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Nordfriesland Tageblatt

22. Oktober 2017 | 23:37 Uhr

Internationale Bereicherung für Leck

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Es ist Sommerkurs-Zeit: Rund 14 Tage lang sind 4 junge Menschen aus 5 Nationen an der Nordsee-Akademie zu Gast

shz.de von
erstellt am 08.Aug.2017 | 04:37 Uhr

Sie kommen aus Marokko, Russland, Usbekistan, Georgien und Litauen – und sind seit dem 31. Juli zu Gast in Leck. 14 junge Menschen zwischen 18 und 26 Jahren aus 5 Nationen absolvieren den Internationalen Sommerkurs. Dieses Angebot ist eine Institution an der Nordsee-Akademie, aber auch in der Gemeinde Leck, denn seit fast 40 Jahren kommen junge Menschen aus Europa, aber auch aus dem angrenzenden nicht-europäischen Ausland in den hohen Norden. Die diesjährigen Gäste wurden zusammen mit Dr. Herle Forbrich (Seminarleitung) und Karen Frankenstein (stellvertretende Akademieleitung) von Lecks Bürgermeister Andreas Deidert im Rathaus begrüßt. Mit einem kleinen Vortrag stellte er den mit Spannung lauschenden Gästen die Gemeinde vor.

„Grenzen verbinden – Grenzen trennen. Europa wächst zusammen und doch driftet es seit geraumer Zeit schon wieder merklich auseinander, ja mitunter treten gravierende Meinungsunterschiede zwischen den europäischen Nachbarländern auf.“ Unter diesem Motto steht der „Internationale Sommerkurs“, der fast 14 Tage dauert und den jungen Erwachsenen, die sich in englisch und deutsch verständigen können, das Leben und Arbeiten in einer Grenzregion vermitteln, aber auch das Miteinander in Europa beleuchten will.

Bürgermeister Deidert stellte sich auch den interessierten Fragen seiner Gäste: „Möchten Sie etwas in Leck ändern, und wenn ja, was?“ Ja, das möchte er – zwar sei schon viel angestoßen worden in den letzten Monaten und Jahren, um Wohnraum und qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen. Aber wenn er etwas ändern könnte, dann würde er gerne mehr Geschwindigkeit in diesen ihm manchmal allzu langsamen Prozess bringen, antwortete Andreas Deidert. Außerdem sei es ihm ein Anliegen, Mitmenschen, die eine eher negative Sicht auf die Dinge in und um Leck haben, mal ein bisschen mehr Weitsicht über den Tellerrand zu wünschen, um zu sehen, wie gut es den Bürgern in Leck wirklich gehe. Das sei etwas, was er gerne sofort ändern würde.

Die Kursteilnehmer (ein Schüler, acht Studentinnen, vier Studenten und ein Deutschlehrer) fragten auch nach einer typischen „Lecker Spezialität“ – da wurden die Bücher aus der Druckerei von CPI Books (Clausen & Bosse) genannt, aber auch der Langenberger Forst mit seinem hohen Erholungswert und dem historischen Potenzial des unter Natur- und Denkmalschutz stehenden alten Handelsweges, des Westlichen Ochsenwegs.

Die Perspektiven für Jugendliche in der Gemeinde interessierten eine junge Dame, das Durchschnittseinkommen eines Lecker Bürgers einen jungen Mann. Die zweite Frage konnte der Bürgermeister natürlich nicht genau beantworten, wusste aber aus den Untersuchungen zum Ortsentwicklungskonzept, dass Leck mit seiner Kaufkraft im Durchschnitt vor vielen anderen Gemeinden des Kreises liegt, was auch die hohe Anzahl pensionierter Soldaten mit Wohnort Leck beeinflusse.

Zum Schluss bekamen vier Seminarteilnehmer aus Usbekistan eine Lecker Chronik überreicht – das erhalten traditionell diejenigen mit der weitesten Anreise. Dazu gab es noch eine nette Geschichte: Vor einiger Zeit waren Deutsche unterwegs in Usbekistan und freundeten sich dort mit einem der jetzigen Kursteilnehmer an. Da man sich gut verstand und der Usbeke den deutschen Gästen seine Heimat näher brachte, bot man im Gegenzug an, sollte er nach Deutschland kommen, dasselbe für ihn zu tun. Und tatsächlich, nach dem Flug von Usbekistan nach Frankfurt und der Busfahrt bis Hamburg brachten die deutschen Freunde zwei der Usbeken mit dem Auto bis Leck und holen sie nach dem Kurs auch wieder ab, um sie wieder nach Hamburg zu bringen.

„Wir haben deutlich mehr von Ihnen – nämlich eine Bereicherung für unsere Gemeinde – als Sie von meinem Vortrag, in dem ich versucht habe, Ihnen Leck näher zu bringen!“ – mit diesen Worten und einem Augenzwinkern beschloss Andreas Deidert den interessanten Austausch.

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