Am Niebüller Gymnasium : iPad-Ecke kommt ganz ohne Digitalpakt aus

Auch diese Sechsklässler nutzen die neue iPad-Ecke an der Friedrich-Paulsen-Schule.
Auch diese Sechsklässler nutzen die neue iPad-Ecke an der Friedrich-Paulsen-Schule.

Surfen ist Alltag: An der Friedrich-Paulsen-Schule gibt es ein neues Informationsangebot für die Schüler.

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20. Februar 2019, 13:34 Uhr

Am Mittwoch wurde an der Friedrich-Paulsen-Schule (FPS) eine iPad-Lesecke in Betrieb genommen. Offiziell jedenfalls, denn tatsächlich steht das Tablet, das vom Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (sh:z) zur Verfügung gestellt wird, schon seit vergangener Woche in einem Flur zwischen zwei neuen Sofas mit üppigem Platzangebot, gehalten von einem schicken Ständer.

Dass der Mittwoch der Tag ist, an dem im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat der Digitalpakt eines der wichtigen Themen war, ist dabei purer Zufall.

Die Schüler können sich nun in der Pause über Aktuelles aus der Region, aus Schleswig-Holstein oder aus der ganzen Welt informieren. „Das ist der Startschuss. Wir wollen das Angebot in unserem Verbreitungsgebiet ausweiten“, kündigt Georg Konstantinow, beim sh:z Leiter des Projekts Jugend, Bildung und Medien, an.

Keine Altersbeschränkung

„Die iPad-Leseecke wird gut angenommen“, berichtet Lehrer Holger Jessen-Thiesen, Beauftragter für die IT-Entwicklung an dem Niebüller Gymnasium, über die ersten Erfahrungen. Eine Altersbeschränkung für die Nutzung gibt es nicht. „Alle Schüler können sich hier informieren. Das sollen sie auch“, so der Mathe-, Physik- und Informatiklehrer.

Was die Kinder- und Jugendlichen dagegen nicht sollen, sei spielen, erklärt der Pädagoge. „Die Versuchung ist groß“, weiß Holger Jessen-Thiesen. Deshalb ist das Spielen technisch erst gar nicht möglich.

Während das Info-Angebot neu ist, ist der Umgang mit dem Tablet für die Schüler ein alter Hut. Auch für die Sechstklässler, die bei der Vorstellung der iPad-Leseecke dabei sind. Längst haben die handlichen Computer Einzug in den Schulalltag gehalten. „Sie gehören standardmäßig in den Unterricht“, sagt Jessen-Thiesen.


Tablets seit 2015 an der Schule

An der FPS gibt es sie schon seit vier Jahren, ihre Stückzahl wurde nach und nach erhöht. Derzeit sind es 60. Wenn sich die Lehrer in eine Liste eintragen, können sie Geräte für ihren Unterricht buchen. Die Tablets kommen in der Englischstunde genauso zum Einsatz wie in Biologie oder Mathe. Sie sehen sich Lehrvideos an oder lösen Online-Rechenaufgaben, erzählen die Sechstklässler.

Aber 60 Tablets reichen an der knapp 1000 Schüler zählenden FPS bei weitem nicht aus. „Wir brauchen den Digitalpakt. Dringend“, fordert Lehrer Jessen-Thiesen. Außer zusätzlicher Geräte bedürfe es auch eines stärkeren WLAN. Das Niebüller Gymnasium war mit dem drahtlosen Internet früh dran. Das wirkt sich jetzt ungünstig aus, weil es inzwischen viel leistungsfähigere Netze gibt. Doch die kosten Geld . . .

Jeder Lehrer hat ein Tablet

Immerhin besitzt bereits jeder Lehrer ein eigenes Tablet, das der Schulverband angeschafft hat. Für jene, die noch keine Vorliebe für die Digitalisierung entwickelt haben, gibt es Fortbildungen.

Übrigens: Wer sich an der FPS lieber im gedruckten Nordfriesland Tageblatt informiert, muss sich keine Sorgen machen. Die Zeitungsecke gibt es an der Schule nach wie vor.

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