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Nordfriesland Tageblatt

11. Dezember 2017 | 22:25 Uhr

Isenkerl : Ironman auf 600 Quadratmetern

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Rein ins Bad, rauf aufs Rad: Triathleten radeln, schwimmen und rennen im Lecker Erlebnisbad. Hawaiianisches Klima beim ersten „Isenkerl“.

Wohl der Traum eines jeden Triathleten ist es, einmal im Leben den Ironman auf Hawaii mitzumachen. Schwimmen im pazifischen Ozean, radeln und laufen in der Lavawüste – der Wettkampf gilt als besonders anspruchsvoll. Da die Insel „Big Island“ als Austragungsort dann aber doch zu weit weg liegt, Luftlinie rund 11  850 Kilometer, schufen Thomas Neidt, Betriebsleiter des Erlebnisbads, und seine Kollegen den Triatlethen auf 600 Quadratmetern ein nordfriesisches Hawaii im Lecker Erlebnisbad. Das rüsteten sie mit viel Improvisation, Pragmatismus und auch Sinn für Humor derart um, dass am Ende dort mit dem „Isenkerl“ (plattdeutsch für Ironman) sogar durchaus ein Hauch von Aloha durchs Bad wehte.

„Was als verrückte Trainingseinheit gedacht war, wurde am Ende ein großer Erfolg“, so beschreibt es Erlebnisbad-Betriebsleiter Neidt, der sich selbst aber nicht den Kraftakt antat. Dafür aber 70 Sportler, die aus der gesamten Region Südtondern und Flensburg kamen.

Ihre Aufgabe: acht Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Fahrrad fahren, und 42 Kilometer laufen. Beim Schwimmen war es noch relativ unproblematisch, die Sportler bei ähnlichen Temperaturen wie im Pazifischen Ozean ins Wasser zu lassen. 28,5 Grad Celsius hat das Chlorbecken, 27 Grad hat das Meer vor Hawaii. Tropisch-warmes Klima beim Laufen und Radfahren wie in der hawaiischen Lavawüste zu erzeugen – das war schon schwerer. Der nordfriesische Winter ist eindeutig zu kalt und nass. Deshalb verlegten Neidt und seine Kollegen auch die beiden Disziplinen in die 32 Grad Celsius warme Schwimmhalle. „Der organisatorische Aufwand dafür war relativ hoch, aber das war es wert.“

Sie liehen Laufbänder und Rollentrainer und stellten sie im Schwimmbad auf. Die Rennräder brachten die Sportler selbst mit. Diese fixierten sie auf den Rollentrainern, um auf der Stelle zu fahren. „Die Räder standen auf der Tribüne, oben in der Halle. Das ist der wärmste Ort“, schilderte Neidt.

Beim Radfahren und Laufen lief den Teilnehmern der Schweiß in Strömen von der Stirn. Die Trikots waren in kürzester Zeit durchnässt. Es war so heiß, dass die Athleten dazu übergingen, sich gegenseitig Wasser über den Körper zu schütten. Einer der Teilnehmer des Isenkerls ist tatsächlich schon den Ironman in Hawai gelaufen. „Er sagte, unsere klimatischen Bedingungen seien dem Original recht nahe gekommen, nur die Luftfeuchtigkeit im Hallenbad war höher.“ Beim echten Ironman auf Hawai in der Lavawüste reisen die Teilnehmer bereits eine Woche vor dem Wettkampf an, um sich an das Klima zu gewöhnen. In Leck mussten sie direkt in die Vollen gehen. Während sie im Erlebnisbad gegen die Hitze ankämpften, konnten sie durch das Fenster sehnsuchtsvoll beobachten, wie sich die Äste dem frischen Wind beugten und der kühle Regen zu Boden fiel.

Der Triathlon unter hawaiischen Bedingungen mitten in Nordfriesland sei bei den Teilnehmern sehr gut angekommen, obwohl der eine oder andere erst etwas skeptisch gewesen sei, so der Betriebsleiter. Sieben Gruppen machten mit: Enge-Sande, Team Südtondern, Floose Team Aloa, Floose II, MTV Leck, SV Enge Sande Damen und Team Ostseeman Flensburg. Und noch bevor der Muskelkater bei den Teilnehmern des ersten „Isenkerl“ verklungen ist, steht mit dem 9. Dezember 2017 schon der Termin für den nächsten Erlebnisbad-Triathlon fest. „Wir wappnen uns für 20 Teams und hoffen, dass sich der Isenkerl in der Szene herumspricht“, sagte Neidt.

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