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Klinik Niebüll : Investitionen von bis zu 15 Millionen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Auf dem liberalen Stammtisch der Kreis-FDP in Klixbüll informierte Klinik-Geschäftsführer Christian von der Becke über geplante Investitionen in Niebüll.

shz.de von
erstellt am 08.Feb.2017 | 14:29 Uhr

Das Thema Krankenhaus und medizinische Versorgung auf dem Land brennt den Bürgern unter den Nägeln: Zahlreiche Interessierte kamen zum Liberalen Stammtisch der Kreis-FDP in den Dörpscampus in Klixbüll. Der seit Juni 2016 amtierende Geschäftsführer des Klinikums Nordfriesland, Christian von der Becke, entwarf in einer lebhaften Diskussionsveranstaltung die Zukunft der Krankenhäuser in Husum und Niebüll.

Der aus der Automobilbranche stammende Osnabrücker, einst Jetpilot wie der Gastgeber, Klixbülls Bürgermeister Werner Schweizer, hat glasklare Vorstellungen: „Ich betrachte das Klinikum als mein Unternehmen“, so der Manager. „Natürlich bin ich an die Vorgaben des Kreises gebunden – sage aber deutlich meine Meinung.“

„Wir wollen beide Standorte stärken“, so der Geschäftsführer, „beide profitieren voneinander.“ Niebüll werde punktuell verstärkt und biete zukünftig eine vielseitige Innere Medizin, eine weiter ausgebaute Geriatrie, eine hochkarätige Unfallchirurgie und eine Notfallversorgung. So habe Niebüll seit kurzem einen anerkannten Unfallchirurgen: „Nachdem im September Dr. Rainer Kirchner die Leitung der Abteilung übernommen hat, ist Dr. Peter Diekstall neuer leitender Oberarzt in der Niebüller Chirurgie.“ Die neue Qualität spreche sich herum; zudem könnte man nun Kapazitäten von Husum nach Niebüll verlagern. Von knapp 50 Millionen Euro an Investitionen beziehungsweise Erneuerungen fließen bis zu 15 Millionen ins frühere Niebüller Kreiskrankenhaus. Geplant sind eine grundlegende OP-Sanierung, IT-Ertüchtigung, Strukturoptimierung und Ausbau der Endoprothetik.

Wenngleich sich mittlerweile nahezu alles um die Finanzen dreht, so setzt der Geschäftsführer auf „Team Spirit“, gerade auch bei den Niebüller Mitarbeitern. Doch das ist nach den Unsicherheiten der letzten Jahre kein leichtes Unterfangen.

Aus dem Publikum gab es immer wieder Nachfragen, ob Niebüll nicht systematisch ausgehungert worden sei, sprich: attraktive Aufgaben nach Husum verlagert worden seien. Christian von der Becke widersprach dem nicht: „Das war überlebensnotwendig.“ Aufgrund der mangelnden Größe werde Niebüll nie schwarze Zahlen schreiben, müsse von Husum mitgetragen werden. Dies gelinge, Husum sei auf dem Weg zum Schwerpunktversorger. „Wenn das erreicht ist, machen Sie dann Niebüll dicht?“, fragte ein Kritiker. „Machen Sie sich keine Sorgen um Niebüll“, entgegnete der Geschäftsführer vehement. „Ich stehe für ein Klinikum!“ Und er gab ehrlich zu, dass die Wiedereinrichtung einer Geburtsstation unrealistisch sei. „Wir finden einfach keine Fachkräfte“, berichtete der Neu-Nordfriese über die Historie der Schließung, die für viel Wirbel sorgte. Als Ökonom rechnete er vor, dass das Klinikum Nordfriesland in naher Zukunft schwarze Zahlen schreibe – wenn denn Kreistag und weitere Institutionen wie Krankenkassen und Land seinen Planungen zustimmen. „Derzeit sind beide Häuser komplett ausgelastet“, teilte von der Becke abschließend mit – und bekam viel Beifall für sein Statement.

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