben. Ein wichtiger Punkt hierbei ist die Möglichkeit der gleichzeitigen Remoteunterstützung der Lehrkräfte an verschiedenen Standorten der Schulen.

Weiterlesen: Was Sie über das Corona-Virus in SH wissen müssen


Was war ihr Job?
Es galt, die ganzen Daten der einzelnen Schulen einzugeben; dabei ständig im Kontakt mit den Ansprechpartnern in den Schulen zu kommunizieren.


Haben die Lehrer denn das nötige Rüstzeug für die Digitalisierung?
Der eine mehr, der andere weniger. Es wird improvisiert, es wird dazugelernt. Das ist ja das Tolle: jetzt müssen alle mitmachen – und alle machen mit. Schließlich bedeutet die Digitalisierung am Ende eine große Arbeitserleichterung.


Gilt das auch für die Schüler?
Uneingeschränkt ja. Diese Technik erreicht die Schüler ganz unbedingt. Natürlich ist auch hier nicht jeder auf dem gleichen Stand, schon gar nicht in der Ausrüstung. Sogar die Dritt- und Viertklässler, die nun erste Schritte unternehmen.


Wie schaltet ein IT-Experte mal ab?
Am besten in der Familie. Ich versuche, das Haus intelligenter machen. Und schraube gern an Autos und Computern...Mein privates „Coronaprojekt“: heißt Gartenhütte.


zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen