Neues Flüchtlingsheim : Innenminister Stefan Studt besucht Stapelholm-Kaserne

Seit Freitag hat die Seether Stapelholm-Kaserne ihre Türen für bis zu 600 Flüchtlinge geöffnet. Am Dienstag informierte sich Innenminister Studt vor Ort über die Lebensbedingungen.

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21. Juli 2015, 16:55 Uhr

Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt (SPD) hat am Dienstag die neue Erstaufnahmeeinrichtung im nordfriesischen Seeth besucht. Die Stapelholm-Kaserne wird seit vergangener Woche von Flüchtlingen aus Syrien, Eritrea und dem Irak übergangsweise als Erstaufnahmeeinrichtung genutzt. Bis zu 600 Menschen finden dort so lange Platz, bis die Flüchtlingsunterkunft in Heide im Kreis Dithmarschen fertiggestellt ist. Bislang kümmern sich in Seeth bis zu 100 ehrenamtliche Helfer in ihrer Freizeit um die Flüchtlinge. Die Ehrenamtler fühlen sich bisher vom Land allein gelassen. „Das Ehrenamtliche ist eine Übergangslösung“, sagte Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen.

Diese Aufgaben sollen später vom Roten Kreuz wahrgenommen werden, bestätigte Rainer Bruns vom nordfriesischen DRK. „Um den Betrieb am Laufen zu halten, brauchen wir rund 20 Mitarbeiter.“ Dafür müssten neue Mitarbeiter eingestellt werden. „Bisher haben wir aus Kiel jedoch noch keinen Zuwendungsbescheid“, sagte Bruns. So wird die Erstaufnahmeeinrichtung zunächst weiterhin von engagierten Ehrenamtlern betreut. Das sind neben dem DRK noch Helfer vom Technischen Hilfswerk, von der Landespolizei, und der Freiwilligen Feuerwehr - „alles arbeitet Hand in Hand“, meinte der Minister.

Was die freiwilligen Helfer bislang aus dem Boden gestampft haben, beziehungsweise in den nächsten Tagen verwirklichen wollen, ist gigantisch. „Alles geschah schnellstmöglich“, betonte Studt. Die politische Entscheidung sei am vergangenen Montag in Kiel gefallen; nach Gesprächen mit den Verantwortlichen aus Politik, Verwaltung und der Bundeswehr zur Umsetzung des Vorhabens seien die Einwohner von Seeth am Donnerstag informiert worden.

Freiwillige Helfer hätten seitdem die Zimmer in den ehemaligen Soldaten-Unterkünften weitgehend eingerichtet: Einzelpersonen müssen sich die Vier-Bett-Zimmer teilen, Familien bekommen etwas mehr Intimsphäre in kleinen Zweibett-Zimmern, in die bei Bedarf noch zusätzliche Betten für die Kinder passen. „Außerdem haben wir in den Häusern kleine Lager eingerichtet für Dinge des täglichen Bedarfs wie Zahnbürste und Zahnpasta“, sagte Lars Christophersen, Kreisbereitschaftsleiter beim DRK Nordfriesland.

Viel Arbeit liegt auch vor den Helfern in der Kleiderkammer. In den Räumen und auf den Gängen stapeln sich derzeit Kisten, Kartons, Tüten und Säcke voller Kleidung und Kinder-Spielzeug. „Alles muss gesichtet, geordnet und verteilt werden“, sagte Christophersen: „Am Mittwoch soll die Kleiderkammer erstmals regulär geöffnet werden.“ Auch die Großküche der ehemaligen Stapelholm-Kaserne sei seit einer Woche wieder betriebsbereit, sagte Rüdiger Smal vom Landespolizeiamt.

Zusätzlich zu dem bereits existierenden Sportplatz soll in den kommenden Tagen auf dem Kasernengelände auch ein Spielplatz für die Kleinen gebaut werden, und gemeinsam mit dem Kinderschutzbund Nordfriesland werde ein Kindergarten aufgebaut. „Das halten wir für wichtig, um die Eltern zu entlasten“, sagte Amtsvorsteher Ralf Heßmann vom Amt Nordsee-Treene.

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