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Haizmann-Museum : Intensität und Ausstrahlung bewahrt

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Der Berliner Bildhauer Professor Michael Schoenholtz stellt bis zum 18. Januar im Niebüller Richard-Haizmann-Museum aus. Zu sehen sind Skulpturen und Bilder unter dem Titel „Ostinato“.

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2013 | 17:42 Uhr

Ungünstiger konnte die Eröffnung der Ausstellung „Ostinato“ mit Skulpturen und Grafiken des Berliner Bildhauers Professor Michael Schoenholtz nicht fallen. Orkan Xaver wütete noch immer ziemlich heftig. Schneefall und Glätte taten ihr Übriges, die Menschen daran zu hindern, ihre sicheren und warmen Stuben zu verlassen.

Doch trotz der Wetterunbilden hatten sich einige „hartgesottene“ Kunstliebhaber auf den beschwerlichen Weg ins Richard-Haizmann-Museum gewagt, um sich von Museumskustos Dr. Uwe Haupenthal in das Werk einführen zu lassen – in Anwesenheit des Künstlers Michael Schoenholtz und seiner Frau, der Malerin Barbara Keidel, die einen Tag vor Ausbruch Xavers aus Berlin angereist waren. Schoenholtz hängte seine Bilder, ordnete seine kleineren Skulpturen und stellte seine Tonnenschweren bodenbezogenen Arbeiten in eigener Regie unter Mithilfe von Museumsbediensteten und Bauhofmitarbeitern.

„Ostinato“ ist die neue und letzte Ausstellung in 2013 betitelt, einem Begriff aus der Musik. Er bedeutet rhythmische Wiederholung und Variation, aber auch in seiner lateinischen Wurzel „Eigensinnigkeit“ und „Hartnäckigkeit“. Wie die Töne in einem Musikstück wiederholen sich auch die Ordnungsmuster in den Werken Michael Schoenholtz`, die zwar Wiederholungen aufweisen, aber nicht in stereotyp-reihender Form. Nicht zuletzt ist auch die aktuelle Ausstellung im Niebüller Museum für Moderne Kunst eine Wiederholung, allerdings nicht mit den gleichen Arbeiten wie im Jahre 2000.

Wie Uwe Haupenthal in seiner einführenden Rede sagte, „fällt es auch jenseits eines flüchtigen Blickes schwer, das Figürliche im Werk des Bildhauers zu entdecken“. Von Figuren könne daher keine Rede sein, obwohl Schoenholtz die figürlich begründete Ausgangssituation immer wieder betone.

In einem Gespräch mit unserer Zeitung erklärte der Künstler, er habe zwar seine Skulpturen vor der Bearbeitung des Steins vor Augen. Während der Arbeit würden sich aber durchaus auch neue Situationen ergeben. „Fertig ist eine Arbeit nie“, bestätigte Barbara Keidel. Ihre Bilder werden in genau einem Jahr zum ersten Mal auch im Niebüller Kunstmuseum zu sehen sein. „Es kann sein“, so der Hochschullehrer, „dass ich eine Skulptur nach einer Ausstellung oder auch nach Jahren verändere und etwas Neues, Unvorhersehbares entsteht“.

Die Werkentwicklung des Bildhauers und Zeichners hat sich in den vergangenen 30 Jahren stark verändert und dynamisiert. Uwe Haupenthal: „Gleichwohl fällt auf, dass Schoenholtz bis auf den heutigen Tag die Intensität und Ausstrahlung in seinen freien Arbeiten bewahren und konservieren konnte.“ Das sei einzig vor dem Original erleb- und erfahrbar.

Die in Stein gehauenen Kanten wirken auf den ersten Blick wie mit dem Lineal gezogen. Sie sind aber alle laut Aussage des Künstlers von Hand mit Meißel und Hammer entstanden. Die Unebenheiten lassen sich deutlich ertasten. Oberflächenstrukturen der Steinmaterialien wie Muschelkalk oder Carrera-Marmor in den leicht versetzten Arbeiten entstehen durch die Werkzeuge, die zum Einsatz kommen.

Die wunderbaren Grafiken, einmal mehr vollendet platziert an den weißen Museumswänden, „beharren auf künstlerischer Eigenständigkeit“, sind also keine Entwurfsarbeiten. Darauf wies Dr. Haupenthal hin, der sich hoch erfreut zeigte über zwei Skulpturen, die der Künstler dem Museum geschenkt hat. „Sie werden einen öffentlich repräsentativen Platz bekommen.“

Michael Schoenholtz wurde am 8. April 1937 in Duisburg geboren. Er studierte an der Berliner Hochschule für Bildende Künste, war Meisterschüler bei L.G. Schrieber. Seine künstlerische Arbeit wurde mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt. Seine Werke waren in vielen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland zu sehen.

Die Ausstellung „Ostinato“ bleibt bis zum 18. Januar 2014 in Niebüll und ist während der Museumsöffnungszeiten zu sehen: dienstags bis freitags von 11 bis 16.30 Uhr, sonnabends von 11 bis 13 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 17 Uhr. Heiligabend, Silvester und Neujahr bleibt das Museum geschlossen.

 

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